Die Nutzung von Regenwasser spart Geld und schont wertvolle Ressourcen. Wer jedoch typische Planungs- und Wartungsfehler vermeidet, sichert sich dauerhaft sauberes Wasser und schützt die eigene Infrastruktur.
1. Lichtdurchlässige Behälter nutzen (Algenbildung)
Transparente oder weiße IBC-Container und helle Regentonnen lassen Sonnenlicht durch. In Kombination mit organischen Stoffen im Wasser führt das im Sommer zu massiver Algenblüte und müffelndem Wasser.
- Lösung: Behälter dunkel anstreichen, verkleiden (z. B. mit Holz) oder mit UV-undurchlässigen Abdeckhauben schützen.
2. Wasser ungefiltert einspeisen
Blätter, Moos, Zweige und Vogelkot vom Dach gelangen ohne Sperre direkt in den Tank. Dort zersetzt sich das Material und bildet Nährboden für Bakterien und Fäulnis.
- Lösung: Einen Fallrohrfilter oder Laubabscheider am Zulauf installieren, der groben Schmutz automatisch nach außen ableitet.
3. Wasser direkt am Boden entnehmen
Auf dem Boden jedes Regenwasserspeichers setzt sich mit der Zeit eine feine Sediment- und Schlammschicht ab. Wird das Wasser ganz unten abgesaugt, verstopfen Gießbrausen, Tropfschläuche und Pumpen.
- Lösung: Den Auslaufhahn mindestens 5–10 cm über dem Boden anbringen oder im Tank eine schwimmende Entnahme nutzen, die das Wasser knapp unter der Oberfläche abgreift.
4. Den Insektenschutz vergessen
Offene Wassertonnen werden im Sommer schnell zur Brutstätte für Stechmücken.
- Lösung: Öffnungen mit einem feinmaschigen Fliegengitter (Mesh) abdecken oder mit einem passgenauen Deckel verschließen.
5. Keinen kontrollierten Überlauf einplanen
Wenn der Speicher bei Starkregen voll ist, sucht sich das Wasser seinen Weg. Ohne Überlauf weicht es das Fundament von Gartenhäusern auf oder beschädigt angrenzende Hauswände.
- Lösung: Einen Regensammler mit integriertem Überlaufstopp am Fallrohr verbauen oder einen Überlaufschlauch direkt in ein Beet, eine Sickergrube oder einen Versickerungsgraben leiten.
6. Frostschäden im Winter riskieren
Gefrierendes Wasser dehnt sich um etwa 9 % aus. Wasserhähne, PVC-Rohre, Pumpe und ungeschützte Kunststofftonnen platzen bei Frost leicht.
- Lösung: Oberirdische Tanks und Leitungen vor dem ersten Dauerfrost vollständig entleeren, Kugelhähne leicht geöffnet lassen oder auf frostfreie Erdtanks setzen.
7. Regenwasser fest mit dem Trinkwassernetz verbinden
Wird Regenwasser für die Toilettenspülung oder Waschmaschine im Haus genutzt, darf niemals eine direkte, rohrgebundene Verbindung zum Trinkwassernetz hergestellt werden, um Rückverkeimungen zu verhindern.
- Lösung: Eine strikte Systemtrennung durch einen normgerechten „freien Auslauf“ (DIN EN 1717) einbauen.