Dieses Insekt lebt oft in unseren Badezimmern. Ist es gefährlich und warum taucht es auf?

Eines Tages nisteten sich Silberfischchen in unserer Wohnung ein. Ich hatte damals schon sechs Monate Biologie studiert, daher wusste ich, dass es sich nicht um Venusfliegenfallen oder mutierte Kakerlaken handelte. Ich konnte sogar die Art bestimmen! Aber ich hatte keine Ahnung, dass ich mir das Badezimmer mit diesen sagenumwobenen Kreaturen teilte.

Man liest im Internet vielleicht, dass Silberfischchen uralte Insekten sind, die lange vor den Dinosauriern existierten. Das stimmt aber nicht.

Die Silberfischchenfamilie entstand relativ spät – vor 100 bis 110 Millionen Jahren, etwa zur gleichen Zeit wie Ameisen und viel später als die Säugetiere. Das Erstaunliche an Silberfischchen ist, dass sie sehr primitiv, aber erstaunlich effizient sind.

Unsere kleinen Kerle sind hauptsächlich flügellose Insekten. Ihre Vorfahren konnten nie fliegen.

Die meisten ähnlichen Insekten sind hochspezialisierte Überlebenskünstler, die unter sehr spezifischen Bedingungen und in einem kleinen Gebiet leben. Silberfischchen hingegen findet man überall dort, wo Menschen leben!

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Silberfischchen benötigen lediglich eine hohe Luftfeuchtigkeit (75–97 %) und Zimmertemperatur. Nahrung finden sie problemlos selbst.

Silberfischchen können Zellulose und Chitin verdauen und lieben besonders Stärke. Daher ernähren sie sich von allem, von Klebstoff bis hin zu Büchern.

Als ob das nicht genug wäre, sind Silberfischchen auch erstaunlich widerstandsfähig. Ihre winzigen Körper, nicht länger als 2 Zentimeter, sind mit silbrigen Schuppen bedeckt, die bei Berührung leicht abbrechen. Dadurch können Silberfischchen aus den Netzen und Mandibeln von Insekten entkommen.

Das Interessanteste ist, dass sich die Schuppen mit der Zeit regenerieren. Und nicht nur das: Verlorene Beine, Fühler und Schwanzborsten wachsen Silberfischchen innerhalb von nur 3–4 Wochen nach. Da die Entwicklung von Insekten von der Häutung abhängt, sind Wachstum und Regeneration für die meisten von ihnen ein schwieriges Unterfangen.

Erwachsene Insekten häuten sich in der Regel nicht. Verlieren sie also ein Körperteil, müssen sie ihr Leben so gut wie möglich weiterleben.

Silberfischchen häuten sich bis zu 30 Mal im Jahr, selbst wenn sie ausgewachsen sind. Und sie leben sage und schreibe drei Jahre! Eine für Insektenverhältnisse beispiellose Langlebigkeit!

All das erweckt den Eindruck, sie seien extrem robuste und widerstandsfähige Tiere, die unter fast allen Bedingungen problemlos überleben können.

Doch das stimmt nicht ganz. Diese Tiere haben auch ein paar Nachteile. Erstens sind sie fast wehrlos. Silberfischchen haben schwache Kiefer, sind relativ langsam und ihr Schuppenpanzer braucht sehr lange, um sich zu regenerieren.

Das zweite Problem ist ihre geringe Fruchtbarkeit. Ein Weibchen legt in ihrem Leben weniger als 100 Eier.

Sie sind deutlich weniger fruchtbar als Kakerlaken und andere Haushaltsschädlinge und werden daher oft von diesen verdrängt. Genau das ist mir in meinem Haus passiert.

Schade. Anders als Kakerlaken sind diese Gliederfüßer nur nachts aktiv, meiden menschliche Nahrungsmittel und übertragen keine für Menschen gefährlichen Parasiten oder Krankheiten. Allergien können lediglich durch deren Stoffwechselprodukte ausgelöst werden. Aber selbst das ist selten.

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