Neemöl (Azadirachtin)
- Wirkung: Der Wirkstoff aus den Samen des Neembaums stört den Hormonhaushalt, die Häutung und den Fresstrieb von Insekten, ohne Nutzinsekten wie Bienen bei korrekter Anwendung direkt zu schädigen.
- Zielschädlinge: Blattläuse, Thripse, Spinnmilben, Trauermückenlarven (im Gießwasser).
- Anwendung: 5 ml Neemöl und 1 ml Emulgator (z. B. Rimulgan oder ein Spritzer Schmierseife) in 1 Liter lauwarmem Wasser auflösen und die Pflanzen gründlich von oben und unten benetzen.
Kaliseife (Schmierseifenlösung)
- Wirkung: Löst den Schutzwachsfilm weichhäutiger Insekten auf. Die Tiere verlieren ihre Schutzschicht und trocknen zügig aus.
- Zielschädlinge: Blattläuse, Wollläuse, Schmierläuse, Weiße Fliege.
- Anwendung: 20 bis 30 g reine, unparfümierte Kaliseife (flüssige Schmierseife) in 1 Liter warmem Wasser auflösen. Abgekühlt direkt auf die Schädlinge sprühen – die Wirkung erfolgt ausschließlich über den direkten Kontakt.
Rapsöl-Emulsion
- Wirkung: Bilde einen leichten Ölfilm über den Pflanzenteilen, der die Atemöffnungen (Tracheen) von Insekten und deren Eiern verklebt und sie erstickt.
- Zielschädlinge: Schildläuse, Spinnmilben sowie Überwinterungsstadien an Gehölzen.
- Anwendung: 200 ml Rapsöl mit 800 ml Wasser und einem Emulgator (z. B. Schmierseife) kräftig verquirlen. Nicht bei starker Sonneneinstrahlung anwenden, um Verbrennungen auf den Blättern zu vermeiden.
Kieselgur (Diatomeenerde)
- Wirkung: Das feine Pulver aus fossilen Kieselalgen wirkt rein mechanisch. Die mikroskopisch scharfen Kanten beschädigen die Panzerschicht krabbelnder Insekten, sodass diese austrocknen.
- Zielschädlinge: Erdflöhe, Ameisen, Wanzennymphen, Kartoffelkäferlarven, Schnecken.
- Anwendung: Trockenes Kieselgurpulver dünn auf die Erde rund um gefährdete Pflanzen oder direkt auf die trockenen Blätter stäuben. Nach Regen muss die Anwendung wiederholt werden.
Unfermentierter Brennnesselsud (24-Stunden-Auszug)
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- Wirkung: Im Gegensatz zur vergorenen Jauche (die als Stickstoffdünger dient) enthält der kurze Kaltauszug unverbrauchte Nesselgifte und Ameisensäure, die Sauginsekten abwehren und vertreiben.
- Zielschädlinge: Blattläuse, Spinnmilben.
- Anwendung: 1 kg frische, zerkleinerte Brennnesseln in 10 Liter Wasser für exakt 12 bis 24 Stunden ansetzen (nicht gären lassen!). Den Sud abseihen und unverdünnt auf befallene Triebspitzen sprühen.
Knoblauch-Chili-Aufguss
- Wirkung: Das Allicin des Knoblauchs und das Capsaicin der Chili wirken als starkes Schreckmittel (Repellent). Sie verprellen Schädlinge über den Geruchs- und Geschmackssinn und verhindern die Eiablage.
- Zielschädlinge: Beiße und saugende Insekten, Raupen, Weiße Fliege.
- Anwendung: 3 gehackte Knoblauchzehen und 2 gehackte scharfe Chilischoten mit 1 Liter kochendem Wasser überbrühen, über Nacht ziehen lassen, abseihen und mit einem Spritzer Seife als Haftvermittler auf sprühen.
Wermutsud
- Wirkung: Die extremen Bitterstoffe (Thujon) und ätherischen Öle des Wermuts verleiden den Schädlingen die Fresslust und maskieren den Duft der Wirtspflanze.
- Zielschädlinge: Buchsbaumzünsler-Raupen, Kohlweißlingsraupen, Erdflöhe, Ameisen, Möhrenfliegen.
- Anwendung: 100 g frische (oder 10 g getrocknete) Wermutblätter in 1 Liter Wasser etwa 30 Minuten köcheln lassen. Abgekühlt abseihen und 1:1 mit Wasser verdünnt auf die Pflanzen sprühen.
Bacillus thuringiensis (Bt-Präparat)
- Wirkung: Ein natürlich vorkommendes Bodenbakterium, das Eiweißkristalle produziert. Nehmen gefräßige Raupen das Bakterium auf, zerstört es gezielt ihren Verdauungstrakt. Für Bienen, Nützlinge und Säugetiere ist es völlig harmlos.
- Zielschädlinge: Gefräßige Raupen (Buchsbaumzünsler, Kohlweißling, Frostspanner).
- Anwendung: Das biologische Benetzungspulver nach Packungsangabe in Wasser anrühren und die Blätter bei den ersten Anzeichen von Lochfraß gründlich von allen Seiten einsprühen.