Sollten Sie in Ihrem Garten einen kleinen Haufen solcher Gallertkügelchen entdecken, verbrennen Sie diese oder zerstören Sie sie, indem Sie sie in Isopropylalkohol einweichen. Tragen Sie Handschuhe, wenn Sie das Nest anfassen! Es enthält Hunderte von Zeckeneiern. Vorsicht ist besser als Nachsicht.

Das ist ein klassisches Beispiel für Informationen, die zwar gut gemeint sind, aber einer faktischen Prüfung nicht ganz standhalten. Es ist wichtig, hier kurz innezuhalten, bevor man im Garten zur Tat schreitet.

Die Fakten zu Zeckeneiern

Es ist extrem unwahrscheinlich, dass Sie im Garten ein offenes Nest mit Zeckeneiern finden, das wie ein Haufen “Gallertkügelchen” aussieht.

  • Versteckte Ablage: Zeckenweibchen legen ihre Eier (oft mehrere Tausend) einzeln oder in kleinen Klumpen ab, aber sie tun dies fast immer versteckt in der obersten Erdschicht, unter dichtem Moos oder tief in der Laubstreu. Sie liegen nicht offen obenauf.
  • Aussehen: Zeckeneier sind winzig (kaum größer als ein Sandkorn), meist bräunlich-glänzend und wirken eher trocken-klebrig als gallertartig.

Was Sie wahrscheinlich gefunden haben

Die beschriebenen “Gallertkügelchen” stammen in 99 % der Fälle von einem ganz anderen Gartenbewohner: Schnecken.

  • Nacktschnecken: Die Eier von Wegschnecken sind oft weißlich, durchscheinend und liegen in Gelegen von 20 bis 60 Stück in kleinen Erdkuhlen oder unter Töpfen.
  • Amphibien: Wenn die Kügelchen sehr glitschig sind und in der Nähe von feuchten Stellen liegen, könnte es sich auch um frühen Laich von Fröschen oder Kröten handeln.

Warum Vorsicht dennoch richtig ist

Auch wenn es keine Zecken sind, ist Ihre Vorsicht beim Hantieren mit unbekannten Gelegen absolut sinnvoll:

  1. Hygiene: Schneckeneier und Schnecken selbst können Parasiten übertragen (z. B. den Lungenwurm bei Hunden). Handschuhe sind also beim Entfernen von Schneckennestern im Gemüsebeet eine gute Idee.
  2. Zeckenschutz: Die wirkliche Gefahr geht im Garten nicht von den Eiern aus, sondern von den Larven und adulten Zecken, die im hohen Gras oder im Gebüsch lauern.

Mein Tipp: Wenn Sie diese Gelege im Gemüsebeet finden und keine Schneckenplage wollen, reicht es völlig aus, die Eier freizulegen und der Sonne auszusetzen oder sie für Vögel zugänglich zu machen. Aggressive Chemikalien wie Isopropylalkohol oder gar Verbrennen sind im Garten meist gar nicht nötig und schaden eher dem Bodenleben.

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Haben Sie solche Kügelchen aktuell bei sich im Garten entdeckt, vielleicht an einer besonders feuchten Stelle?

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