Der Anbau von Kartoffeln in Säcken ist eine geniale Methode, die besonders dann glänzt, wenn man den Boden im Garten schonen möchte oder nur begrenzten Platz hat. Es ist im Grunde die „Hochhaus-Variante“ des Kartoffelackers – und die Ernte ist so sauber, dass man fast keine schmutzigen Hände bekommt.
Hier ist die Schritt-für-Schritt-Anleitung für diese mühelose Methode:
1. Die Wahl des Sacks
Sie müssen keine teuren Pflanzsäcke kaufen. Auf einem Hof finden sich oft ideale Alternativen:
- Gewebe-Säcke (Getreidesäcke): Diese sind perfekt, da sie Luft und Wasser durchlassen.
- Starke Müllsäcke oder Erdsäcke: Wenn Sie Plastiksäcke nutzen, stechen Sie unbedingt viele Löcher in den Boden und die unteren 10 cm der Seitenwand, um Staunässe zu vermeiden.
- Vorteil: Die Säcke lassen sich dort platzieren, wo die Sonne am besten scheint – sogar auf einer Terrasse oder entlang eines Weges.
2. Das “Etagen-Prinzip” (Anhäufeln leicht gemacht)
Der größte Fehler beim Sack-Anbau ist, den Sack sofort ganz mit Erde zu füllen. Gehen Sie stattdessen strategisch vor:
- Die Basis: Rollen Sie den Rand des Sacks nach unten, bis er nur noch etwa 20–30 cm hoch ist. Füllen Sie ca. 15 cm lockere Erde (idealerweise ein Gemisch aus Kompost und etwas Sand) ein.
- Das Setzen: Legen Sie 2 bis 3 vorgekeimte Kartoffeln auf die Erde und bedecken Sie diese mit weiteren 10 cm Erde.
- Das “Hochziehen”: Sobald das Grün der Kartoffeln etwa 10–15 cm aus der Erde schaut, füllen Sie wieder Erde nach, bis nur noch die obersten Blätter herausgucken. Rollen Sie den Sackrand dabei Stück für Stück nach oben.
- Wiederholung: Diesen Vorgang wiederholen Sie, bis der Sack voll ist. So bilden sich entlang des gesamten unterirdischen Stängels neue Knollen.
3. Pflege mit minimalem Aufwand
- Wassermanagement: Säcke trocknen schneller aus als der gewachsene Boden. Da Sie ja bereits über Tropfbewässerung nachgedacht haben: Ein kleiner Schlauch, der oben in den Sack führt, wirkt Wunder.
- Nährstoffe: Da die Kartoffeln in einem begrenzten Raum wachsen, freuen sie sich über den “Kartoffelschalen-Tee” oder etwas Beinwell-Jauche zwischendurch.
4. Die „Magische“ Ernte (Ohne Grabegabel!)
Das Beste kommt zum Schluss. Während man im Beet oft Knollen mit der Gabel verletzt oder im Boden vergisst, ist die Sack-Ernte kinderleicht:
- Der Zeitpunkt: Wenn das Kraut gelb wird und vertrocknet, sind die Kartoffeln bereit.
- Die Ernte: Breiten Sie eine Plane oder eine Schubkarre aus und kippen Sie den Sack einfach um.
- Das Ergebnis: Die Kartoffeln purzeln sauber aus der lockeren Erde. Sie müssen sie nur noch einsammeln.
Ein Tipp für den Kreislauf: Die Erde aus den Säcken ist nach der Ernte zwar “ausgezehrt” für Starkzehrer, eignet sich aber wunderbar als Basis für neues Substrat im nächsten Jahr, wenn man sie mit frischem Kompost aufwertet. In einem No-Dig-System können Sie diese Erde auch einfach als neue Mulchschicht auf Ihre Beete ausbringen.
Haben Sie vor, eine bestimmte Sorte auszuprobieren – vielleicht eine besonders frühe Sorte, um den Sack-Platz im Spätsommer gleich nochmal zu nutzen?