Letzten Frühling musste ich in der hintersten Ecke meines Gartens einen Baumstumpf entfernen. Zuerst dachte ich, die Arbeit würde mindestens ein paar Tage dauern – schließlich gilt das Ausreißen eines Baumes als arbeitsintensiv und keinesfalls als schnelle Aufgabe.
Bevor ich mich auf dieses aussichtslose Unterfangen einließ, wollte ich herausfinden, wie andere Gärtner mit dieser Aufgabe umgehen. Dabei stieß ich auf eine interessante Methode aus China. Sie erschien mir sinnvoll, also beschloss ich, sie selbst auszuprobieren und meine Erfahrungen mit Ihnen zu teilen.
Wie Baumstümpfe früher entfernt wurden
Folgt man den klassischen Empfehlungen, muss der Stumpf entweder wie ein skrupelloser Holzfäller mit der Axt abgehackt oder abgesägt werden – die verbleibenden Wurzeln bleiben jedoch ein Problem, da sie sich nicht immer leicht entfernen lassen.
Ein mir bekannter Gärtner riet mir, Löcher in das Holz zu bohren, es mit Salpeter zu füllen, es mit Plastikfolie abzudecken und einfach abzuwarten, bis der Verfall abgeschlossen sei. Auf meine Frage „Wie lange soll ich warten?“ antwortete er ruhig: „Na ja, ein paar Jahre auf jeden Fall.“ Diese Option schloss ich sofort aus.
Ich überlegte sogar, den Stumpf einfach anzuzünden, erinnerte mich aber schnell daran, dass Feuer den dichten Kern ohne zusätzliche Reagenzien nicht zerstören könnte. Außerdem sollte man bedenken, dass in Gebieten mit Torfböden jede offene Flamme eine potenzielle Gefahr darstellt. Wenn sie unter der Erde Feuer fängt, gibt es niemanden, der sie löschen kann.
Mein Boden ist jedoch lehmig und Torf war weit und breit nicht zu finden. Deshalb habe ich mich für eine chinesische Methode entschieden, mit der ich einen großen Baumstumpf in nur wenigen Stunden losgeworden bin. Hier ist ein funktionierendes Rezept dieser findigen asiatischen Handwerker.

Eine Mischung aus Benzin und Xylol
Gemäß der Anleitung mussten folgende Schritte durchgeführt werden:
Bohren Sie mehrere tiefe und ausreichend breite Löcher in den Baumstumpf.
Mischen Sie einen halben Liter Benzin und einen halben Liter Xylol in einem Drei-Liter-Glasgefäß. Geben Sie dann die Schaumstoffstücke hinzu und lassen Sie sie vollständig auflösen – Sie erhalten eine dicke Paste.
Gießen Sie die resultierende Mischung in alle gebohrten Löcher.
Entfernen Sie sich dann etwa zehn Meter (oder noch besser noch weiter) und zünden Sie den Inhalt irgendwie an. Manche Leute schaffen es, den Baumstumpf mit einem brennenden Streichholz zu treffen, aber eine lange selbstgemachte Zündschnur ist am zuverlässigsten.
Wenn sich das Gemisch entzündet, erreicht die Verbrennungstemperatur etwa 1200 Grad Celsius. Wichtig ist, den Boden rund um den Stumpf vorher zu wässern und Sand darauf zu streuen. Für den Notfall sollten Sie einen Feuerlöscher oder zumindest ein paar Eimer Sand bereithalten. Es geht schnell: Ehe man sich versieht, ist der Stumpf nur noch eine Handvoll Glut. Wichtig ist, dass die Glut vom Holz stammt und nicht von Ihrem eigenen Bart.
Natürlich kann dieser Ansatz für manche zu extrem sein. Außerdem können Benzin und Xylol die Struktur der fruchtbaren Bodenschicht rund um den Stumpf schädigen. Die Erfahrung zeigt jedoch, dass sich der Boden innerhalb weniger Jahre von selbst erholt.
In meinem Fall musste ich dringend einen Parkplatz räumen und wollte keine Zeit verlieren. Wer jedoch plant, Gemüse oder Beerensträucher auf dem Baumstumpf anzupflanzen, sollte auf Feuer und Chemikalien verzichten.