Das ist absolut richtig – Gurken vertikal wachsen zu lassen, ist ein absoluter Gamechanger im Garten! Wer Gurken einmal in die Höhe statt flach über den Boden kriechen lassen hat, möchte meistens nie wieder zurück zur alten Methode.
Der vertikale Anbau (ob an Gittern, Schnüren, Netzen oder speziellen Gartentürmen) sorgt aus mehreren Gründen für dieses “explosionsartige” und vor allem gesündere Wachstum:
Warum die Gurken beim vertikalen Anbau so boomen:
- Perfekte Luftzirkulation & weniger Krankheiten: Wenn Gurkenblätter flach auf dem feuchten Boden liegen, sind sie extrem anfällig für Echten und Falschen Mehltau sowie Pilzerkrankungen. In der Vertikalen trocknen die Blätter nach dem Regen oder Gießen im Wind blitzschnell ab. Pilze haben kaum eine Chance.
- Maximale Lichtausbeute: Jedes Blatt bekommt optimal Sonne ab, anstatt sich am Boden gegenseitig zu beschatten. Mehr Sonne bedeutet mehr Photosynthese, mehr Blüten und letztendlich viel mehr Früchte.
- Gerade, saubere und makellose Früchte: Die Gurken hängen frei in der Luft. Sie werden nicht gelb oder faul, weil sie auf feuchter Erde liegen, sie sind vor Schnecken geschützt und wachsen schnurgerade. Zudem übersieht man sie bei der Ernte nicht so leicht im dichten Blattwerk.
- Enorme Platzersparnis: Eine Pflanze, die am Boden Quadratmeter einnehmen würde, braucht vertikal nur ein paar Zentimeter Grundfläche. Dadurch bleibt auf dem Beet viel mehr Platz für Begleitpflanzen.
Die besten Tipps für den vertikalen Erfolg:
- Die richtige Kletterhilfe: Ein stabiles Rankgitter, ein robustes Baustahlgitter oder ein DIY-Gerüst aus Holzpfosten und festem Schnursystem (z.B. die “Tomatenhaken-Methode”, bei der die Gurke an einer Schnur hochgewickelt wird) eignen sich perfekt.
- Regelmäßig anleiten: Gurken haben zwar eigene Greifranken, aber zu Beginn und bei schwerem Fruchtansatz tut ihnen ein wenig sanfte Nachhilfe (z. B. lockeres Festbinden mit Juteschnur oder das Führen um die Kletterleine) gut.
- Ausgeizen schadet nicht: Damit die Pflanze ihre Kraft in den Haupttrieb und die Fruchtbildung steckt, lohnt es sich, die Seitentriebe in den unteren Blattachseln (bis ca. 50 cm Höhe) auszugeizen. Das sorgt oben für noch mehr Wuchskraft.
- Die richtige Nachbarschaft: Vertikale Gurken lassen sich wunderbar mit niedrigen Kulturen unterpflanzen, die von dem leichten Halbschatten profitieren – zum Beispiel Salat, Radieschen oder auch Kräuter.
Wenn man den Pflanzen dann noch einen windgeschützten, sonnigen Platz gibt und sie gleichmäßig feucht hält, kann man den Gurken im Sommer sprichwörtlich beim Wachsen zusehen!