Flieder zählt zu den schönsten Frühlingspflanzen und ist in fast jedem Garten zu finden. Seine duftenden Blüten leuchten in Violett-, Rosa-, Weiß- oder Rottönen, und die Pflanze selbst kann bis zu 6 Meter hoch werden.
Doch Flieder wird nicht nur wegen seiner Schönheit und seines Duftes geschätzt. In der Volksmedizin werden Fliederblüten, -blätter und -knospen seit Langem zur Behandlung von Schmerzen, Beinschwellungen, Rheuma, Neuralgien, Verdauungsbeschwerden und sogar zur Unterstützung bei Diabetes eingesetzt.
Wann erntet man Flieder? Fliederblüten und -blätter werden während der Blütezeit, in der Regel von April bis Mai, geerntet. Trockenes, sonniges Wetter ist ideal.
Die Blüten werden im Schatten oder in einem Trockner bei etwa 35 °C, die Blätter bei etwa 45 °C getrocknet. Getrocknete Blüten sind bis zu einem Jahr, Blätter bis zu zwei Jahre haltbar.
Was ist in Flieder enthalten?
Fliederblüten und -blätter enthalten ätherische Öle, organische Säuren, Vitamin C, Glykoside und andere natürliche Substanzen.
Daher wird Flieder in der Volksmedizin als entzündungshemmendes, schmerzlinderndes und stärkendes Mittel eingesetzt.
Anwendung von Flieder in der Volksmedizin
Flieder wird angewendet bei:
Rheuma;
Gelenkschmerzen;
Neuralgie;
Beinschwellungen;
Verdauungsstörungen;
hohem Fieber;
Müdigkeit und Taubheitsgefühl in Armen oder Beinen;
Knochenschmerzen;
Diabetes – jedoch nur ergänzend.
Wichtig: Flieder ist kein Ersatz für eine ärztliche Behandlung, insbesondere nicht bei Diabetes, starken Schmerzen, Schwellungen oder chronischen Erkrankungen.
Fliedertee für die Verdauung
Übergießen Sie 1 Esslöffel Fliederblüten oder -blätter mit 500 ml kochendem Wasser. Zugedeckt 1 Stunde ziehen lassen. Anschließend abseihen.
Trinken Sie diesen Aufguss mehrmals täglich vor den Mahlzeiten in einer Tasse. In der Volksmedizin wird er zur Verbesserung der Verdauung und des Appetits eingesetzt.
Fliederöl bei Rheuma
Frische Fliederblüten in ein Glas geben und mit Olivenöl bedecken. Verschließen und 15 Tage in der Sonne ziehen lassen. Anschließend abseihen.
Das gewonnene Öl wird zum Einreiben schmerzender Stellen und für Kompressen verwendet.
Fliederöl bei Beinschwellungen
Zur Zubereitung benötigen Sie:
50 g violette Fliederblüten
50 g Efeublätter
50 g Rosskastanien
1 Liter Olivenöl
Alle Zutaten in ein Glas oder eine Flasche geben, das Öl darübergießen, verschließen und 30 Tage an einem warmen Ort ziehen lassen.
Gelegentlich schütteln. Anschließend abseihen und zum Einreiben der Füße verwenden.
Fliederaufguss bei hohem Fieber
1 Liter kochendes Wasser über eine halbe Handvoll getrockneter Fliederblätter gießen. 1 Stunde ziehen lassen, dann abseihen.
In der Volksmedizin werden täglich 2–3 Tassen dieses Aufgusses getrunken.
Flieder bei Gelenkschmerzen
15–20 g Fliederblüten mit 1 Liter kochendem Wasser übergießen, 2–3 Minuten kochen lassen, 30 Minuten ziehen lassen und abseihen.
Täglich 2 Tassen trinken. Dieser Aufguss wird in der Volksmedizin bei Neuralgien und Gelenkschmerzen eingesetzt.
Einreibemittel bei Arthritis und Verstauchungen
Zutaten:
1 EL zerstoßene Fliederblüten
1 EL Fliederblätter
1 EL Weidenrindenpulver
500 ml Wodka
3 Stunden ziehen lassen, dann leicht erwärmen und abseihen. Gaze in der Flüssigkeit tränken, auf die betroffene Stelle legen und 2 Stunden einwirken lassen.
Flieder bei Müdigkeit und Taubheitsgefühl in Armen und Beinen
5 EL weiße Fliederblüten und -blätter mit 1 Liter Brandy vermischen. Die Flasche verschließen und 20 Tage an einem warmen Ort ziehen lassen, dabei gelegentlich schütteln.
Nach dem Abseihen die Mischung 10 Minuten täglich zur Massage von Armen und Beinen verwenden. Anschließend die Arme oder Beine in ein Wollhandtuch wickeln und etwa eine Stunde ruhen lassen.
Fliederöl gegen Rheuma: Eine Handvoll getrocknete Fliederblüten in 1 Liter Olivenöl geben. Das Glas fest verschließen und 15 Tage an einem sonnigen Ort stehen lassen, dabei gelegentlich schütteln.
Nach dem Abseihen das Öl in eine dunkle Flasche füllen und an einem dunklen Ort aufbewahren. Bis zu 3-mal täglich auf die betroffenen Stellen auftragen.
Fliedertinktur gegen Knochenschmerzen: Eine halbe Literflasche mit Fliederblüten füllen und mit 40%igem Alkohol bedecken. 21 Tage an einem dunklen Ort stehen lassen, dann abseihen.
In der Volksmedizin wird diese Tinktur zum Einreiben schmerzender Stellen und für Umschläge verwendet.
Flieder bei Diabetes: 2 Esslöffel Fliederknospen mit 500 ml kochendem Wasser übergießen. 1 Stunde ziehen lassen, dann abseihen.
Volksrezepte empfehlen die Einnahme von 1 Esslöffel vor den Mahlzeiten.
Wichtig: Wenn Sie Diabetes haben, ersetzen Sie Ihre Medikamente oder ärztlichen Empfehlungen nicht durch Hausmittel. Es ist ratsam, vor der Anwendung von Flieder einen Spezialisten zu konsultieren.
Gegenanzeigen: Flieder sollte mit Vorsicht angewendet werden. Er wird nicht empfohlen für Schwangere, Stillende, Kinder, Menschen mit schweren Nieren-, Leber- oder Magenerkrankungen sowie Allergiker.
Bei Übelkeit, Schwäche, Bauchschmerzen, Schwindel oder Hautausschlag nach der Anwendung die Einnahme abbrechen.
Fazit: Flieder ist nicht nur ein Symbol für Frühling und Liebe, sondern auch eine Pflanze mit langer Tradition in der Volksmedizin.
Er wird zur Zubereitung von Aufgüssen, Ölen und Tinkturen zum Einreiben verwendet. Flieder wird besonders häufig bei Gelenkschmerzen, Rheuma, Beinschwellungen und Müdigkeit eingesetzt.
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