Großzügiges, begehbares Hühnergehege

Für den Halter bedeutet die Begehbarkeit (Stehhöhe) einen massiven Komfortgewinn bei der täglichen Fütterung, Reinigung und Pflege.

Damit die Konstruktion stabil, langlebig und biologisch hocheffizient im landwirtschaftlichen Kreislauf funktioniert, kommt es auf folgende Kernbereiche an:

1. Dimensionierung und Statik

Die wichtigste Voraussetzung für komfortables Arbeiten ist eine durchgehende Stehhöhe.

  • Die Maße: Planen Sie die lichte Höhe des Geheges auf mindestens 2,00 bis 2,20 Meter. Das verhindert ein ständiges Bücken beim Misten und erlaubt es, auch mit Schaufel, Besen oder einer Schubkarre barrierefrei zu hantieren.
  • Das Gerüst: Für ein begehbares Gehege ist ein stabiles Ständerwerk aus Holz (z. B. kesseldruckimprägnierte Kanthölzer, mindestens $8 \times 8\text{ cm}$ oder $10 \times 10\text{ cm}$) oder feuerverzinktem Metall notwendig. Die Pfosten sollten über Einschlaghülsen oder Punktfundamente fest im Boden verankert sein, um Wind- und Schneelasten (bei überdachten Systemen) sicher zu tragen.

2. Der Raubzeug-Schutz (Fuchs- und Marder-Sicherheit)

Ein begehbares Gehege ist nur dann funktional, wenn es absolut einbruchsicher ist. Herkömmlicher, sechseckiger „Hasendraht“ ist für Marder und Füchse kein Hindernis – sie beißen ihn mühelos durch.

  • Das Geflecht: Verwenden Sie ausschließlich punktgeschweißten, feuerverzinkten Volierendraht (Viereckgeflecht) mit einer Maschenweite von maximal 12 bis 19 mm und einer Drahtstärke von mindestens $1\text{,2 bis 1,5 mm}$. Das hält selbst kleine Mauswiesel und Ratten fern.
  • Der Untergrabschutz (Fundamentsicherung): Füchse und Hunde graben sich an den Außenwänden nach drinnen. Ziehen Sie den Volierendraht an den Außenseiten entweder mindestens 50 cm tief vertikal in den Boden oder verlegen Sie den Draht flach als 50 cm breite „Schürze“ waagerecht auf dem Boden nach außen und fixieren Sie ihn mit Steinen oder Erdnägeln.

3. Das Dach: Teilüberdachung vs. Volierennetz

Ein komplett offenes Gehege verwandelt sich bei Dauerregen schnell in eine Schlammwüste. Zudem spielen behördliche Auflagen (z. B. Aufstallungspflicht bei Geflügelpest) eine Rolle.

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  • Die Teilüberdachung: Mindestens ein Drittel bis die Hälfte des Geheges sollte mit einem festen Dach (z. B. lichtdurchlässige Trapezplatten/Wellplatten) geschützt sein. Hierunter bleibt der Boden absolut trocken. Dies ist der perfekte Ort für die Futter- und Wasserstellen sowie das lebensnotwendige Sandbad (gemischt aus feiner Erde, Sand, Holzasche und etwas Kieselgur gegen Milben).
  • Die Freiluftzone: Der restliche Teil kann nach oben hin mit einem engmaschigen, UV-beständigen Volierennetz (Maschenweite ca. 3–4 cm wegen Greifvögeln und Spatzen) überspannt werden.

4. Das Boden- und Nährstoffmanagement (Das „Deep Litter“-System)

In einem festen Gehege vernichten Hühner innerhalb weniger Tage jeglichen Graswuchs. Um Gestank, Schlamm und Keimdruck zu verhindern, hat sich das Deep-Litter-System (Tiefstreu) im begehbaren Gehege bewährt:

  • Bauen Sie eine feste Umrandung (z. B. aus alten Gehwegplatten oder dicken Holzbohlen) mit einer Höhe von ca. 20–30 cm um das Gehege.
  • Füllen Sie diese Wanne tief mit organischem Material: Eine dicke Mischung aus Rindenmulch, Holzhackschnitzeln, trockenem Laub, Stroh und etwas Kompost.
  • Der Kreislauf-Effekt: Die Hühner scharren den Kot permanent in das Material ein. Mikroorganismen beginnen sofort mit dem kalten Abbau (Kompostierung). Der Boden bleibt geruchsfrei, trocken und locker. Zweimal im Jahr können Sie so feinsten, nährstoffreichen Dünger für Ihre Gartenbeete herausholen.

5. Schleusen und Türen

Eine großzügige, begehbare Tür ist der Zugang für den Halter. Damit beim Betreten des Geheges keine Hühner blitzschnell zwischen den Beinen entwischen, empfiehlt sich – gerade bei größeren Beständen – die Integration einer kleinen Eingangsschleuse (ein kleiner Vorraum mit zwei hintereinandergeschalteten Türen).

Integration in den Gartenkreislauf (Vertikale Synergie)

Ein begehbares Gehege lässt sich hervorragend mit vertikalen Elementen kombinieren. Wenn Sie an den Außenseiten des Geheges (außerhalb der Reichweite der Hühnerschnäbel) Kletterpflanzen wie Hopfen, Wein oder Kapuzinerkresse am Volierendraht hochranken lassen, schaffen Sie im Sommer eine natürliche Beschattung und eine zusätzliche grüne Wand, die sich optisch harmonisch in das Grundstück einfügt.

Haben Sie vor, das Gehege direkt an einen bestehenden Stall anzubauen, und wie viele Hühner soll die Anlage zukünftig beherbergen?

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