Ideen für einen raubtiersicheren Hühnerauslauf: Bauen Sie ein sicheres und geräumiges Außengehege

Ein raubtiersicheres Gehege ist die Lebensversicherung für Ihre Hühnerschar. Da Fuchs, Marder, Waschbär und Habicht unterschiedliche Jagdstrategien anwenden – die einen graben, die anderen klettern oder stoßen aus der Luft herab –, muss ein sicherer Auslauf das Prinzip einer geschlossenen Festung verfolgen.

Mit der richtigen Planung lässt sich ein absolut sicheres, langlebiges und dennoch geräumiges Außengehege bauen.

1. Das Fundament: Die Untergrabschutz-Sperre

Viele Raubtiere wie Füchse und Dachse graben sich mühelos unter einfachen Zäunen hindurch. Gegen diese Taktik helfen drei Methoden:

  • Der Beton-Sockel: Ein schmales, etwa 30 bis 40 cm tiefes Betonfundament entlang der Zaunlinie, auf dem die Pfosten verankert werden. Dies ist die sicherste, aber arbeitsintensivste Variante.
  • Eingegrabener Draht: Versenken Sie den Zaundraht mindestens 30 bis 50 cm tief senkrecht im Erdboden.
  • Die L-Schürze (Die eleganteste Lösung): Wenn das Eingraben zu mühsam ist (z. B. bei steinigem Boden), legen Sie den Volierendraht flach auf den Boden außerhalb des Zauns aus – etwa 40 bis 50 cm breit weg vom Gehege. Fixieren Sie ihn mit Erdhaken und lassen Sie das Gras durchwachsen. Ein Fuchs setzt seinen Grabversuch immer direkt an der Zaunkante an und scheitert am Drahtgitter; er versteht nicht, dass er einen halben Meter weiter hinten anfangen müsste.

2. Das richtige Gittermaterial: Volierendraht statt Sechseckgeflecht

Klassischer „Hasendraht“ (das sechseckige Geflecht) hält zwar Hühner im Gehege, schützt sie aber nicht vor Angreifern. Marder und Waschbären können dünnen Draht mühelos durchbeißen oder zerreißen.

  • Die Wahl: Verwenden Sie ausschließlich punktgeschweißten, feuerverzinkten Volierendraht (Viereckgeflecht) mit einer Drahtstärke von mindestens 1,2 mm (besser 1,4 mm).
  • Die Maschenweite: Die Maschen sollten maximal 12 bis 19 mm groß sein. Marder und Wiesel können sich durch erstaunlich kleine Öffnungen (ab 3–4 cm) zwängen oder greifen mit den Pfoten durch das Gitter, um die Hühner zu verletzen.

3. Schutz von oben: Abdeckung gegen Habicht und Kletterkünstler

Ein sicherer Auslauf benötigt eine Decke, um Angriffe aus der Luft (Habicht, Sperber) und das Überklettern durch Marder oder Waschbären zu verhindern.

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  • Die Volieren-Überdachung: Bei einem festen, begehbaren Gehege (Kaltscharraum / Voliere) wird das Dach komplett mit Volierendraht oder teilweise mit festen Wellplatten (als Regenschutz) geschlossen.
  • Das Engel-Netz (Für große Freiläufe): Wenn der Auslauf zu groß für eine feste Drahtdecke ist, sind hochwertige, geknotete Habichtschutznetze (z. B. aus Polyethylen mit einer Maschenweite von max. 5 cm) die beste Lösung. Spannen Sie tragende Seile über den Auslauf und stützen Sie das Netz in der Mitte mit Pfosten ab, damit es bei Schneelast nicht durchhängt.

4. Schwachstellen eliminieren: Türen und Verriegelungen

Waschbären sind extrem intelligent und besitzen geschickte Pfoten, mit denen sie einfache Riegel, Haken oder Schlaufen problemlos öffnen können.

  • Sichere Verschlüsse: Nutzen Sie für Türen und Klappen Riegel, die mit einem zusätzlichen Sicherheitsmechanismus versehen sind – zum Beispiel Bolzenriegel mit Karabinerhaken oder Vorhängeschlössern.
  • Überlappungen: Achten Sie darauf, dass zwischen Türrahmen und Zaun keine Spalten frei bleiben, in die ein Raubtier seine Schnauze oder Pfote keilförmig hineindrücken kann.

5. Struktur und Komfort im sicheren Auslauf

Damit die Hühner trotz der geschützten Umzäunung maximalen Freiraum und Beschäftigung genießen, sollte der Innenbereich klug strukturiert werden:

  • Überdachtes Staubbad: Hühner brauchen trockene Erde oder Sand für die Gefiederpflege. Ein kleiner, dauerhaft regengeschützter Bereich im Gehege ist dafür ideal.
  • Erhöhte Sitzstangen und Kletterelemente: Hühner lieben es, den Überblick zu behalten. Platzieren Sie im Auslauf dicke Äste, Baumstümpfe oder alte Holzleitern.
  • Natürliche Deckung im Netzbereich: Pflanzen Sie im großen Netzauslauf schattenspendende, robuste Sträucher (wie Johannisbeere oder Holunder). Sie bieten den Hühnern Sichtschutz und Beschäftigung, falls sich doch einmal ein Raubvogel auf das Netz setzt.

Soll das neue Gehege direkt an ein bestehendes Hühnerhaus angebunden werden, oder planen Sie eine komplett freistehende Volieren-Konstruktion mit integriertem Schutzraum?

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