Der Blutdruck in Abhängigkeit vom Alter ist für viele Menschen interessant, doch das Alter allein ist keine Entschuldigung für übermäßig hohe Werte. Obwohl sich der Blutdruck im Laufe der Jahre verändern kann, sind die wichtigsten Einflussfaktoren die empfohlenen Grenzwerte, die korrekte Messung und das wiederholte Auftreten erhöhter Werte.
Am aussagekräftigsten ist, dass Bluthochdruck oft keine Schmerzen verursacht. Betroffene können normal funktionieren, arbeiten gehen, sich um ihre Familie kümmern und trotzdem sind ihre Blutgefäße über lange Zeit Stress ausgesetzt.
Deshalb ist es sinnvoll, seine Werte zu kennen, bevor ernsthafte Probleme auftreten. Ein Blutdruckmessgerät für zu Hause kostet weniger als viele nutzlose Geräte heutzutage, kann aber Informationen liefern, die Ihre Einstellung zur Gesundheit verändern werden.
Blutdruck nach Alter: Was bedeuten die beiden Zahlen?
Der Blutdruck wird mit zwei Zahlen angegeben. Die obere Zahl heißt systolischer Blutdruck und zeigt den Druck in den Arterien an, wenn sich das Herz zusammenzieht und Blut in den Blutkreislauf pumpt.
Der untere Wert ist der diastolische Blutdruck. Er repräsentiert den Druck zwischen den Herzschlägen, wenn sich der Herzmuskel entspannt und sich mit Blut füllt.
Die Werte werden in Millimeter Quecksilbersäule (mmHg) angegeben. Die Angabe 120/80 mmHg bedeutet, dass der systolische Blutdruck 120 und der diastolische Blutdruck 80 beträgt.
Warum sich Werte mit dem Alter ändern können
Mit zunehmendem Alter verlieren die Blutgefäße auf natürliche Weise an Elastizität. Der Körper kann empfindlicher auf Salz, Stress, Bewegungsmangel, Schlafstörungen und Gewichtszunahme reagieren.
Das bedeutet jedoch nicht, dass Bluthochdruck eine normale Alterserscheinung ist. Auch bei älteren Menschen sollten erhöhte Werte behandelt werden, da ihre Langzeitfolgen das Risiko von Komplikationen erhöhen.
Die Behauptung, dass jeder Senior automatisch einen höheren Blutdruck haben sollte, ist besonders gefährlich. Zielwerte können zwar an den Gesundheitszustand angepasst werden, die Entscheidung liegt jedoch beim Arzt, nicht bei einer Selbsteinschätzung.
Welche Werte gelten als sicher?
Für Erwachsene gilt ein Blutdruck unter 120/80 mmHg oft als optimal. Bei wiederholten höheren Blutdruckwerten sollte der Verlauf beobachtet und die Ursache abgeklärt werden.
Nach neueren europäischen Empfehlungen wird ein normaler Blutdruck als ein Wert unter 120/70 mmHg definiert, ein erhöhter Blutdruck als etwa 120 bis 139 systolisch oder 70 bis 89 diastolisch und Bluthochdruck als 140/90 mmHg oder höher.
In der Praxis ist es wichtig, nicht nur eine einzelne, zufällige Messung auszuwerten. Der Blutdruck verändert sich im Laufe des Tages, nach Anstrengung, Stress, Kaffeekonsum, Schmerzen, Streit und Schlafmangel.
Wiederholt auftretende systolische Werte um 120 bis 129 sollten als Anlass für einen gesünderen Lebensstil gesehen werden.
Niedrigere Druckwerte von 130 bis 139 oder höher sollten nicht länger ignoriert werden.
Bei wiederholten Blutdruckmessungen von 140/90 mmHg oder höher ist eine ärztliche Beratung ratsam.
Werte um 180/120 mmHg oder höher können einen Notfall darstellen, insbesondere wenn Symptome auftreten.
Warum Alterstabellen irreführend sein können
Im Internet finden sich häufig Tabellen, die einen allmählichen Anstieg des Blutdrucks mit zunehmendem Alter zeigen. Diese Tabellen geben zwar Durchschnittswerte für die Bevölkerung wieder, sagen aber nicht immer etwas darüber aus, was für den Einzelnen am gesündesten ist.
Bei einer Person über 60 mit einem Blutdruck von 145/90 mmHg reicht es möglicherweise nicht aus, dies allein auf das Alter zurückzuführen. Wichtig ist es, das allgemeine Risiko, Medikamente, Diabetes, Cholesterinwerte, Nierenfunktion, Herzfunktion und Lebensstil zu berücksichtigen.
Daher sollten Sie den Blutdruckwert anhand des Alters nur als Richtwert betrachten. Entscheidend sind regelmäßige Messungen, Ihr Gesundheitszustand und die Empfehlung eines Arztes, der Ihre Risiken kennt.
So messen Sie Ihren Blutdruck richtig zu Hause
Setzen Sie sich hin und entspannen Sie sich mindestens drei bis fünf Minuten, bevor Sie Ihren Blutdruck messen. Messen Sie Ihren Blutdruck nicht unmittelbar nach dem Kaffeetrinken, Rauchen, Sport, Duschen, Streiten oder schnellem Treppensteigen.