Ein klassisches Phänomen im Hochsommer: Viele Rosen legen im Juli eine Blühpause ein oder erschöpfen sich nach der ersten großen Blühwelle. Wenn Nachbarn in dieser Phase einen „Geheimtipp“ auf Lager haben, handelt es sich meist um eine von drei einfachen, aber extrem wirksamen Maßnahmen:
1. Der richtige Sommer-Rückschnitt („Remontierschnitt“)
Viele schneiden verwelkte Blüten nur direkt unter dem Blütenkopf ab. Der Trick der erfahrenen Gärtnerin ist jedoch radikaler:
- Der Schnitt: Schneide den verblühten Trieb bis kurz über das erste voll entwickelte, 5-teilige Blatt (von oben gezählt) zurück.
- Warum das wirkt: Ein kräftiger Schnitt regt das schlafende Auge in der Blattachse an. Die Rose verschwendet keine Energie in die Bildung von Hagebutten (Samen), sondern treibt innerhalb von 4–6 Wochen mit neuen Blütenknospen aus.
2. Der „Sommer-Kick“ durch die richtige Düngung
Ein weiterer häufiger Nachbarschaftstrick betrifft die Nährstoffzufuhr im Juli:
- Schnelle organische Nährstoffe: Ein Guss mit Brennnesseljauche oder die Gabe von schnell verfügbarem, kalium- und magnesiumreichem Organikdünger (z. B. eine kleine Handvoll Patentkali oder organischer Rosendünger) gibt der Pflanze den nötigen Impuls für den zweiten Flor.
- Wichtig im Juli: Nach Ende Juli/Anfang August sollte kein Stickstoff mehr gedüngt werden, damit die neuen Triebe bis zum Winter noch ausreifen können und nicht frostempfindlich bleiben.
3. Durchdringendes Wässern an der Basis (Nie von oben!)
Im heißen Juli verdunstet extrem viel Wasser.
- Der Fehler: Täglich nur ein bisschen die Oberfläche zu besprengen.
- Die Nachbar-Lösung: Alle 3–4 Tage einmal gründlich und durchdringend (10–15 Liter pro Strauch) direkt an die Wurzel gießen. Die Blätter bleiben dabei trocken, um Pilzkrankheiten wie Sternrußtau oder Mehltau zu vermeiden.
Zusatz-Tipp: Eine Mulchschicht gegen die Hitze
Eine 3–5 cm dicke Schicht aus Rasenschnitt oder Rindenmulch/Kompost rund um den Wurzelbereich hält die Feuchtigkeit im Boden, schützt die Flachwurzeln vor der prallen Julisonne und hält das Bodenleben aktiv.
>