{"id":87215,"date":"2026-07-01T16:46:33","date_gmt":"2026-07-01T13:46:33","guid":{"rendered":"https:\/\/www.rezept-omas.com\/?p=87215"},"modified":"2026-07-01T16:46:33","modified_gmt":"2026-07-01T13:46:33","slug":"ich-habe-dill-eingelegt-und-jetzt-will-ich-nicht-mehr-zuruck-in-den-gefrierschrank-er-riecht-starker-als-frisch-aus-dem-garten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.rezept-omas.com\/?p=87215","title":{"rendered":"Ich habe Dill eingelegt und jetzt will ich nicht mehr zur\u00fcck in den Gefrierschrank: Er riecht st\u00e4rker als frisch aus dem Garten."},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Letzte Woche habe ich etwas getan, wovor ich mich schon lange nicht mehr getraut hatte. Meine Freundinnen hatten mir monatelang gesagt: \u201eProbier mal, Dill einzulegen, du wirst staunen!\u201c Ich habe es abgetan \u2013 na ja, ich kann es ja, mein Gefrierschrank ist voll, warum sollte ich mir etwas Neues ausdenken? Und dann kam der Abend, und als ich gerade etwas Gr\u00fcnzeug f\u00fcr Borschtsch aus dem Gefrierschrank holen wollte, ging das Licht aus. Und da stand ich nun im Dunkeln, mit einem halb aufgetauten Beutel Dill in der Hand, aus dem das Wasser tropfte, und dachte: Vielleicht hatten die M\u00e4dels ja doch recht?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am n\u00e4chsten Tag habe ich mich dann endlich aufgerafft und es ausprobiert. Und wisst ihr was? Jetzt habe ich ein kleines Glas im K\u00fchlschrank, das mehr nach Sommer duftet als jeder gefrorene Bund. Ich erz\u00e4hle euch alles der Reihe nach, weil es sich wirklich lohnt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Warum ich \u00fcberhaupt beschlossen habe, auf den Gefrierschrank zu verzichten<br>Ich habe jahrelang Gr\u00fcnzeug eingefroren, wie die meisten von uns. Es schien mir die bequemste Methode zu sein. Waschen, schneiden, in einen Beutel \u2013 und ab in den Gefrierschrank. Aber da ist eine Wahrheit dran, die wir aus irgendeinem Grund nicht gern laut aussprechen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Erstens: Der Gefrierschrank ist nicht aus Gummi. Im Herbst ist er so vollgestopft, dass die T\u00fcr kaum noch zugeht: Beeren, Paprika, Wintervorr\u00e4te und ein St\u00fcck Fisch, das schon seit drei Monaten auf die Feiertage wartet. Und Dill? Wo ist er denn noch?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zweitens \u2013 und das wurde mir an dem Abend im Dunkeln klar \u2013 ist gefrorenes Gem\u00fcse v\u00f6llig davon abh\u00e4ngig, ob der K\u00fchlschrank funktioniert. Und wir wissen ja alle, dass Strom nicht immer da ist und nicht dann, wenn es uns passt. Der Beutel taut einmal auf, friert wieder ein \u2013 und man holt einen nassen, dunklen Brei heraus, geschmacklos und geruchlos. Es ist doch schade, die eigene Arbeit wegzuwerfen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und der gesalzene Dill liegt im K\u00fchlschrank, nimmt eine Handvoll Platz weg und k\u00fcmmert sich nicht um die Ver\u00e4nderungen. Deshalb habe ich schlie\u00dflich aufgegeben und beschlossen, nachzusehen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie viel Salz ist n\u00f6tig \u2013 damit man es nicht versalzt und verdirbt?<br>Hier ist Vorsicht geboten, denn alles h\u00e4ngt von den Mengenverh\u00e4ltnissen ab. Das Salz in diesem Rezept dient nicht nur der W\u00fcrze, sondern auch der Konservierung. Es verhindert, dass das Gr\u00fcnzeug verdirbt und erh\u00e4lt das Aroma den ganzen Winter \u00fcber. Daher sollte man nicht daran sparen, aber auch nicht gleich eine halbe Packung verschwenden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Regel ist einfach: Auf 100 Gramm gehackten Dill kommen etwa 25 Gramm Salz. Das hei\u00dft, wir verwenden ein Viertel des Gewichts des Gr\u00fcnzeugs an Salz. F\u00fcr den ersten Versuch habe ich eine kleine Portion zubereitet: 200 Gramm Dill und 50 Gramm Salz. Das reichte genau f\u00fcr ein halbes Liter Glas.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hier ist eine einfache Berechnung:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">200 g Dill \u2013 50 g Salz<br>400 g Dill \u2013 100 g Salz<br>1 kg Dill \u2013 250 g Salz<br>Verwenden Sie grob gemahlenes Steinsalz. Jodiertes Salz ist hier nicht die beste L\u00f6sung \u2013 es kann den Geschmack beeinflussen und die Farbe des Gr\u00fcns leicht ver\u00e4ndern. Einfaches Steinsalz hingegen funktioniert einwandfrei.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">So bin ich vorgegangen \u2013 Schritt f\u00fcr Schritt: Zuerst muss der Dill sorgf\u00e4ltig sortiert werden. Ich entferne alle groben St\u00e4ngel und gelben Bl\u00e4tter und lasse nur die zarten gr\u00fcnen Teile \u00fcbrig. Auch die Dolden mit den Samen schneide ich ab \u2013 diese trockne ich lieber separat und gebe sie dann in Marinaden oder Pickles, dazu aber eine andere Geschichte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dann wasche ich den Dill. Und das ist das Wichtigste: Nach dem Waschen muss er sehr gut abgetrocknet werden. Ich breite ihn auf einem Handtuch aus und lasse ihn anderthalb Stunden trocknen. Wenn Wasser ins Glas gelangt, kann der Dill sauer werden, und das wollen wir auf keinen Fall. Also Geduld \u2013 der Dill sollte sich trocken anf\u00fchlen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Anschlie\u00dfend hacke ich ihn fein. Ich wiege ihn ab. Ich gebe Salz nach der Berechnung hinzu und vermische alles mit den H\u00e4nden \u2013 einfach und ehrlich, so wie es unsere Gro\u00dfm\u00fctter taten. Ich reibe es leicht ein, damit sich das Salz gleichm\u00e4\u00dfig im Gr\u00fcn verteilt und der Dill Saft abgibt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und jetzt \u2013 das Wichtigste: Wir nehmen ein sauberes, trockenes Glas (ich wasche es mit Natron aus und trockne es ab) und f\u00fcllen es fest mit dem Gr\u00fcn. Wir sch\u00fctten es nicht einfach hinein, sondern dr\u00fccken es mit einem L\u00f6ffel oder der Faust fest, damit keine Luftblasen entstehen. Je fester, desto besser h\u00e4lt es sich. Man kann noch eine Prise Salz dar\u00fcberstreuen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Welchen Deckel man zum Verschlie\u00dfen verwendet \u2013 hier machen viele einen Fehler. Merken Sie sich eines: Sie k\u00f6nnen keinen Metalldeckel verwenden. Salz greift Metall an, und Ihr Werk wird verderben. Wir verschlie\u00dfen das Glas nur mit einem normalen Nylondeckel \u2013 so einem aus Kunststoff, den man einfach dar\u00fcberst\u00fclpt. Er passt perfekt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und das war&#8217;s \u2013 stellen Sie das Glas in den K\u00fchlschrank. In ein paar Tagen gibt der Dill Saft ab, setzt sich etwas ab und wird noch dichter. Keine Sorge, wenn das Volumen abnimmt \u2013 das ist normal. Das Gr\u00fcnzeug ist einfach dicker geworden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und jetzt kommt der beste Teil: Ich \u00f6ffnete das Glas eine Woche sp\u00e4ter \u2013 nur zur Kontrolle. Und fror es ein. Der Duft str\u00f6mte mir entgegen, als h\u00e4tte ich gerade Dill aus dem Garten gepfl\u00fcckt. Ehrlich gesagt, gefrorener Dill riecht nie so. Die Farbe blieb leuchtend gr\u00fcn, nichts war dunkler geworden, nichts hatte sich verf\u00e4rbt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich gab einen L\u00f6ffel voll in die Kartoffelsuppe \u2013 und die K\u00fcche war erf\u00fcllt von demselben Sommerduft, den man im Januar so sehr vermisst. Meine Abonnenten hatten recht. Jetzt verstehe ich, warum sie so darauf bestanden haben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Solcher Dill h\u00e4lt sich im K\u00fchlschrank mehrere Monate lang problemlos, bis zum Fr\u00fchling. Er braucht kaum Platz, ist lichtunempfindlich und duftet, als w\u00e4re es drau\u00dfen gar nicht so kalt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein wichtiger Hinweis \u2013 damit das Gericht nicht verdorben wird: Hier ist der Punkt, vor dem ich euch warnen muss, denn ich h\u00e4tte es beim ersten Mal fast \u00fcbersehen: Dill ist bereits salzig. Sehr salzig. Deshalb sollten Sie beim Hinzuf\u00fcgen zu Borschtsch, Suppe, Kartoffeln oder Salat zuerst die Kr\u00e4uter dazugeben und erst dann das Salz hinzuf\u00fcgen. Und dann vorsichtig, in kleinen St\u00fccken, immer wieder abschmecken.ing.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aus Gewohnheit habe ich die Suppe wie immer zuerst gesalzen und dann den Dill hinzugegeben \u2013 und sie wurde salzig. Nicht verdorben, aber nicht mehr so, wie ich sie mochte. Deshalb mache ich es jetzt andersherum: zuerst das Gem\u00fcse, dann schaue ich, ob ich noch Salz brauche. Meistens stellt sich heraus, dass ich gar keins mehr brauche.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wem diese Methode bestimmt gefallen wird: Wenn Sie einen kleinen K\u00fchlschrank oder einen vollen Gefrierschrank haben oder einfach keine Lust mehr auf die Vorbereitungen bei Stromausf\u00e4llen \u2013 probieren Sie es aus. In solchen F\u00e4llen erweist sich eine einfache Oma-Methode als cleverer als alle modernen Ger\u00e4te.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich sage immer: Trauen Sie sich, die Ratschl\u00e4ge erfahrener Hausfrauen auszuprobieren. Manchmal ver\u00e4ndert ein kleines Glas die ganze Einstellung zum Winter. Ich habe schon eine zweite Portion \u2013 diesmal eine gro\u00dfe. Denn wenn man es einmal probiert hat, will man nie wieder nasse Gefrierbeutel.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Salzen Sie den Dill oder frieren Sie ihn erst einmal ein? Schreibt mir in den Kommentaren \u2013 ich bin total neugierig, welche anderen Kochgeheimnisse ihr kennt. Vielleicht lerne ich ja auch noch etwas von euch.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hat es euch gefallen? Erz\u00e4hlt es euren Freunden!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Letzte Woche habe ich etwas getan, wovor ich mich schon lange nicht mehr getraut hatte. 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