Ein Hochbeet aus alten, recycelten Ziegelsteinen ist ein absoluter Hingucker im Garten! Die Kombination aus warmen, verwitterten Rottönen und saftigem Grün verleiht jedem Außenbereich einen traumhaften, mediterranen oder englischen Cottage-Charme.
Darüber hinaus speichern Ziegelsteine am Tag die Sonnenwärme und geben sie nachts langsam an die Erde ab – deine Pflanzen werden es lieben!
Hier ist die Schritt-für-Schritt-Anleitung für ein stabiles, langlebiges Ziegel-Hochbeet:
1. Vorbereitung & Material
- Ziegelsteine: Alte Vollziegel (Klinker oder Backsteine). Wichtig: Keine weichen Innenwandziegel verwenden, da diese bei Frost zerbröseln!
- Mörtel: Trasszement-Mörtel (Trass verhindert unschöne weiße Kalkausblühungen auf den Ziegeln) oder Mörtel der Mörtelgruppe III.
- Fundament: Schotter/Kies (Körnung 0/32) für ein dränierendes Kiesfundament.
- Schutz: Noppenbahn (zum Schutz der Innenseite) und Wühlmausgitter.
2. Schritt-für-Schritt-Bauanleitung
Schritt 1: Das Fundament setzen (Das A und O)
Ziegelsteine sind schwer. Damit das Hochbeet im Winter durch Frost nicht absackt oder reißt, brauchst du ein solides Fundament:
- Stecke die Maße des Hochbeets ab (z. B. 200 x 100 cm, Höhe ca. 70–80 cm).
- Hebe entlang der Außenmauer einen ca. 20–30 cm tiefen Graben aus.
- Fülle den Graben etwa 15–20 cm hoch mit Schotter/Kies auf und verdichte ihn gut (z. B. mit einem Handstampfer).
- Optional: Eine dünne Sauberschicht aus Beton (ca. 5 cm) auf dem Kies sorgt für eine perfekt waagerechte erste Steinreihe.
Schritt 2: Die Ziegel mauern
- Erste Reihe: Setze die erste Schicht Ziegelsteine akkurat ins Mörtelbett. Nutze eine Wasserwaage und Richtschnur – die erste Reihe entscheidet über die Stabilität des gesamten Beets!
- Im Verband mauern: Mauer die folgenden Reihen versetzt (Halbverband), sodass nie Stoßfuge auf Stoßfuge liegt. Das verleiht der Mauer ihre Festigkeit.
- Entwässerungslöcher lassen: Lasse in der untersten Schicht über dem Bodenniveau alle paar Steine die Stoßfuge frei von Mörtel (Stoßfugenlüftung), damit überschüssiges Wasser ablaufen kann.
Schritt 3: Innenleben schützen & Befüllen
- Wühlmausgitter: Lege den Innenbereich am Boden komplett mit engmaschigem Kaninchendraht/Wühlmausgitter aus.
- Noppenbahn: Kleide die Innenseite der Ziegelwand mit Noppenbahn (Noppen zur Steinwand gerichtet) aus. Das schützt den Mörtel vor dauerhafter Feuchtigkeit aus der Erde und verhindert Frostschäden im Winter.
- Der Schichtaufbau (von unten nach oben):
- 30 % Grobschnitt: Äste, Zweige, Holzhäcksel (Sorgt für Belüftung).
- 20 % Feinschnitt: Laub, Rasenschnitt oder umgedrehte Rasensoden.
- 25 % Kompost: Reifer Stallmist oder Rohkompost (Treibstoff für die Pflanzen).
- 25 % Pflanzerde: Hochwertige Muttererde/Mutterboden-Mischung obenauf.
💡 Profi-Tipps für die perfekte Optik:
- Shabby-Chic vs. Sauber: Lass Mörtelreste nicht zu lange auf der Ziegelfront trocknen. Schrubbe die Steine kurz nach dem Anziehen des Mörtels mit einem feuchten Schwamm ab, um saubere Fugen zu bekommen.
- Alte Dachziegel als Randabschluss: Wenn du noch alte Ton-Dachziegel übrig hast, kannst du diese hochkant oder leicht überlappend als decorative Kante auf die oberste Reihe der Mauer setzen.
- Kräuter in den Ritzen: Wenn du an manchen Stellen auf der obersten Schicht kleine Fugen aussparst und etwas Erde hineinfüllst, kannst du dort Steingartenpflanzen wie Thymian oder Hauswurz einpflanzen!