Wegrollbare Nistkästen (Abrollnester) sind die effektivste Methode, um Eier sofort nach dem Legen vor Verschmutzung, Kot und dem gefürchteten Eierfressen zu schützen. Das Prinzip ist simpel: Der Boden des Nestes hat ein leichtes Gefälle, sodass das Ei sanft nach hinten oder vorne in eine geschützte Auffangrinne rollt, an die die Hühner nicht mehr herankommen.
Für ein schnelles, kostengünstiges DIY-Projekt müssen Sie keine komplizierten Holzkonstruktionen bauen. Sie können stattdessen recycelte Kunststoffbehälter verwenden, die sich extrem leicht reinigen und desinfizieren lassen.
Hier ist eine einfache Anleitung für den Bau eines abrollbaren Nistkastens aus einem Kunststoffbehälter:
Benötigtes Material
- Ein rechteckiger Kunststoffbehälter mit Deckel (z. B. ein großer, stabiler Tidy Cats Katzenstreu-Eimer oder eine tiefe Plastikkiste).
- Eine weiche Nestmatte (z. B. Kunstrasen-Abschnitt oder eine Abrollnest-Plastikmatte).
- Ein schmales Stück Holz oder stabiler Kunststoff (als Gefälle-Keil).
- Eine Astschere oder ein Cuttermesser.
Die Bauanleitung
1.Eingang ausschneiden:Schritt 1.
Schneiden Sie mit dem Cuttermesser ein großzügiges Einstiegsloch in die Vorderseite des Kunststoffbehälters. Lassen Sie am unteren Rand einen ca. 8–10 cm hohen Steg stehen. Dieser Steg dient später dazu, das Abrollfach nach vorne hin zu begrenzen und zu verbergen.
2.Das Gefälle einbauen:Schritt 2.
Legen Sie ein schmales Stück Holz oder einen Keil ganz hinten auf den Boden des Behälters. Wenn Sie nun die Nestmatte darüberlegen, entsteht ein natürliches Gefälle von hinten nach vorne (ein Winkel von ca. 5° bis 7° ist ideal – steil genug zum Rollen, sanft genug, damit das Ei nicht zerbricht).
3.Das Eier-Auffangfach abtrennen:Schritt 3.
Platzieren Sie im vorderen Bereich (hinter dem Einstiegssteg) eine kleine Barriere aus Kunststoff oder Schaumstoff, unter der das Ei gerade so hindurchrollen kann, die Hühner aber mit dem Schnabel nicht mehr blockieren. Polstern Sie die vordere Aufprallzone mit einem weichen Stück Stoff oder Schaumstoff ab.
4.Kontrolle und Feinschliff:Schritt 4.
Entgraten Sie alle Schnittkanten des Kunststoffs mit Schleifpapier, damit sich die Hühner nicht verletzen. Machen Sie einen Testlauf mit einem gekauften Ei: Legen Sie es hinten ins Nest – rollt es selbstständig und sanft nach vorne in den geschützten Bereich unter dem Steg, ist das Abrollnest fertig.
Warum diese Variante den Stall sauberer hält
Im Gegensatz zu klassischen Holz-Nistkästen, die mit Sägemehl oder Stroh ausgekleidet sind, benötigt ein Abrollnest kaum lose Einstreu. Die Hühner können den Bereich nicht mehr zuscharren oder mit Kot verschmutzen, da sie sich nur kurz zum Legen darin aufhalten.
Sollte doch einmal Schmutz ins Nest gelangen, nehmen Sie den Kunststoffbehälter einfach heraus, spritzen ihn mit dem Gartenschlauch ab und setzen ihn trocken wieder ein. Das minimiert zudem das Risiko von Milben, die sich in den Ritzen von Holznestern bevorzugt einnisten.