Eine selbstgemachte Bienentränke ist im Sommer lebenswichtig für den gesamten Hof. Bienen brauchen Wasser nicht nur zum Trinken, sondern vor allem auch, um an heißen Tagen die Brutwaben im Stock durch Verdunstungskälte zu kühlen. Ihre Konstruktion mit den Kieselsteinen ist dabei goldrichtig: Sie dienen als sichere „Landeplätze“, damit die Tiere beim Trinken nicht abrutschen und ertrinken.
Aus physikalischer Sicht funktioniert das umgedrehte Glas nach dem Prinzip des hydrostatischen Paradoxons und des Luftdrucks. Da keine Luft in das Glas nachströmen kann, hält der atmosphärische Druck das Wasser im Glas zurück. Erst wenn der Wasserspiegel in der Terrakottaschale so weit sinkt, dass Luft unter den Glasrand schlüpfen kann, fließt genau so viel Wasser nach, bis der Rand wieder versiegelt ist. Ein genialer, automatischer Spender!
🛠️ Zwei Homestead-Kniffe für sauberes Wasser und vitale Bienen
Wo stehendes Wasser in der Sonne steht, kommt es schnell zu Keimbildung oder unerwünschten Gästen. Zwei traditionelle Kniffe helfen, die Tränke attraktiv und hygienisch zu halten:
- Das „Minze und Öl“-Schutzschild für den Tränkenrand (Mückenschutz)
Flache, warme Wasserstellen sind im Sommer die Brutstätte Nummer eins für Stechmücken, die dort ihre Eier ablegen. Das wollen Sie direkt neben der gemütlichen Sitzecke natürlich vermeiden.
Die Anwendung: Reiben Sie den äußeren, trockenen Rand der Terrakottaschale einmal pro Woche mit einer Mischung aus einem Esslöffel feinem Pflanzenöl und 5 Tropfen reinem Pfefferminzöl ein. Das Pflanzenöl macht den Ton wetterfest, während das Menthol der Minze eine unsichtbare Duftbarriere bildet. Stechmücken meiden diesen Geruch instinktiv und legen dort keine Eier ab. Wichtig für die Bienen: Die Dosierung muss so minimal sein, dass das Öl nur auf dem trockenen Außenrand haftet und nicht ins Trinkwasser gelangt, da Bienen sehr geruchsempfindlich sind.
- Der Plazma-Morzsa-Mineralpuffer für die Kieselsteine
Bienen fliegen erstaunlicherweise ungern an steriles, frisch gezapftes Leitungswasser. Sie bevorzugen Wasser, das leicht nach Erde oder Mineralien riecht, weil sie darüber wichtige Salze und Spurenelemente aufnehmen.
Der Kniff: Bevor Sie die Kieselsteine in die Schale legen, waschen Sie diese nicht steril ab, sondern bestreuen Sie den Boden der Terrakottaschale mit einer winzigen Prise ganz fein gemahlenen Kekskrümeln (Plazma- oder einfache Butterkekskrümel) und einem Hauch kalkhaltiger Gartenerde.
Warum das hilft: Die organischen Bestandteile der Krümel aktivieren in minimalen Spuren die natürlichen Mikroorganismen im Wasser. Es entsteht ein ganz leicht „belebtes“ Wasserbett, dessen Geruch für die Kundschafterinnen des Bienenstocks unwiderstehlich attraktiv ist. Die Tränke wird innerhalb kürzester Zeit als feste Wasserquelle akzeptiert.
Steht die Tränke bei Ihnen eher halbschattig in der Nähe von Blühpflanzen, oder haben Sie sie an einem festen Platz direkt am Rand Ihres Gemüsegartens aufgestellt?