Erst kürzlich habe ich die Geschichte erzählt, wie wir ein Haus aus dem Jahr 1976 gekauft haben. Seit unserem Einzug waren einige Jahre vergangen, und eines Tages, als ich den Dachboden aufräumte, stieß ich unerwartet in der hintersten Ecke auf einen alten Werkzeugvorrat aus der Sowjetzeit.
Hier ist übrigens genau dieses Set:

Es ist schwer zu sagen, wie lange sie schon im Staub gelegen hatten, aber ich beschloss sofort herauszufinden, wem sie gehört haben könnten. Zuerst sprach ich die Vorbesitzerin des Hauses an, aber sie versicherte mir, dass sie nichts damit zu tun habe und sie auch nicht zurückgeben müsse – sie könne damit nichts anfangen. Ich versuchte auch, bei den Nachbarn nachzufragen, die dort seit Sowjetzeiten wohnten. Und wie man so schön sagt: In dem Dorf reicht es, wenn einer etwas erzählt, und innerhalb weniger Tage weiß es die ganze Straße. Und genau so kam es dann auch.
Etwa zwei Monate vergingen, und dann klopfte es eines Tages, während ich bei der Arbeit war, an unserem Tor. Meine Frau öffnete, und da stand ein älterer Mann, um die siebzig, der aber sehr fröhlich aussah. Später am Abend, als ich nach Hause kam, trafen wir uns.
Es stellte sich heraus, dass dieser Mann einst in unserem Haus gewohnt hatte. Er hatte es selbst gebaut, doch Anfang der 1990er-Jahre waren er und seine Schwester gezwungen, das Haus zu verkaufen und in ein Nachbardorf zu einer anderen Schwester zu ziehen. Sie hatten eine große Familie mit drei Kindern, und es waren schwere Zeiten.
Der alte Mann kam nicht wegen seines Werkzeugs – er brauchte es nicht. Er wollte einfach nur das Haus sehen, das er einst gebaut hatte – in Erinnerungen schwelgen, durch den Garten schlendern, vor den Mauern stehen, in die er sein Herzblut gesteckt hatte. Einfach nur in Erinnerungen schwelgen.
Hier ist unser Haus, das er einst gebaut hat:

Seinen Angaben zufolge war er zum Zeitpunkt des Baus etwa 25 bis 30 Jahre alt. Mich faszinierte besonders, wie man damals eine so hohe Mörtelfestigkeit erreichte – schließlich hatte ich beim Verlegen des Internets und dem Versuch, ein Loch in die Fuge zwischen den Ziegeln zu bohren, aufgegeben und nur durch den Ziegel selbst gebohrt. Der Zement war also unglaublich fest.

Ich fragte ihn, ob er irgendwelche Zusätze in die Lösung gegeben hätte – wie etwa PVA-Kleber, Eier oder andere „Hausmittel“. Er lachte nur und sagte, es sei alles ganz einfach und nach Vorschrift. Seine Methode bestünde aus lediglich vier Schritten.
1. Wasser aus dem Brunnen.
Er verwendete ausschließlich abgestandenes Wasser und ließ es stets mindestens einen Tag stehen, bevor er es benutzte.
2. Anteile und Zusammensetzung der Lösung.
Der Mörtel enthielt Siebgut – feines Schottergestein, Sand und Zement im Verhältnis 1:3:1. Die Nahaufnahmen zeigen, wie viele kleine Steinchen sich in den Fugen befanden. Es war das Siebgut, erklärte er, das der Mischung die nötige Dichte und Struktur verlieh.



3. Vorbereitung der Ziegel.
Die Ziegel wurden nicht sofort verwendet. Zuerst wurden sie in ordentlichen Reihen verlegt, wobei zwischen ihnen Stoff lag. Anschließend wurden sie mit klarem Wasser bewässert und abgedeckt, um einen Treibhauseffekt zu erzeugen. Dadurch wurde die Feuchtigkeit im Mörtel gehalten und verhindert, dass die Ziegel während des Verlegens Feuchtigkeit aus dem Mörtel zogen.
4. Liegezeit.
Er begann die Verlegung stets im Herbst, zwischen September und Oktober – wenn es kühler, aber noch frostfrei war. Dieser Zeitplan ermöglichte es dem Mörtel, gleichmäßig auszuhärten, ohne auszutrocknen.

Das ist das Geheimnis eines stabilen Mauerwerks. Unser Haus ist bereits 48 Jahre alt. Das Fundament ist nur 40 cm tief, auf Bruchstein, und dennoch steht es bombenfest. Und das, obwohl die Frosttiefe in unserer Gegend einen ganzen Meter beträgt.
So bauten schon unsere Väter und Großväter. Keine Zusatzstoffe, keine Tricks, nur die bewährte Technik, die auf sauberem Wasser, genau abgemessenen Mengen und Geduld beruht. Keine Eier, kein Klebstoff oder andere „Geheimzutaten“ – wahre Genialität liegt in der Einfachheit.
Danke fürs Lesen! Ich hoffe, es war interessant für Sie.