Ein Hühnertunnel (oft auch als „Chunnel“ oder Chicken Tunnel bezeichnet) ist die perfekte Lösung für das klassische Dilemma vieler Gartenbesitzer: Hühner brauchen frisches Grün, Bewegung und Beschäftigung – gleichzeitig verwandeln sie ungeschützte Gemüsebeete und Rasenflächen in kürzester Zeit in eine Kraterlandschaft.
Mit einem mobilen oder fest installierten Tunnelsystem leiten Sie Ihre Hühner gezielt dorthin, wo sie nützlich sind, während empfindliche Gartenbereiche absolut geschützt bleiben.
I. Die Vorteile des Tunnelsystems
- Gezielte Schädlingsbekämpfung: Verlegen Sie den Tunnel entlang von Beetkanten, Zäunen oder direkt um Ihr Gemüsebeet herum. Die Hühner picken anrückende Schnecken, Käfer und Unkrautsamen weg, noch bevor diese das Gemüse erreichen.
- Schutz vor Raubvögeln und Feinden: Durch die geschlossene Drahtkonstruktion sind die Tiere beim Scharren und Picken im Garten sicher vor Habichten, Katzen oder Hunden geschützt.
- Schonung des Rasens: Da die Hühner auf eine schmale Bahn begrenzt sind, wird nicht der gesamte Rasen flächendurchdringend zerstört.
- Zusätzlicher Auslauf auf engstem Raum: Selbst in kleineren Hinterhöfen lässt sich der nutzbare Auslauf vervielfachen, indem ungenutzte Randstreifen entlang von Zäunen oder Schuppenwänden als Laufwege erschlossen werden.
II. Materialien für den DIY-Bau
Ein robuster und langlebiger Hühnertunnel lässt sich kostengünstig aus wenigen Standardmaterialien selbst bauen:
- Das Gerüst (Die Bögen): Flexible PVC-Rohre (z. B. 20–25 mm Durchmesser) oder robuster Baustahl-Drahtgitter (Estrichmatten), die bogenförmig gebogen werden.
- Die Verkleidung: Engmaschiger Sechskantgeflecht-Draht (Hasendraht) oder stabiler Volierendraht, der Raubtiere zuverlässig abhält.
- Die Befestigung: UV-beständige Kabelbinder, Krampen (U-Nägel) oder Bindedraht, um das Gitter am Rahmen zu fixieren.
- Die Bodenverankerung: Einfache Zeltheringe oder gebogene Metallstangen, um den Tunnel wind- und tierfest im Boden zu verankern.
III. Schritt-für-Schritt-Bauanleitung (Der flexible Bogen-Tunnel)
Diese Konstruktion ist leicht, lässt sich bei Bedarf schnell umsetzen und passt sich perfekt geschwungenen Gartenwegen an.
- Die Bögen vorbereiten: Schneiden Sie die PVC-Rohre auf die gewünschte Länge zu (für ein Hühnermaß von ca. 40 cm Höhe und Breite sollte das Rohr etwa 120–130 cm lang sein).
- Die Bögen setzen: Stecken Sie die Rohrenden im Abstand von 40–50 cm links und rechts in den Boden, sodass ein gleichmäßiger, halbrunder Bogen entsteht. Wiederholen Sie dies alle 80–100 cm entlang der geplanten Tunnelstrecke.
- Das Gitter spannen: Rollen Sie den Hasendraht über die PVC-Bögen ab. Achten Sie darauf, dass der Draht an den Seiten bündig mit dem Boden abschließt.
- Fixieren: Sichern Sie den Draht mit Kabelbindern fest an den PVC-Rohren.
- Am Boden sichern: Befestigen Sie den unteren Drahtrand alle 50 cm mit Heringeren im Erdreich, damit sich keine Lücken bilden und die Hühner nicht darunterschlüpfen können.
- Die Endstücke sichern: Wenn der Tunnel nicht direkt an eine Stalltür anschließt, müssen die Enden mit einer stabilen Klappe oder einem abnehmbaren Drahtgitter verschlossen werden.
IV. Clevere Integrationsideen für den Garten
- Der „Beet-Umfahrungs-Tunnel“: Führen Sie den Tunnel als schützenden Ring direkt um Ihre Hochbeete oder das Gemüsebeet herum. So entsteht eine unüberwindbare Barriere für Schnecken, während die Hühner die Beete wie eine natürliche Schutzpolizei bewachen.
- Der Kompost-Anschluss: Leiten Sie den Tunnel direkt zu Ihrem Komposthaufen um. Sie können den Zugang dorthin steuern, sodass die Hühner den Kompost an ausgewählten Tagen umschichten und nach Larven suchen, ohne den Haufen im gesamten Garten zu verteilen.
- Wechselsysteme: Wenn Sie den Tunnel aus leichten Segmenten bauen, können Sie den Verlauf alle paar Wochen ändern. So erholt sich der Boden, und die Hühner bekommen immer wieder frische Pickbereiche präsentiert.