
Der richtige Schnitt von schwarzen Johannisbeeren entscheidet darüber, ob der Strauch jedes Jahr reichlich Früchte trägt oder zu einem dichten Gewirr alter Zweige mit immer geringerer Ernte wird. Der größte Fehler ist, sie genauso wie rote oder weiße Johannisbeeren zu schneiden und zu viel altes Holz am Strauch zu belassen.
Schwarze Johannisbeeren liefern ihren ergiebigsten Ertrag hauptsächlich an kräftigen Trieben des Vorjahres und an jüngeren Teilen zwei- bis dreijähriger Zweige. Daher benötigen sie regelmäßige Verjüngungsmaßnahmen, die stetig Platz für neue Triebe an der Basis schaffen.
Wenn alte Äste viele Jahre am Strauch verbleiben, verdichtet sich die Krone und es dringt weniger Licht ein. Junge Triebe werden schwächer, die Blüte nimmt ab und damit auch die Menge an qualitativ hochwertigen Früchten.
Der Schnitt von schwarzen Johannisbeeren unterscheidet sich von dem von roten und weißen.
Der Unterschied zwischen den einzelnen Johannisbeerarten liegt nicht nur in der Farbe der Früchte. Besonders wichtig ist das Alter des Holzes, an dem sie die meisten Früchte tragen.
Rote und weiße Johannisbeeren tragen auch an älteren Zweigen zuverlässig Früchte. Bei schwarzen Johannisbeeren ist es jedoch vorteilhafter, junges Holz regelmäßig zu stützen, da dieses den Großteil der besten Ernte trägt.
Wendet man bei allen Johannisbeersträuchern dieselbe Schnittmethode an, altert der Strauch allmählich. Es bilden sich weniger junge Triebe, und die Ernte verlagert sich auf kürzere Teile älterer Zweige, die nicht mehr so kräftig sind.
Auf welche drei Schießstände sollten Sie zuerst achten?
Bei einem ausgewachsenen Strauch sollten Sie sich jedes Jahr auf die zwei bis drei ältesten Haupttriebe konzentrieren. Sie erkennen diese an ihrer dunkleren, dickeren und raueren Rinde und oft auch an der größeren Anzahl kurzer Seitenzweige.
Schneiden Sie diese Triebe so nah wie möglich am Boden ab. Lassen Sie keine langen Stümpfe stehen, da diese unnötig Platz beanspruchen und die weitere Pflege des Strauchs erschweren können.
Es geht nicht darum, wahllos drei Äste zu entfernen. Man sollte immer die ältesten Holzstücke auswählen, die bereits weniger kräftiges neues Wachstum hervorbringen und das Innere des Strauchs verdichten.
Warum alte Äste die nächste Ernte behindern
Ein älterer Trieb kann zwar noch Früchte tragen, aber seine Fruchtbildung ist nicht so ertragreich wie die von jüngerem Holz. Außerdem verbraucht er Wasser und Nährstoffe, die die Pflanze für die Bildung neuer, kräftigerer Triebe nutzen könnte.
Durch das Entfernen einiger der ältesten Äste gelangt mehr Licht ins Innere des Strauchs. Die bessere Luftzirkulation trägt außerdem dazu bei, dass die Blätter nach Regen oder Bewässerung schneller trocknen.
Ein luftigerer Strauch lässt sich leichter kontrollieren und ernten. Die Früchte reifen gleichmäßiger und werden bei einer dichten Krone seltener zwischen den verschlungenen Zweigen versteckt.
Wie viele Haupttriebe sollte ein guter Strauch haben?
Ein gut gepflegter Johannisbeerstrauch benötigt nicht Dutzende von Haupttrieben. Bei einem ausgewachsenen Strauch genügt es, etwa acht bis zehn kräftige Triebe unterschiedlichen Alters zu erhalten.
Idealerweise sollten ein-, zwei- und dreijährige Triebe am Strauch verbleiben. Entfernen Sie nach und nach die ältesten Teile und ersetzen Sie sie durch neue Triebe, die direkt aus der Basis wachsen.
Auf diese Weise erneuert sich der Strauch ständig selbst, ohne dass er alle paar Jahre radikal zurückgeschnitten werden muss, und behält gleichzeitig genügend fruchttragendes Holz für die folgende Saison.
Wann man schwarze Johannisbeeren nach der Ernte beschneiden sollte
Die erste Kontrolle des Strauchs kann unmittelbar nach der Ernte erfolgen. Entfernen Sie dabei beschädigte, kranke, sehr schwache oder abgebrochene Äste und Triebe, die am Boden liegen.
Schneiden Sie außerdem Äste ab, die in die Krone hineinwachsen oder sich kreuzen. Ziel ist es nicht, den Strauch drastisch zu verkleinern, sondern sein Inneres freizulegen und Holz zu entfernen, das keine gute Form mehr bietet.
Nach der Ernte können Sie auch deutlich erkennen, welche Zweige nur schwach ausgetrieben haben. Diese Information wird Ihnen beim nächsten größeren Rückschnitt am Ende des Winters oder im zeitigen Frühjahr helfen.
Der wichtigste Schnitt erfolgt vor Beginn des Wachstums.

Der Hauptschnitt erfolgt im Spätwinter oder im zeitigen Frühjahr, vor dem intensiven Austrieb. Ohne Blätter ist das Gerüst des Strauchs gut erkennbar und das Alter der einzelnen Triebe lässt sich leichter einschätzen.
Zuerst sollte man trockenes, beschädigtes und krankes Holz entfernen. Anschließend wählt man die zwei bis drei ältesten Haupttriebe aus und schneidet sie bodennah ab.
Überprüfen Sie abschließend die jungen Zweige. Lassen Sie die kräftigsten und am besten positionierten Triebe an der Basis wachsen, um das entfernte alte Holz nach und nach zu ersetzen.
Was tun mit dünnen und sich kreuzenden Trieben?
Nicht jeder junge Trieb ist wertvoll, nur weil er neu ist. Sehr dünne, schwache oder beschädigte Triebe können den Strauch unnötig verdichten, ohne wesentlich zur Ernte beizutragen.
Entfernen Sie außerdem Triebe, die spitz nach innen in die Krone wachsen oder an benachbarten Ästen reiben. Reibung schädigt die Rinde und macht die betroffenen Stellen anfälliger für weitere Schäden.
Kräftige, aufrechte Triebe mit ausreichend Platz sind erwünscht. Sie bilden ein neues Gerüst für den Strauch und tragen in den folgenden Jahren die meisten fruchttragenden Seitentriebe.
Nach dem Pflanzen werden schwarze Johannisbeeren viel niedriger abgeschnitten.
Ein junger, frisch gepflanzter Strauch benötigt eine andere Pflege als eine ältere Pflanze. Nach dem Pflanzen lässt man etwa drei bis fünf der kräftigsten Triebe stehen und kürzt sie auf etwa 20 bis 30 Zentimeter über dem Boden.
Dieser Rückschnitt fördert die Verzweigung und das Austreiben neuer Triebe an der Basis der Pflanze. Der Strauch entwickelt dadurch von Anfang an eine breitere und kräftigere Basis.
In den ersten Jahren geht es nicht darum, viel Holz zu schneiden. Wichtiger ist es, eine ausgewogene Anzahl kräftiger Äste zu entwickeln und nur schwache, kranke oder unpassend wachsende Triebe zu entfernen.
Wie man das Alter von Trieben bestimmt, ohne Jahre zu zählen
Jährliche Triebe sind in der Regel leichter, glatter und flexibler. Sie sind kräftig, wachsen meist aufrecht und entspringen oft direkt der Basis des Strauchs.
Die Rinde dunkelt mit dem Alter nach und verdickt sich. Ältere Äste sind stärker verzweigt, weisen mehr kurze Seitentriebe auf und wirken oft weniger vital.
Wenn Sie sich unsicher sind, schneiden Sie nicht unüberlegt mit dem dicksten Ast. Achten Sie auf die Kombination aus Rindenfarbe, Menge des jungen Austriebs und die Position des Triebs am Strauch.
Eine scharfe Schere ist wichtiger, als Sie denken.
Verwenden Sie für den regelmäßigen Rückschnitt eine scharfe, saubere Gartenschere. Dickere, ältere Äste lassen sich leichter mit einer kleinen Astsäge entfernen.
Der Schnitt sollte sauber und gerade sein, ohne ausgefranste Rinde. Ein stumpfes Werkzeug quetscht den Ast, wodurch eine größere Wunde entsteht und die Heilung länger dauert.
Es empfiehlt sich, Werkzeuge zu reinigen, wenn man zwischen kranken und gesunden Sträuchern wechselt. Dadurch wird das Risiko verringert, Krankheiten von einer Pflanze auf die andere zu übertragen.
Ein alter, vernachlässigter Strauch kann verjüngt werden
Schwarze Johannisbeeren, die mehrere Jahre lang nicht geschnitten wurden, landen nicht zwangsläufig im Kompost. Solange der Strauch noch lebt und gesund ist, kann er einen kräftigeren Verjüngungsschnitt gut vertragen.
Bei einem stark vernachlässigten Strauch sollte man einen Großteil des alten und schwachen Holzes entfernen. Die Pflanze wird dann aus der Basis neue Triebe bilden.
Wählen Sie in der folgenden Saison etwa acht der kräftigsten und am besten verteilten Bäume aus. Entfernen Sie die übrigen, damit die neue Krone nicht von Anfang an unnötig dicht wird.
Die häufigsten Fehler beim Beschneiden von schwarzen Johannisbeeren
Der häufigste Fehler ist, die ältesten, dunklen Zweige zu lange stehen zu lassen. Der Züchter glaubt, ein großer Zweig müsse viele Früchte tragen, obwohl bei schwarzen Johannisbeeren jüngeres Holz oft besser geeignet ist.
- Schwarze Johannisbeeren sollten nicht auf die gleiche Weise beschnitten werden wie rote und weiße Johannisbeeren.
- Entfernen Sie jedes Jahr etwa zwei bis drei der ältesten Haupttriebe.
- Schneiden Sie sie so nah wie möglich am Boden ab und lassen Sie keine langen Stümpfe stehen.
- Lassen Sie kräftige junge Triebe aus der Basis wachsen.
- Entfernen Sie schwache, kranke, liegende und sich kreuzende Äste.
Der zweite Fehler ist ein zu dichter Strauch. Auch wenn er viele Äste hat, bedeutet die Menge an Holz nicht automatisch mehr Johannisbeeren, da die inneren Teile unter Licht- und Luftmangel leiden.
Der dritte Fehler besteht darin, alle jungen Triebe zu entfernen, um eine ordentliche Form zu erhalten. Doch gerade das neue, kräftige Wachstum stellt die Zukunft der Pflanze dar.
Wenn man jedes Jahr drei Triebe ersetzt, bleibt der Strauch jung.
Schwarze Johannisbeeren lassen sich am besten im regelmäßigen Generationswechsel schneiden. Jedes Jahr entfernt man zwei bis drei der ältesten Hauptzweige und lässt etwa die gleiche Anzahl an qualitativ hochwertigen jungen Trieben stehen.
Dadurch bleibt der Strauch luftig und leicht und erneuert ständig sein fruchtbarstes Holz. Man muss nicht warten, bis er völlig alt ist und keine zufriedenstellende Ernte mehr liefert.
Wenn Sie sich bei jedem Rückschnitt die einfache Frage stellen, welche Zweige die ältesten sind und welche jungen sie ersetzen können, haben Sie die Grundlage für die richtige Pflege geschaffen. Diese Regelmäßigkeit bestimmt, wie viele Früchte Sie in den kommenden Jahren von einem gesunden Strauch ernten werden.