Hallo, liebe Gärtner! Mein Name ist Marina, und ich baue seit über zwanzig Jahren Tomaten in meinem Garten an.
Unser ukrainischer Boden – Schwarzerde, die sengende Julisonne, plötzliche Regengüsse nach einer Dürre, kühle Nächte – all das macht Tomaten zu einer echten Herausforderung.
Ich habe wie viele von Ihnen angefangen: Ich habe Setzlinge auf dem Markt gekauft, sie im Foliengewächshaus und im Freiland eingepflanzt und von Eimern voller reifer „Bull’s Heart“- und „De Barao“-Tomaten geträumt.
Doch eines Sommers habe ich fast die Hälfte meiner Ernte durch einen einzigen Fehler verloren. Und heute möchte ich Ihnen davon erzählen: Machen Sie diesen Fehler beim Gießen von Tomaten nicht! Ich denke, meine Erfahrung wird Ihnen sicher nützlich sein.
Ich erinnere mich an jenen Juli, als die Temperatur im Schatten über 35 Grad Celsius stieg. Wie viele andere Sommergäste habe ich meine Tomaten tagsüber mit kaltem Brunnenwasser direkt aus dem Gartenschlauch gegossen.
Die Blätter glänzten von den Tropfen, die Sträucher waren nass, und ich dachte: „Na ja, wenigstens erfrische ich sie so.“ Und eine Woche später begann die Krautfäule – dieselben braunen Flecken, die alles bis zur Wurzel fressen.
Die Früchte fingen direkt an den Sträuchern an zu faulen. Da wurde mir klar: Gießen ist nicht einfach nur „Wasser gießen“, es ist eine Wissenschaft für sich. Und wenn Sie meinen Fehler nicht wiederholen wollen, hören Sie gut zu.
Zuerst: Wie man Tomaten NICHT gießt
Der erste und häufigste Fehler, den fast alle Anfänger machen, ist das Gießen mit kaltem Wasser. In unserem Land hat das Wasser aus dem Brunnen oder der Leitung selbst im Sommer kaum +10–12 Grad. Und Tomatenwurzeln lieben Wärme.
Durch den Schock stellt die Pflanze ihr Wachstum ein, der Fruchtknoten fällt ab und es entsteht oberirdische Fäulnis. Und die Leute verstehen nicht, dass alles mit dem kalten Gießen angefangen hat.
Der zweite Fehler ist das Gießen tagsüber in der Hitze. Im Juli, wenn die Sonne brennt, verdunstet das Wasser in Minuten, und die Tropfen auf den Blättern wirken wie Schuppen – sie verbrennen das Gewebe. Die Pflanze gerät in Stress, die Früchte platzen.
Ich habe beobachtet, wie Nachbarn um 14:00 Uhr ihren Garten bewässern und abends schon geplatzte Tomaten ernten. Wenn Sie Ihre Tomaten auch oft in der Hitze gießen, denken Sie daran, dies niemals tagsüber zu tun!
Der dritte fatale Fehler ist das Bewässern der Blätter, das sogenannte „Sprudeln“. In unserer feuchten Luft nach Regenfällen führt dies direkt zur Krautfäule.
Wasser auf den Blättern + warme Nacht = ideale Bedingungen für den Pilz. Ich selbst habe das einmal in einem Polycarbonat-Gewächshaus gemacht – und die Hälfte meiner Pflanzen verloren. Daher gilt die Regel: Nur unter die Wurzeln gießen!
Der vierte Fehler ist häufiges, aber oberflächliches Gießen. „Jeden Abend ein bisschen gießen, damit die Erde nicht reißt.“ In diesem Fall wachsen die Wurzeln nach oben statt in die Tiefe, die Pflanze wird schwach.
Die Früchte platzen durch ungleichmäßige Feuchtigkeit, es entsteht Stängel- und Stielfäule. Dies gilt insbesondere für offene Böden in unserer Steppenzone.
Und der fünfte Fehler ist das Gießen mit chloriertem Wasser direkt aus dem Wasserhahn oder abends in einem geschlossenen Gewächshaus. Die Luftfeuchtigkeit steigt, die Krautfäule hat ihren Sieg.
Jetzt – wie es sein sollte: Tomaten richtig zu gießen ist bei uns ganz einfach, wenn man die Tricks kennt. Ich sammle morgens immer Wasser in großen Fässern.
Tagsüber erwärmt es sich in der Sonne auf 25–28 Grad, wird weich und klärt sich. Regenwasser aus Fässern unter dem Dach ist ideal, da es kein Chlor enthält.
Gegossen werden sollte man früh morgens oder abends, wenn die Hitze nachlässt. Direkt unter die Wurzeln, tiefgründig – 5–10 Liter pro ausgewachsener Pflanze, je nach Bodenbeschaffenheit. Im Freiland alle 5–7 Tage, im Gewächshaus etwas öfter, aber nicht übertrieben. Nach starkem Regen kann man das Gießen ganz auslassen.
Und nun zu den besten Hausmitteln zum Gießen, die ich selbst getestet habe und die fast nichts kosten.
Die erste Methode ist das Mulchen mit Stroh oder gemähtem Gras. Nach dem Gießen verteile ich eine 5–7 cm dicke Schicht. Die Feuchtigkeit hält dreimal länger, Unkraut wächst nicht, und der Boden überhitzt nicht. Das ist in unserer Dürrezeit eine wahre Rettung.
Die zweite traditionelle Methode ist das Gießen mit Holzasche. Ich nehme ein Glas Asche auf 10 Liter warmes Wasser, lasse es einen Tag lang ziehen und gieße dann unter die Wurzeln. Tomaten lieben Kalium, sie werden süßer und sind widerstandsfähiger.
Die dritte Methode ist Brennnesselaufguss. Ich pflücke junge Brennnesseln, übergieße sie im Verhältnis 1:5 mit Wasser und lasse sie eine Woche lang in einem Fass ziehen (der Geruch ist natürlich stark, aber die Wirkung ist enorm). Anschließend verdünne ich den Aufguss im Verhältnis 1:10 und gieße damit. Die Pflanzen beginnen zu wachsen, die Blätter werden dunkler, und die Fruchtknoten bilden sich. Das passt gut zum Hauptgießen.
Die vierte Methode ist die Zugabe von Hefe zum Gießen. 100 Gramm frische Hefe und ein Esslöffel Zucker auf 10 Liter warmes Wasser. Ich lasse die Mischung 3–4 Stunden ziehen und gieße dann. Tomaten wachsen wie auf Hefe – im wahrsten Sinne des Wortes! Besonders gut für Sämlinge und junge Sträucher im Juni.
Die fünfte clevere Hausmethode ist die Tropfbewässerung mit Flaschen. Viele kaufen sich ein teures System. Ich mache es so: Ich nehme 5-Liter-Plastikflaschen, schneide den Boden ab, vergrabe sie mit dem Hals nach unten in der Nähe des Strauchs und fülle sie mit warmem Wasser. Das Wasser tropft langsam, die Wurzeln werden gleichmäßig versorgt. Günstig und einfach, ideal zum Verschenken.
Ein weiteres Geheimnis gegen Krautfäule und Stängelgrundfäule ist das Gießen mit Jodlösung. Auf 10 Liter Lösung kommen 10 Tropfen Jod. Ich verdünne die Lösung 1:1 mit Wasser und gieße alle 10 Tage. Die Blätter bleiben gesund, die Früchte faulen nicht.
Wenn Sie im Gewächshaus anbauen, gibt es beim Gießen von Tomaten einige Besonderheiten zu beachten: Nach dem Gießen unbedingt lüften und nicht abends gießen, damit die Luftfeuchtigkeit nicht zu hoch steigt. Im Freiland hingegen schützen Mulch und Regenwasser vor Trockenheit.
Über all die Jahre bin ich zu der Überzeugung gelangt: Richtiges Gießen macht 80 % des Erfolgs aus. MoJetzt platzen meine Tomaten nicht mehr, werden nicht krank und tragen selbst im heißesten Sommer Unmengen saftiger Früchte.
Meine Nachbarn fragen schon nach dem Rezept: „Marina, verrätst du mir, wie du sie gießt? Warum werden sie so groß?“ Und ich lächle und sage: „Macht nicht denselben Fehler wie ich!“
Also, liebe Freunde, wenn ihr euch jetzt fragt, wie man Tomaten richtig gießt, speichert euch diesen Text. Fangt mit warmem Wasser direkt an den Wurzeln an und mulcht – ihr werdet den Unterschied in dieser Saison sehen.
Und wenn ihr eure eigenen Tricks kennt – schreibt sie in die Kommentare, lasst uns Erfahrungen austauschen. Denn gemeinsam werden wir die besten Tomaten züchten!
Mit Respekt und Liebe zur Erde!