Die eigene Wurmzucht (Vermikompostierung) ist eine der effizientesten Methoden, um organische Küchenabfälle direkt im Haus, auf dem Balkon oder im Garten in feinsten, nährstoffreichen Humus zu verwandeln. Es riecht nicht, braucht kaum Platz und liefert den perfekten Naturdünger für deine Pflanzen.
Hier ist eine einfache Anleitung für eine DIY-Wurmkiste aus zwei gestapelten Plastikboxen – ein typisches Projekt ganz im Sinne des kreativen Upcyclings.
Was du dafür brauchst
- 2 Plastikboxen mit Deckel (blickdicht, ca. 30–40 Liter, stapelbar)
- 1 Bohrmaschine (mit 4 mm und 8 mm Bohrern)
- Start-Substrat: Unbedruckter Karton (z.B. Eierkartons, braune Kisten), etwas reifer Kompost oder Kokosfaser blocks
- Eine Handvoll Gartenerde (bringt wichtige Mikroorganismen mit)
- Die Hauptdarsteller: Ca. 500 g Kompostwürmer (Eisenia fetida oder Eisenia andrei – normale Regenwürmer aus dem tiefen Boden überleben in der Kiste nicht!)
Schritt-für-Schritt-Anleitung
1.Die Boxen präparieren:15 Min..
Nimm die erste Box (das wird die obere Wohnbox). Bohre mit dem 8 mm Bohrer zahlreiche Löcher in den Boden, damit überschüssiges Wasser nach unten ablaufen kann. Bohre mit dem 4 mm Bohrer eine Reihe von Belüftungslöchern in den oberen Rand der Box und in den Deckel. Die zweite Box bleibt im Boden komplett dicht und dient als Auffangwanne für den „Wurmtee“ (Flüssigdünger).
2.Das feuchte Bett vorbereiten:10 Min..
Zerschreddere den Karton in kleine Streifen. Weiche sie in Wasser ein und wringe sie danach so stark aus, dass sie sich wie ein feuchter, gut ausgedrückter Schwamm anfühlen. Fülle die obere Box etwa 10–15 cm hoch mit diesem feuchten Karton-Substrat und streue die Handvoll Gartenerde darüber.
3.Die Würmer einziehen lassen:5 Min..
Setze die Kompostwürmer vorsichtig auf das vorbereitete Bett. Lass den Deckel für die ersten Stunden am besten offen und stelle eine Lampe darüber – Würmer hassen Licht und graben sich so sofort tief in ihr neues sicheres Zuhause ein. Setze danach den gelöcherten Deckel auf.
4.Richtig füttern:Regelmäßig.
Staple die Wohnbox in die Auffangbox. Beginne nach 2–3 Tagen mit kleinen Mengen Futter. Was sie lieben: Kaffeesatz, Teereste, Gemüse- und Obstschalen (besonders Gurken und Zucchini). Was verboten ist: Zitrusfrüchte, Knoblauch, Zwiebeln, Fleisch, Fisch und Milchprodukte. Schneide das Futter immer klein, damit die Mikroorganismen es schneller zersetzen können.
5.Das schwarze Gold ernten:Nach 3–4 Monaten.
Wenn die Box voll mit dunkler, feuchter Erde ist, schiebe den fertigen Kompost auf eine Seite der Box und lege frisches Futter nur noch auf die andere Seite. Innerhalb von 1–2 Wochen wandern fast alle Würmer zum frischen Futter. Nun kannst du den reinen, nährstoffreichen Wurmhumus auf der leeren Seite sauber ernten.
Der Gazda-Tipp für ein gesundes Wurmklima: Das System steht und fällt mit der Feuchtigkeit und dem pH-Wert. Wenn es in der Kiste zu feucht wird oder anfängt sauer zu riechen, gib einfach eine Handvoll trockene Kartonschnipsel und etwas zerkleinerte Eierschalen (feines Kalziumkarbonat neutralisiert die Säure) dazu. So bleibt das Mikroklima perfekt im Gleichgewicht!