Wenn Sie zu den Millionen Menschen gehören, die ihren Bluthochdruck (Hypertonie) behandeln, besteht Ihr Alltag wahrscheinlich aus einer Kombination von Medikamenten, Ernährungsumstellung und Lebensstiländerungen. Wussten Sie aber, dass bestimmte gängige Medikamente – sogar rezeptfreie – Ihren Blutdruck unbemerkt erhöhen und Ihr Risiko für Schlaganfall oder Herzinfarkt steigern können? Eines ist klar: Wir wollen Sie nicht von notwendigen Medikamenten abhalten. Wir möchten Sie mit Informationen ausstatten, damit Sie sich fundiert mit Ihrem Arzt und Apotheker austauschen können.
Warum das wichtig ist: Bluthochdruck betrifft fast die Hälfte aller Erwachsenen in den Vereinigten Staaten – etwa 116 Millionen Menschen. Für Betroffene zählt jedes Medikament. Viele Menschen wissen jedoch nicht, dass gängige rezeptfreie Medikamente, Nahrungsergänzungsmittel und sogar verschreibungspflichtige Arzneimittel Folgendes bewirken können:
Blutdruck erhöhen
Wirkung von Blutdruckmedikamenten beeinträchtigen
Herzrasen verursachen
Wassereinlagerungen hervorrufen
Bluthochdrucksymptome verschlimmern
Rezeptfreie Medikamente, auf die Sie achten sollten
- Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR)Gängige Namen: Ibuprofen (Advil, Motrin), Naproxen (Aleve), Diclofenac, Celecoxib
- Wirkung: Schmerzlinderung und Entzündungshemmung
- Risiko: NSAR können zu Natrium- und Flüssigkeitseinlagerungen im Körper führen, was den Blutdruck erhöht. Sie können außerdem die Wirksamkeit vieler gängiger Blutdruckmedikamente beeinträchtigen, darunter:
- Diuretika
- ACE-Hemmer
- Betablocker
- Angiotensin-II-Rezeptorblocker
- Sicherere Alternativen:
- Paracetamol (Tylenol) – bei Leberproblemen jedoch mit Vorsicht anwenden
- Schmerzmittel zur äußerlichen Anwendung (Cremes, Gele)
- Nicht-medikamentöse Behandlungsmethoden (Wärme, Kälte, Physiotherapie)
- Wichtig: Wenn Sie NSAR einnehmen müssen, verwenden Sie die niedrigste wirksame Dosis über den kürzestmöglichen Zeitraum – und sprechen Sie mit Ihrem Arzt.
- Abschwellende Mittel
Gängige Namen: Pseudoephedrin (Sudafed), Phenylephrin (Sudafed PE), Oxymetazolin (Afrin Nasenspray) - Enthalten in: Vielen Erkältungs-, Grippe- und Allergiepräparaten
- Das Risiko: Abschwellende Mittel verengen die Blutgefäße, um die verstopfte Nase zu befreien – sie verengen aber auch Arterien im ganzen Körper und erhöhen so den Blutdruck. Sie können außerdem:
- den Herzschlag beschleunigen
- die Wirkung von Blutdruckmedikamenten beeinträchtigen
- Herzklopfen verursachen
- Sicherere Alternativen:
- Nasenspray mit Kochsalzlösung
- Dampfinhalation
- Nasenpflaster
- Antihistaminika (bei allergiebedingter Verstopfung)
- Bestimmte Antazida
Gängige Namen: Alka-Seltzer, Bromo-Seltzer, einige Brausetabletten - Das Risiko: Diese Produkte enthalten oft einen hohen Natriumgehalt – bis zu 1000 mg pro Dosis. Für Menschen mit Bluthochdruck ist das eine erhebliche Menge Salz, die zu Wassereinlagerungen und Blutdruckspitzen führen kann.
- Sicherere Alternativen:
- Standard-Calciumcarbonat-Antazida (z. B. Tums)
- H2-Rezeptorantagonisten (z. B. Pepcid, Zantac)
- Protonenpumpenhemmer (z. B. Prilosec, Prevacid)
- Überprüfen Sie immer den Natriumgehalt von Brausetabletten oder löslichen Medikamenten.
- Verschreibungspflichtige Medikamente, die den Blutdruck erhöhen können
- Kortikosteroide
Gängige Namen: Prednison, Methylprednisolon, Hydrocortison - Anwendungsgebiete: Asthma, Allergien, Autoimmunerkrankungen, Entzündungen
- Das Risiko: Kortikosteroide verursachen Natrium- und Wassereinlagerungen, was insbesondere bei Langzeitanwendung zu Bluthochdruck führen kann.
- Was zu tun ist: Wenn Sie Steroide benötigen, wird Ihr Arzt Ihren Blutdruck engmaschig überwachen. Setzen Sie Steroidmedikamente niemals abrupt ab – die Dosis muss schrittweise reduziert werden.
- Hormonelle Medikamente
Gängige Bezeichnungen: Antibabypille (insbesondere östrogenhaltige), Hormonersatztherapie - Das Risiko: Östrogen kann bei manchen Frauen den Blutdruck erhöhen, insbesondere bei Raucherinnen, Übergewichtigen oder Frauen mit Bluthochdruck in der Vorgeschichte.
- Was Sie tun sollten: Besprechen Sie Alternativen mit Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin – Präparate mit ausschließlich Gestagenen haben möglicherweise geringere Auswirkungen auf den Blutdruck.
- Bestimmte Antidepressiva
Gängige Bezeichnungen: Venlafaxin (Effexor), Desvenlafaxin (Pristiq), Monoaminoxidase-Hemmer (MAO-Hemmer) - Das Risiko: Einige Antidepressiva können den Blutdruck erhöhen, indem sie den Noradrenalinspiegel beeinflussen.
- Was Sie tun sollten: Setzen Sie Antidepressiva nicht abrupt ab. Finden Sie gemeinsam mit Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin eine Option, die Ihre psychischen Bedürfnisse mit der Blutdruckkontrolle in Einklang bringt.
- Immunsuppressiva
Handelsnamen: Ciclosporin, Tacrolimus - Anwendungsgebiete: Organtransplantierte, Autoimmunerkrankungen
- Risiko: Diese Medikamente können den Blutdruck durch Verengung der Blutgefäße und Beeinträchtigung der Nierenfunktion deutlich erhöhen.
- Was zu tun ist: Regelmäßige Kontrollen sind unerlässlich. Ihr Arzt/Ihre Ärztin wird die Medikamente gegebenenfalls anpassen.
- Erythropoese-stimulierende Mittel
Handelsnamen: Epoetin alfa (Epogen, Procrit), Darbepoetin alfa (Aranesp) - Anwendungsgebiete: Anämie im Zusammenhang mit Nierenerkrankungen oder Krebsbehandlung
- Risiko: Diese Medikamente erhöhen die Produktion roter Blutkörperchen, was zu einer Verdickung des Blutes und damit zu Bluthochdruck führen kann.
- Nahrungsergänzungsmittel, die den Blutdruck beeinflussen können
- Auch „natürliche“ Nahrungsergänzungsmittel können den Blutdruck beeinflussen:
- Ephedrin (Ma Huang) – In den USA verboten, aber immer noch in einigen Produkten enthalten
- Bitterorange (Citrus aurantium) – Wird häufig in Produkten zur Gewichtsreduktion verwendet; Kann den Blutdruck erhöhen
- Ginseng – Kann Wechselwirkungen mit blutdrucksenkenden Medikamenten hervorrufen
- Süßholzwurzel – Kann zu Natriumretention und Kaliumverlust führen
- Johanniskraut – Kann Wechselwirkungen mit blutdrucksenkenden Medikamenten hervorrufen
- Yohimbin – Kann den Blutdruck deutlich erhöhen
- Informieren Sie Ihren Arzt immer über alle Nahrungsergänzungsmittel, die Sie einnehmen.
- So gehen Sie vor: Ein praktischer Leitfaden
- Schritt 1: Erstellen Sie eine Liste
- Notieren Sie alle Medikamente, Nahrungsergänzungsmittel und rezeptfreien Produkte, die Sie regelmäßig oder gelegentlich einnehmen. Dazu gehören:
- Verschreibungspflichtige Medikamente
- Rezeptfreie Schmerzmittel
- Medikamente gegen Erkältung und Allergien
- Antazida
- Vitamine und Nahrungsergänzungsmittel
- Pflanzliche Präparate
- Schritt 2: Besprechen Sie Ihre Liste mit Ihrem Apotheker/Ihrer Apothekerin
- Apotheker/Apothekerinnen sind Experten für Medikamente. Gehen Sie mit Ihrer Liste in Ihre Apotheke und fragen Sie:
- „Könnte eines dieser Mittel meinen Blutdruck beeinflussen?“
- „Gibt es sicherere Alternativen?“
- „Was sollte ich zukünftig vermeiden?“
- Schritt 3: Sprechen Sie mit Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin
- Teilen Sie Ihre Liste Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin mit. Er/Sie wird möglicherweise:
- Ihre Blutdruckmedikation anpassen
- Ihnen Alternativen empfehlen
- Sie engmaschiger überwachen
- Schritt 4: Lesen Sie die Packungsbeilage
- Bevor Sie ein neues rezeptfreies Medikament einnehmen, lesen Sie die Packungsbeilage sorgfältig durch:Achten Sie auf Warnhinweise für Menschen mit Bluthochdruck.
- Prüfen Sie den Natriumgehalt.
- Notieren Sie sich die Wirkstoffe, die Sie aus dieser Liste kennen.
- Schritt 5: Fragen Sie vor der Einnahme.
- Bevor Sie etwas Neues einnehmen – selbst etwas „Hartes“ –, fragen Sie Ihren Apotheker oder Arzt: „Ist dieses Medikament für jemanden mit Bluthochdruck geeignet?“
- Warnzeichen: Wann Sie Hilfe suchen sollten.
- Wenn Sie nach Beginn der Einnahme eines neuen Medikaments eines der folgenden Symptome bemerken, kontaktieren Sie umgehend Ihren Arzt:
- Starke Kopfschmerzen
- Brustschmerzen
- Atemnot
- Sehstörungen
- Herzrhythmusstörungen
- Plötzliche Schwellungen an Füßen oder Knöcheln
- Deutlich erhöhter Blutdruck
- Fazit: Die Behandlung von Bluthochdruck erfordert tägliche Aufmerksamkeit – und mehr als nur die Einnahme Ihrer verschriebenen Medikamente. Rezeptfreie Medikamente, Nahrungsergänzungsmittel und selbst scheinbar harmlose Erkältungsmittel können Ihre Bemühungen unbemerkt untergraben.
- Sie sind Ihr bester Fürsprecher. Wissen Sie, was Sie Ihrem Körper zuführen. Stellen Sie Fragen. Lesen Sie die Beipackzettel. Und halten Sie Ihr Behandlungsteam stets auf dem Laufenden.
- Dein Herz ist es wert.