Was die meisten Menschen über Zikaden nicht wissen, kann ihre Einstellung zu diesem kleinen „Sommermusiker“ verändern.
Die Bergzikade lebt jahrelang unter der Erde. Fast niemand sieht oder hört sie. Dort verbringt sie etwa vier bis sechs Jahre und ernährt sich von Wurzelsafttropfen, ohne Gemüse, Blumen oder Obstbäume zu schädigen.
Und dann kommt ihr kurzer Auftritt an der Oberfläche.
Wenn die Zikade schließlich schlüpft, bleiben ihr nur noch wenige Wochen zu leben – etwa vier bis sechs. In dieser Zeit muss sie einen Partner finden, die Art fortpflanzen und ihren natürlichen Zyklus vollenden.
An der Oberfläche frisst sie fast nichts. Nur ein paar Tropfen Baumsaft. Sie rührt weder Tomaten, Gurken, Rosen noch Beeren an.
Und ihr Nutzen ist größer, als man denkt.
Ihre unterirdischen Gänge tragen jahrelang zur Belüftung des Bodens bei. Wenn die Zikaden schlüpfen, dienen sie Vögeln und Eidechsen als Nahrung. Nach ihrem Tod kehren ihre Körper zur Erde zurück und düngen sie auf natürliche Weise.
Übrigens singen nur die Männchen.
Und sie tun dies nicht, um Menschen zu belästigen, sondern um Weibchen anzulocken. Ihr Gesang ist hauptsächlich bei warmem Wetter zu hören, wenn die Temperatur über etwa 22 °C steigt.
Die größte Bedrohung für Zikaden sind Breitbandinsektizide. Ihre Larven leben jahrelang im Boden und reagieren sehr empfindlich auf solche Substanzen.
In der Natur findet man die Bergzikade vorwiegend an warmen, sonnigen Hängen, an Orten mit geeigneten Lebensbedingungen. Wenn Sie sie im Garten oder bei einem Spaziergang singen hören, ist das kein Grund zur Sorge.
Es ist ein Zeichen dafür, dass ein kleines Stück Natur in Ihrer Nähe lebt.
Sie stört Sie nicht.
Sie verbringt einfach ihre letzten Wochen in der Sonne.
Und vielleicht ist ihr Gesang gar kein Lärm.
Sondern eine kurze Erinnerung daran, wie wenig Zeit dem Leben manchmal bleibt, um sich Gehör zu verschaffen.