Einst wurde die Wäsche direkt im Fluss gewaschen – und niemand dachte auch nur daran, dass das Wasser „verschmutzt“ werden könnte. Man glaubte fest daran: Waschen im Badehaus war eine Sünde, im Fluss hingegen ein Segen, da die Strömung die überflüssige Wäsche fortspülte. Im Winter saßen unsere Urgroßmütter auf einem Schlitten, schnappten sich Holzeimer, eine schwere Axt oder eine Walze und wuschen direkt im Eisloch. Damals schien die Idee von Waschmaschinen wie Science-Fiction.

Später kamen die ersten Haushaltshelfer auf – halbautomatische Waschmaschinen. In der Sowjetzeit wurde Waschen zu einem mehrstufigen Prozess: einschalten, warten, von Hand schleudern, dann spülen. Ein halber Tag Arbeit – und man hatte Berge nasser Wäsche um sich herum. Aber die Rohre verstopften nicht, das Waschmittel löste sich vollständig auf, und niemand hätte sich vorstellen können, dass ein paar Jahrzehnte später Klempner nicht wegen Haaren im Abfluss gerufen werden würden, sondern … wegen Waschpulver.
Wie ich den wahren Grund verstand
Verstopfungen sind heutzutage eine echte Plage. Besonders in Haushalten mit modernen Geräten und Kunststoffabflüssen. Mir ist das selbst passiert: Das Wasser lief nicht mehr ab, und es entstand ein unangenehmer Geruch. Ich musste einen Nachbarn, der Klempner ist, um Hilfe bitten. Er ist ein erfahrener Mann und versteht alles auf Anhieb. Er untersuchte die Situation, schraubte das Rohr unter der Spüle ab und sagte:
Und hier ist Ihr „Übeltäter“.
Und er holt eine harte, gräuliche Masse heraus, die wie ein Stück Zement aussieht.
Es stellte sich heraus, dass es sich dabei gar nicht um eine Schicht aus Kalk oder Fett handelte, sondern um verhärtete Pulverklumpen, die sich zu einem regelrechten Betonpfropfen verfestigt hatten.
Ein Nachbar sagte, dass in acht von zehn Fällen schlecht aufgelöstes Pulver die Ursache für eine Verstopfung im Abfluss von Bad oder Küche sei.
Warum löst sich das Pulver nicht vollständig auf?

Dafür gibt es mehrere Gründe:
1. Billige Zusammensetzung. Um Kosten zu sparen, werden Billigwaschmitteln Kreide, Kalk und andere Füllstoffe zugesetzt. Diese Füllstoffe lösen sich schlecht auf, insbesondere beim Waschen in kaltem Wasser.
2. Zu viel Reiniger verwenden. Viele denken: „Je mehr ich nehme, desto sauberer wird es.“ In der Praxis passiert jedoch das Gegenteil – das überschüssige Pulver setzt sich in den Rohren ab und härtet allmählich aus.
3. Niedrige Waschtemperaturen. Kurzwaschgänge bei 30–40 Grad Celsius lassen das Waschmittel nicht vollständig auflösen. Ein Teil davon setzt sich zwangsläufig ab.
4. Schwacher Wasserdruck. Wenn das Filtersieb am Einlass verstopft ist, kann der schwache Wasserstrahl die restlichen Waschmittelreste nicht mehr absaugen.
Als mein Nachbar den Abfluss öffnete, war ich fassungslos: Am Boden lag tatsächlich Steinpulver. Er erklärte, dass dies fast immer bei Leuten vorkommt, die häufig mit kurzen Waschgängen waschen und Angst haben, das Wasser zu erhitzen.
Wie man vermeidet, jeden Monat einen Klempner rufen zu müssen
Die Lösungen erwiesen sich als elementar:
• Führen Sie alle zwei Wochen einen Waschgang bei 60–90 °C durch – hohe Temperaturen spülen Ablagerungen weg;
• Überprüfen Sie den Wasserfilter – das feine Sieb verstopft schneller als man denkt;
• Verwenden Sie flüssige Gelreiniger, insbesondere wenn die Rohre aus Kunststoff sind – sie lösen sich vollständig auf und bilden keine Ablagerungen.
Sollte es bereits zu einer Verstopfung gekommen sein, bewahren Sie Ruhe. Ein Nachbar meinte, eine Rohrreinigungsspirale sei die beste Lösung , aber vermeiden Sie ruckartige Bewegungen. Kunststoffrohre können leicht beschädigt werden, wenn man zu viel Kraft anwendet.
Warum ist das richtige Gefälle von Rohren wichtig?
Es gibt noch eine weitere Feinheit, die die meisten Leute gar nicht beachten: das Gefälle. Ist das Rohr nicht richtig geneigt, kann das Wasser nicht vollständig ablaufen, und Ablagerungen bleiben zurück und führen allmählich zu Verstopfungen. Daher ist es wichtig, bei Reparaturen sowohl das Gefälle als auch den Durchmesser zu überprüfen.

Das habe ich von meinem Nachbarn, einem Klempner, gelernt. Es stellte sich heraus, dass nicht Haare oder Fett die „Betonflecken“ in den Rohren verursachen, sondern gewöhnliches Waschmittel. Und die Lösung ist einfach: die Temperatur etwas erhöhen und die Waschmittelmenge etwas reduzieren.
Man sollte also nicht vorschnell alte Rohre oder Geräte beschuldigen – manchmal liegt das Problem darin, wie viel und was wir in die Auffangwanne gießen.
Sind Sie schon einmal in eine ähnliche Situation geraten? Teilen Sie Ihre Methoden zur Beseitigung von Verstopfungen mit – vielleicht haben Sie ja Ihre eigenen bewährten Hausmittel.