Intermittierendes Fasten hat sich weltweit zu einem beliebten Diättrend entwickelt und wird für seine potenziellen Vorteile beim Abnehmen und der Verbesserung der Stoffwechselgesundheit gelobt. Eine kürzlich durchgeführte Simulation, die die Reaktion des Körpers auf ein 36-stündiges Fasten zeigt, lässt jedoch viele Menschen daran zweifeln, ob diese Methode wirklich so sicher ist, wie sie scheint.
Was ist Intervallfasten?
Anders als bei herkömmlichen Diäten, die sich auf die Art der Nahrungsaufnahme konzentrieren, geht es beim Intervallfasten um den Zeitpunkt der Nahrungsaufnahme. Gängige Fastenformen sind die 16:8-Methode, das Intervallfasten (jeden zweiten Tag) und längere Fastenperioden wie das 36-Stunden-Fasten. Diese Methoden zielen darauf ab, die Fettverbrennung anzukurbeln, indem sie das Zeitfenster für die Nahrungsaufnahme einschränken und dem Körper mehr Zeit im Fastenzustand geben.
Virussimulation löst Besorgnis aus
Ein 55-sekündiges Video des YouTube-Kanals Wellness Wise ging kürzlich viral, weil es die Reaktion des Körpers auf ein 36-stündiges Fasten simulierte. Das Video zeigte, dass der Körper bereits nach vier Stunden ohne Nahrungsaufnahme spürbare Stoffwechselveränderungen durchläuft. Mit der Zeit wird Fett zur Energiegewinnung verbrannt – allerdings nicht ohne Nebenwirkungen.
Das Schockierende daran? Vielen Zuschauern waren die potenziellen gesundheitlichen Folgen des längeren Fastens nicht bewusst.
Häufige Nebenwirkungen des Intervallfastens
Intermittierendes Fasten kann zwar beim Abnehmen helfen, Experten warnen jedoch vor verschiedenen Risiken – insbesondere bei längeren Fastenperioden wie dem 36-Stunden-Fasten. Laut dem Emily-Programm , einem Beratungsdienst für psychische Gesundheit und Ernährung, können Nebenwirkungen unter anderem folgende sein:
- Starker Hunger und Heißhunger
- Müdigkeit und vermindertes Energieniveau
- Kopfschmerzen und Schwindel
- Verdauungsprobleme (Verstopfung, Blähungen)
- Stimmungsschwankungen und Reizbarkeit
- Mundgeruch
- Schlafstörungen
- Dehydration und häufiges Wasserlassen (Polyurie)
- Nährstoffmängel und Unterernährung
- Hormonelle Ungleichgewichte und Probleme mit der reproduktiven Gesundheit
Diese Symptome variieren je nach individuellem Gesundheitszustand, Ernährungsgewohnheiten und der angewandten Fastenmethode.
Begrenzte Forschung und hohe Abbruchquoten
Trotz zunehmender Beliebtheit ist die klinische Forschung zum Intervallfasten weiterhin begrenzt. Das Emily-Programm stellte fest, dass viele Fastenstudien kurzfristig angelegt sind und hohe Abbruchraten aufweisen, was darauf hindeutet, dass diese Ernährungsweise für die meisten Menschen nicht nachhaltig ist.
James Betts , Professor für Stoffwechselphysiologie an der Universität Bath , äußerte ebenfalls Skepsis. In einem Interview mit dem Guardian erklärte er: „Es gibt viele Behauptungen über die Vorteile des Laufens mit Fetten, aber die meisten der weitreichenden gesundheitlichen Vorteile konnten in Studien am Menschen nicht nachgewiesen werden.“
Mögliche Risiken für die psychische Gesundheit
Am besorgniserregendsten ist wohl der Zusammenhang zwischen Fasten und Essstörungen. Intervallfasten gilt zwar nicht als Essstörung, doch das konsequente Ignorieren von Hungergefühlen kann zu einem gestörten Verhältnis zum Essen führen. Experten raten daher zur Vorsicht, insbesondere Menschen mit einer Vorgeschichte von restriktivem Essverhalten oder Problemen mit ihrem Körperbild.
Schlussbetrachtung: Ist Intervallfasten sicher?
Intermittierendes Fasten mag für manche funktionieren, ist aber keine Universallösung. Der Trend zum 36-Stunden-Fasten ist zwar effektiv beim Fettabbau, kann aber auch eine Reihe negativer Nebenwirkungen und Gesundheitsrisiken auslösen.
Vor Beginn einer Fastenkur ist Folgendes wichtig:
- Konsultieren Sie einen Arzt oder Ernährungsberater.
- Beginnen Sie mit kürzeren Fastenfenstern.
- Beobachten Sie, wie Ihr Körper reagiert.
- Vermeiden Sie extremes Fasten, wenn Sie in der Vergangenheit Essstörungen oder chronische Erkrankungen hatten.