Geschichte und praktische Bedeutung des Unterkleids in der Sowjetzeit

Moderne Frauen kennen das Unterkleid wahrscheinlich nicht mehr, doch von den 1950er- bis zu den 1980er-Jahren war es ein unverzichtbarer Bestandteil der Alltagsgarderobe fast jeder Frau.

Diese Art von Unterwäsche wurde nicht nur in der UdSSR, sondern weltweit getragen.

Unterkleider dienten als Alternative zu Unterhemden und wurden direkt unter Kleidern getragen. Schlichte Modelle bestanden aus praktischer Baumwolle, während aufwendigere und teurere Varianten aus Seide gefertigt waren.

In den 1970er-Jahren kamen synthetische Modelle auf, oft mit Spitzenbesatz verziert. Die Länge dieser Unterwäsche reichte typischerweise bis zum Knie oder knapp darüber.

Die Frage, wie man ein Unterkleid zu Hosen trägt, stellte sich damals nicht. Bis Mitte der 1970er-Jahre trugen Frauen selten Hosen, und auch später blieben Röcke und Kleider die dominierenden Kleidungsstücke.

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Trug eine Frau Hosen, wurde darunter kein Unterkleid getragen.

Die Hauptfunktionen solcher Unterwäsche wurden durch die damaligen Alltagsgegebenheiten, vor allem die Hygiene, bestimmt.

Da automatische Waschmaschinen praktisch unbekannt waren und nicht jede Familie über eine eigene Waschmaschine verfügte, wurde hochwertige Oberbekleidung, darunter auch Winterkleider aus Wolle, selten gewaschen.

Der Unterrock diente als Schutzschicht und erleichterte so das Waschen und Trocknen.

Darüber hinaus schützte er die empfindliche Haut vor dem Kontakt mit den rauen oder kratzigen Stoffen der Wollkleider.

Im Sommer diente er als Petticoat und verbarg die Transparenz empfindlicher Stoffe in der Sonne, was als wichtiger Aspekt der Sittsamkeit galt.

Ebenso wurde ein schöner Unterrock unter transparenten Blusen aus Batist oder Spitze getragen, um den BH zu verbergen – dies galt als ästhetisch ansprechende und angemessene Lösung.

Eine weitere wichtige Funktion war der Schutz vor statischer Aufladung. Mit der Verbreitung synthetischer Stoffe luden sich Röcke oft statisch auf und klebten an den Beinen.

Dieses Problem wurde entweder durch die Verwendung antistatischer Produkte wie Lana oder einfach durch das Tragen eines Unterkleids gelöst, das verhinderte, dass der Stoff zu eng saß und unschön hochrutschte.

Auch die Ästhetik spielte eine Rolle. In den 1970er- und 1980er-Jahren begann die sowjetische Industrie, attraktivere Modelle herzustellen.

Dies war bedeutsam, da die typische Unterwäsche jener Zeit – Slips und BHs – oft eher schlicht geschnitten war.

Ein schönes Unterkleid trug zu einem anmutigen und selbstbewussten Erscheinungsbild bei und entsprach dem natürlichen Wunsch der Frau, attraktiv zu wirken.

Heute sind Unterkleider im Alltag fast völlig verschwunden und gelten, ähnlich wie Korsetts oder Strumpfhalter, als Antiquitäten.

Dennoch begründete dieses Kleidungsstück den Trend der Unterkleider, die moderne Frauen heute als eigenständiges Kleidungsstück und nicht mehr als Unterwäsche tragen.

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