Zuckerrohr (Saccharum officinarum) lässt sich überraschend gut in Töpfen anbauen. Da die Pflanze extrem frostempfindlich ist, bietet die Kübelhaltung im eigenen Garten sogar den großen Vorteil, dass man sie im Spätherbst flexibel an einen warmen, geschützten Ort überwintern kann.
Mit der richtigen Pflege gelingt die tropische Ernte auch außerhalb der Tropen:
1. Der richtige Topf und die Erde
Zuckerrohr ist ein Starkzehrer und bildet ein kräftiges Wurzelsystem aus.
- Topfgröße: Wählen Sie einen großen, schweren Kübel mit mindestens 30 bis 45 Litern Volumen (ca. 40–50 cm Durchmesser) und ausreichend Abzugslöchern. Schwere Töpfe aus Ton oder Terrakotta verhindern, dass die Pflanze bei Wind umkippt, wenn die Halme hoch wachsen.
- Substrat: Verwenden Sie eine sehr nährstoffreiche, lockere und gut durchlässige Erde. Eine Mischung aus hochwertiger Kübelflanzenerde, reichlich reifem Kompost und einer Handvoll Sand oder Perlit für die Drainage ist ideal.
2. Das Anpflanzen (Vermehrung über Stecklinge)
Zuckerrohr wird selten aus Samen gezogen, sondern fast immer über Stecklinge (Stängelstücke) vermehrt.
- Stecklinge vorbereiten: Sie benötigen ein gesundes Stück Zuckerrohrstängel mit mindestens zwei bis drei sogenannten „Augen“ (Wachstumsknoten).
- Einpflanzen: Legen Sie den Steckling waagerecht etwa 5 bis 10 cm tief in die Erde, sodass die Augen nach der Seite zeigen. Bedecken Sie ihn mit Erde und drücken Sie diese leicht an.
- Anwachsen: Halten Sie die Erde gleichmäßig feucht und stellen Sie den Topf an einen warmen Ort (mindestens 20 °C). Nach 2 bis 4 Wochen zeigen sich die ersten grünen Triebe.
3. Standort und Pflege im Sommer
Sobald die Temperaturen auch nachts stabil über 15 °C liegen, gehört der Topf nach draußen in den Garten.
- Standort: Wählen Sie den sonnigsten und wärmsten Platz in Ihrem Garten. Zuckerrohr liebt pralle Sonne und verträgt auch hohe Luftfeuchtigkeit.
- Gießen: Die Pflanze wächst in der Natur in feuchten Flussauen. Die Erde im Topf darf niemals vollständig austrocknen. Gießen Sie an heißen Sommertagen täglich, vermeiden Sie aber dauerhafte Staunässe, damit die Wurzeln nicht faulen.
- Düngen: Als Grasart benötigt Zuckerrohr viel Stickstoff. Düngen Sie die Pflanze während der Hauptwachstumsphase von Mai bis August alle zwei Wochen mit einem stickstoffbetonten organischen Flüssigdünger oder arbeiten Sie reichlich Hornspäne in die Erde ein.
4. Überwinterung
Zuckerrohr verträgt absolut keinen Frost. Sobald die Temperaturen im Herbst unter 10 °C fallen, muss die Pflanze ins Winterquartier umziehen.
- Bringen Sie den Topf in einen hellen Raum (z. B. Wintergarten oder ein sehr helles Zimmer) bei idealerweise 15 bis 20 °C.
- Reduzieren Sie das Gießen drastisch – die Erde sollte im Winter nur ganz leicht feucht gehalten werden. Düngen Sie im Winter nicht.
5. Die Ernte
Zuckerrohr benötigt je nach Wärme ca. 12 bis 18 Monate bis zur Reife. Im Topf gezogene Pflanzen erreichen meist im Spätherbst des zweiten Jahres ihre Erntegröße.
- Reife erkennen: Die Halme verfärben sich gelblich-braun, die unteren Blätter trocknen ein, und der Stängel klingt beim Abklopfen hohl und fest.
- Ernten: Schneiden Sie die dicken Halme dicht über der Erde mit einer scharfen Astschere oder einer Säge ab. Entfernen Sie die Blätter und die grüne Spitze. Das Innere des holzigen Halms enthält das süße, saftige Mark, das Sie direkt kauen oder auspressen können.
- Der Clou: Aus den verbleibenden Wurzeln im Topf treibt das Zuckerrohr im nächsten Frühjahr von ganz allein wieder aus.
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