Nasenbohren ist weit verbreitet und meist harmlos, verrät aber einiges über unsere Psyche: Es dient oft als Stressabbau, Gewohnheit oder sensorische Befriedigung. Nur in seltenen Fällen wird es pathologisch und kann als Zwangsstörung gelten.
Warum wir Nasebohren
- Biologische Ursachen: Trockenheit, Staub oder Schleim reizen die Nasenschleimhaut. Das Bohren verschafft kurzfristige Erleichterung und kann sogar das Atmen erleichtern
- Psychologische Faktoren: Häufig tritt es bei Langeweile, Nervosität oder Stress auf. Es wirkt wie eine kleine Selbstberuhigung.
- Soziale Aspekte: Obwohl es tabuisiert ist, geben über 90 % der Erwachsenen zu, regelmäßig zu bohren. Das zeigt, dass es eine universelle, aber versteckte Gewohnheit ist.
Was es über uns verrät
- Stressbewältigung: Viele nutzen es unbewusst als Ventil, ähnlich wie Nägelkauen.
- Gewohnheitsbildung: Wiederholte Befriedigung durch sensorische Reize kann zur festen Routine werden.
- Impulskontrolle: Exzessives oder zwanghaftes Bohren (Rhinotillexomanie) gilt als Störung der Impulskontrolle und kann medizinisch relevant sein.
Risiken und Nebenwirkungen
- Verletzungen: Kleine Wunden können Nasenbluten verursachen.
- Infektionen: Bakterien und Viren gelangen leicht über die Finger in die Schleimhaut.
- Langzeitfolgen: Bei extremem Zwangsverhalten sind Schäden an der Nasenscheidewand möglich.
Gesunde Alternativen
- Taschentuch verwenden: Schonender und hygienischer.
- Nasenspülungen: Reinigen die Schleimhäute effektiv.
- Stressbewältigungstechniken: Atemübungen oder kleine Pausen können den Impuls reduzieren.