Die Walnuss (Juglans regia), ein Baum mit heilender Wirkung, enthält in ihrem Saft (Folium juglandis) therapeutische Substanzen, die sich zur Vorbeugung und Behandlung bestimmter Krankheiten eignen.
Die Zusammensetzung der Walnussblätter umfasst Tannine, Flavone, Cumarinsäure, Ellagsäure, Chlorogensäure, Salze der Iodwasserstoffsäure und Juglon, ein Derivat von Naphthochinon.
Ernte von Walnussblättern
Walnussblätter werden von Juni bis spätestens August geerntet, da sie in diesem Zeitraum den höchsten Gehalt an Wirkstoffen aufweisen.
Man erntet nicht mehr als 2–3 Kilogramm frische Blätter vom selben Baum (um ihn nicht zu beschädigen). Die Blätter sollten möglichst schnell und in einer dünnen Schicht getrocknet werden (sie verfärben sich leicht braun und werden durch längere Berührung, insbesondere durch Pressen, ungenießbar).
Sie werden an gut belüfteten Orten (Balkonen, Brücken, Veranden, Schuppen) und vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt getrocknet.
Nach dem Trocknen werden die Walnussblätter unzerkleinert in Papiertüten, Kartons oder Bastsäcken aufbewahrt.
Walnussblättertee
Walnussblättertee hat zahlreiche therapeutische Anwendungsgebiete.
Zubereitung
Ein Teelöffel getrocknete und grob gemahlene Walnussblätter wird mit 250 ml kochendem Wasser übergossen.
30 Minuten ziehen lassen, dann abseihen.
Nach Belieben mit Honig süßen.
Anwendung
Die Behandlung mit Walnussblättern sollte nicht länger als 6 Monate dauern. Empfohlen wird die Anwendung des Aufgusses bei:
- Erkrankungen des peripheren Kreislaufsystems (Krampfadern, Thrombophlebitis, Hämorrhoiden, Kapillarfragilität) – 3 Tassen täglich trinken.
- Infektiöser Sommerdurchfall – 3 Tassen täglich trinken.
- Erkrankungen des Urogenitalsystems (Blasenentzündung, Dermatitis) – 3 Tassen Aufguss täglich trinken.
- Diabetes – 3 Tassen Aufguss täglich trinken, nach Belieben mit einem natürlichen Süßungsmittel süßen.
Für Diabetiker ist ein besonders wirksamer Tee aus Walnussblättern, Bohnenschoten und Brennnesselblättern geeignet: 2 Esslöffel Bohnenschoten in 250 ml Wasser 15 Minuten bei schwacher Hitze kochen lassen.
Anschließend 2 Esslöffel Brennnesselblätter und 1 Esslöffel Walnussblätter hinzufügen.
Alles 30 Minuten köcheln lassen, dann abseihen. Mit einem kohlenhydratfreien Süßungsmittel süßen.
- Neigung zu Gewichtszunahme – 15 Tage im Monat täglich eine Tasse Aufguss trinken.
- Hauterkrankungen (Dermatitis, Dermatosen) – 2 Tassen täglich trinken.
- Allergische Erkrankungen (mit Juckreiz oder geröteten Hautstellen) – 3 Tassen täglich trinken.
- Entzündlich-rheumatische Erkrankungen – 3 Tassen täglich trinken.
- Erkrankungen des Sitzens (Hämorrhoiden, Analfissuren, Analjucken, Rektumentzündung) – 3 Tassen täglich trinken.
- Aphthen, Gingivitis, Stomatitis, Zahnabszesse, Zahnextraktion – äußerlich nach jeder Mahlzeit mit einem Aufguss aus Walnussblättern gurgeln.
- Ekzeme (Wundliegen) oder eitrige Geschwüre (Krampfadergeschwüre) – äußerlich mit einem Aufguss aus Walnüssen tamponieren und anschließend Salben auftragen.
Gegenanzeigen
Präparate aus Walnussblättern dürfen während der Schwangerschaft und Stillzeit nicht angewendet werden.
Sie sind bei schweren Erkrankungen ohne Rücksprache mit einem Facharzt kontraindiziert.
Da die Wirkstoffe der Blätter eine adstringierende, austrocknende Wirkung haben, sind Präparate auf Walnussblattbasis außerdem für geschwächte Personen, Personen mit hohem Kaffeekonsum, Personen mit unzureichender Flüssigkeitszufuhr oder Personen, die trockene Lebensmittel zu sich nehmen, kontraindiziert.
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