Selbst heute noch wirken Montana-Uhren stilvoll und modern. In den 1980er-Jahren waren sie ein absolutes Muss für die sowjetische Jugend – respektabel, technologisch fortschrittlich und … amerikanisch. Oder etwa nicht?
„Made in USA“ – aber nur auf dem Gehäuseboden.
In Zeiten der Knappheit schienen Montanas der Inbegriff westlicher Eleganz zu sein: ein klares Design, ein bequemes Armband, der Schriftzug „USA“ und ein stolzer Adler – das Symbol der Vereinigten Staaten.
Sie wurden zu Anzügen, Jeans und sogar Lederjacken getragen – ein universelles, statusbewusstes Accessoire.
Aber wenn Uhren lachen könnten, würden sie sagen: „Überraschung!“
Der Haken: Der Adler war chinesisch.
Ganz einfach: Montanas wurden in Hongkong hergestellt, nicht irgendwo. Ja, diese „amerikanischen“ Uhren waren chinesisch!
Der Staatsname, das „USA“-Logo und der Adler sind reine Marketingstrategie. In Hongkong wurden exakt die gleichen Modelle hergestellt, nur unter anderen Namen – beispielsweise Texas oder California.
Trotz ihrer nicht-amerikanischen Herkunft war die Montana ein technologisches Wunderwerk:
✔ 16 Melodien (das hatte die sowjetische Elektronik nicht!)
✔ Hintergrundbeleuchtung
✔ Stoppuhr und Wecker
✔ Kalender mit Einstellmöglichkeiten
Der Preis war hoch – die Hälfte des Durchschnittsgehalts! Aber konnte das diejenigen abhalten, die mit diesem „ausländischen“ Gerät angeben wollten?
Die Montana ist ein perfektes Beispiel dafür, wie Mythen ikonische Objekte schaffen. Sie waren nicht amerikanisch, wurden aber zu Symbolen einer Ära.