Ein ungemähter Rasen im Garten bietet Nahrung für Bestäuber, kühlt die Bodenoberfläche und dient Kleintieren als Unterschlupf. Doch den Rasenmäher einfach wegzustellen, reicht nicht aus, denn ohne regelmäßige Pflege entsteht nur eine dichte Grasnarbe, die blühende Kräuter nach und nach verdrängt.
Die Vorstellung eines perfekt gepflegten Gartens wandelt sich. Viele Gartenbesitzer mähen nicht mehr jeden Quadratmeter gleich häufig und lassen Teile der Fläche länger wachsen.
Ein Kompromiss ist die beste Lösung. Der regelmäßig genutzte Teil bleibt niedrig, während der Streifen am Zaun, unter Obstbäumen oder in einer ruhigen Ecke naturnäher gestaltet wird.
Ein ungemähter Rasen im Garten ist nicht dasselbe wie eine Wiese.
Ein typischer Rasen besteht aus einigen wenigen Grassorten, die so gezüchtet wurden, dass sie häufig gemäht werden müssen. Lässt man sie wachsen, bilden sie zwar hohe Halme, bieten aber möglicherweise nicht viele Blüten oder Nektar.
Eine Blumenwiese beherbergt eine größere Vielfalt an Gräsern und Kräutern. Die einzelnen Arten blühen zu unterschiedlichen Zeiten und bieten Insekten über einen längeren Zeitraum der Saison Nahrung.
Der erste Schritt besteht also darin, zu beobachten. Lassen Sie die ausgewählte Fläche einige Wochen lang wachsen und schauen Sie, ob Klee, Schafgarbe, Gänseblümchen oder andere blühende Pflanzen erscheinen.
Auch eine schmale Taille kann Sinn machen
Man muss nicht den gesamten Rasen opfern, um die Natur zu unterstützen. Ein schmaler Streifen am Zaun oder ein paar unregelmäßige Beetinseln können nützliche Rastplätze für Insekten bieten.
Eine kleinere Fläche ist leichter zu kontrollieren und zu mähen und bietet dennoch genügend Platz zum Spielen, Entspannen, Wäschetrocknen oder für Haustiere.
Ein Standort in der Nähe anderer Grünflächen ist von größter Wichtigkeit. Ein Streifen neben einer Hecke, Obstbäumen oder einem Kräuterbeet schafft ein harmonischeres Gesamtbild.
Wählen Sie einen Standort, der zu Ihrer geplanten Nutzung des Gartens passt.
Platzieren Sie hohe Pflanzen nicht direkt neben dem Hauptweg, dem Sandkasten oder Bereichen, in denen sich häufig Menschen auf dem Boden aufhalten. Ein ruhiger Rand des Grundstücks ist praktischer.
Lassen Sie einen gemähten Streifen entlang der Hausfassade stehen. Dies erleichtert die Pflege, verringert den Kontakt zwischen hoher Vegetation und der Wand und vereinfacht die Schädlingsbekämpfung.
Eine gute Sicht auf die Straße oder die Ausfahrt muss gewährleistet sein. Pflanzen dürfen weder Kinder, Tiere noch den Verkehr behindern.
Die abgeschrägte Kante sorgt für ein sauberes Erscheinungsbild.
Eine naturbelassene Fläche wirkt gepflegter, wenn sie eine klar definierte Kante hat. Ein regelmäßig gemähter Streifen, so breit wie der Rasenmäher es zulässt, genügt.
Ein schmaler Pfad durch höhere Vegetation ist ebenfalls hilfreich. Er ermöglicht es, Blumen und Insekten zu beobachten, ohne die gesamte Fläche zu zertreten.
Die Form muss nicht perfekt gerade sein. Sanfte Kurven und Inseln fügen sich oft natürlicher in den Garten ein als ein scharfkantiges Rechteck.
Blühende Pflanzen sind wichtiger als die Höhe allein.
Bestäuber benötigen Pollen und Nektar, nicht nur hohe Gräser. Besteht ein Bestand fast ausschließlich aus Gräsern, bleibt sein Nährwert begrenzt.
Am wertvollsten sind Arten, die vom Frühling bis zum Herbst nach und nach blühen. Im Rasen können dies beispielsweise Gänseblümchen, Klee, Wegerich, Schafgarbe oder Hasenglöckchen sein.
Nicht jede Pflanze, die gemeinhin als Unkraut bezeichnet wird, ist unerwünscht. Bevor Sie sie entfernen, sollten Sie die Art und ihr Verhalten auf Ihrem Grundstück überprüfen.
Manche Pflanzen müssen entfernt werden, bevor sie Samen produzieren.
Invasive und stark ausbreitungsfreudige Arten können ein Naturgebiet schnell überwuchern, empfindlichere Wiesenpflanzen verdrängen und sich in benachbarte Blumenbeete ausbreiten.
Kontrollieren Sie regelmäßig, ob Pflanzenarten plötzlich auf Ihrem Grundstück auftauchen und schnell große, geschlossene Bestände bilden. Bestimmen Sie zunächst die unbekannte Pflanze.
Unerwünschte Pflanzenteile mit Wurzeln entfernen oder vor der Samenreife abmähen. Pflanzenmaterial mit entwickelten Samen darf nicht in kalten Kompost gegeben werden.
Die ersten Ergebnisse werden vielleicht nicht erfreulich sein.
Nachdem Sie das Mähen reduziert haben, kann Ihr Rasen im ersten Jahr ungleichmäßig aussehen. Manche Gräser wachsen hoch, andere bleiben spärlich, und es gibt nur wenige blühende Kräuter.
Die Umwandlung in ein artenreicheres Gebiet benötigt mehrere Vegetationsperioden. Die Pflanzen müssen Samen pr