Alte Apfelsorten erleben aufgrund ihres unverwechselbaren Geschmacks, Aromas und ihrer Vielfalt, die man im Handel selten findet, ein Comeback in den Gärten. Allerdings sind sie nicht automatisch gegen alle Krankheiten resistent oder für jeden Standort geeignet. Der Erfolg hängt daher von der Wahl der Sorte, der Unterlage und des passenden Befruchters ab.
Als alte oder historische Apfelsorten gelten in der Regel Bäume, die seit vielen Jahrzehnten kultiviert werden, oft schon vor der Verbreitung moderner kommerzieller Sorten. Einige stammen aus dem 19. Jahrhundert, andere sind deutlich älter.
Ihre Bedeutung ist nicht nur nostalgischer Natur. Sie bewahren die genetische Vielfalt, unterschiedliche Reifezeiten und Aromen, die von herb-sauer über würzig bis hin zu fast honigsüß reichen.
Alte Apfelsorten bilden keine homogene Gruppe
Unter den historischen Apfelsorten finden sich sowohl sehr robuste als auch empfindlichere Exemplare. Einige vertragen Frost gut, während andere einen wärmeren Standort und regelmäßigen Schutz vor Schorf oder Mehltau benötigen.
Die Behauptung, dass jede alte Sorte ohne Spritzmittel gedeiht, ist daher nicht korrekt. Das Ergebnis hängt von der jeweiligen Sorte, dem lokalen Klima, dem Boden, der Luftzirkulation und dem Krankheitsdruck im Gebiet ab.
Vor dem Kauf sollten Sie sich bei Anbauern in einer ähnlichen Region nach ihren Erfahrungen erkundigen. Eine Sorte, die in einem kühlen Becken gut gedeiht, wächst in einem warmen, feuchten Obstgarten möglicherweise nicht so gut.
Die größte Attraktion bleibt der Geschmack.
Moderne Apfelsorten für den kommerziellen Anbau werden oft nach Aussehen, Festigkeit und Transportfähigkeit ausgewählt. Antike Sorten entwickelten sich unter anderen Bedingungen, und viele wurden vor allem wegen ihres Geschmacks oder ihrer speziellen Verwendung in der Küche geschätzt.
Manche Äpfel eignen sich zum direkten Verzehr, andere entfalten ihr volles Aroma erst in Kuchen, Apfelwein, Pürees oder nach einigen Wochen Lagerung. Ein frisch gepflückter Winterapfel mag hart und sauer sein, entwickelt aber durch die Reifung ein volleres Aroma.
Bei der Auswahl reicht es nicht, einfach nach der besten Sorte zu fragen. Wichtig ist vielmehr, ob man frühreife Äpfel, Backäpfel, Lageräpfel oder Äpfel mit einem besonders süßen Dessertgeschmack bevorzugt.
Antonovka zählt zu den langlebigsten Optionen.
Die Sorte Antonovka ist bekannt für ihre hohe Frostresistenz und ihr kräftiges Wachstum. Sie bringt säurebetonte, aromatische Äpfel hervor, die sich für Apfelwein, Püree, Konfitüre und Backwaren eignen.
Auf einer kräftigen Unterlage kann ein Baum eine beachtliche Größe erreichen. Wählen Sie daher für einen kleinen Garten eine langsamer wachsende Unterlage oder sorgen Sie für ausreichend Platz.
Es handelt sich nicht um typische süße Dessertäpfel. Ihr Vorteil liegt in ihrer frischen Säure, ihrem Aroma und ihren kulinarischen Verwendungsmöglichkeiten.
Die Kirche bietet sehr süße Früchte an.
Kośtela ist eine alte Apfelsorte, die mit traditionellen polnischen Obstgärten in Verbindung gebracht wird. Die Äpfel sind süß, leicht aromatisch und haben einen niedrigen Säuregehalt.
Die Sorte kann später Früchte tragen, und der Ertrag kann von Jahr zu Jahr schwanken. Bei einem kräftig wachsenden Baum sind Geduld und regelmäßiger Erziehungsschnitt erforderlich.
Diese Sorte eignet sich für Erzeuger, die einen süßen Apfel zum direkten Verzehr suchen. Liebhaber stark säuerlicher Äpfel könnten sie als zu mild empfinden.
Papierovka wird einen der ersten Äpfel der Saison liefern.
Die Papierovka-Olive, auch bekannt als durchscheinende Sommerolive oder Inflancka-Olive, reift sehr früh. In wärmeren Regionen werden die Früchte im Sommer geerntet.
Die Äpfel sind saftig, frisch und angenehm säuerlich, werden aber schnell mehlig. Sie eignen sich nicht zur längeren Lagerung.
Ernten Sie sie nach und nach und verarbeiten Sie sie kurz nach der Ernte. Sie eignen sich hervorragend für Pürees, erste Sommerkuchen und Kompotte.
Lederlabgefäße fallen in der Küche und im Stauraum auf.
Mehrere verwandte oder ähnlich benannte Sorten werden unter der Bezeichnung „lederartiges“ oder „graues Lab“ angebaut. Typisch sind die raue, rostbraune Schale und das feste, aromatische Fruchtfleisch.
Der Geschmack ist typischerweise säuerlich, würzig und unverwechselbar. Die Äpfel behalten beim Backen gut ihre Form und gewinnen oft durch die Reifung an Geschmack.
Achten Sie beim Kauf auf die genaue Sortenbezeichnung. Die volkstümlichen Namen variieren je nach Region, und zwei als „graues Lab“ bezeichnete Bäume sind möglicherweise nicht identis