Ich bin am Ende der Sowjetzeit geboren, daher verspüre ich keine besondere Nostalgie für sowjetische Produkte. Als Kind kauften meine Eltern ihre Lebensmittel auf dem Markt ein, später dann im Supermarkt.
Ich bevorzuge moderne Produkte: abgepackten fettarmen Hüttenkäse, pflanzliche Milchalternativen, Fertiggerichte und Roggenbrot.
Mein Vater erinnert sich aber noch immer mit Wehmut an die sowjetische Milch, die er zu seinem Weißbrot trank.
Meine Eltern glauben, dass sowjetische Milch aus reinen, natürlichen Zutaten hergestellt wurde und schnell säuerte, wodurch ein köstlicher Joghurt entstand, aus dem man Pfannkuchen backen konnte.
Schade, dass ich diesen Geschmack nie selbst erleben werde; ich kann nur den Geschichten meiner Familie lauschen.
Damals war Milch ein fester Bestandteil des sowjetischen Lebens; sie wurde fast täglich gekauft. Man kochte daraus morgens Haferbrei oder trank sie einfach so und genoss ihren Geschmack.
Der Brauch, Milch abzukochen, war interessant – manche taten es, um Bakterien abzutöten, andere, um die Haltbarkeit zu verlängern.
Viele bereiteten sogar gebackene Milch mit einer köstlichen braunen Kruste zu – für viele eine Erinnerung an die Kindheit.
Ich erinnere mich an eine alte Emaille-Milchkanne, die bei uns herumstand und die wir schließlich wegwarfen.
Als Kind wurde mein Bruder damit zum Laden oder zum Fass draußen geschickt, um Milch zu kaufen. Ich ermahnte ihn, vorsichtig zu sein und gut auf sein Geld aufzupassen.
Ich erinnere mich auch an die Glasbehälter, in denen die Milch in 0,5-Liter-Flaschen verkauft wurde. Man bekam 15 der 28 Kopeken pro Flasche zurück.
Ich begleitete meinen Bruder schon mit vier Jahren auf seiner Suche nach leeren Flaschen. Damals waren leere Glasbehälter schon rar geworden.
Welche Erinnerungen habt ihr an sowjetische Milch und die Suche nach leeren Flaschen? Teilt sie in den Kommentaren!