Nesselsucht: Die überraschenden Ursachen hinter diesen juckenden roten Quaddeln

Sie wachen eines Morgens mit roten, geschwollenen Quaddeln auf, die so stark jucken wie nie zuvor. Keine sichtbaren Insektenstiche, nichts Ungewöhnliches auf dem Teller … und trotzdem spielt Ihre Haut verrückt. Nesselsucht gehört zu den Hautreaktionen, die völlig unerwartet auftreten können. Und das Faszinierende – und gleichzeitig etwas Verwirrende – ist, dass die Auslöser oft viel zahlreicher sind, als man denkt.

Was passiert eigentlich unter Ihrer Haut? Nesselsucht ist die Folge einer Art innerer Reaktion. Bestimmte Zellen im Körper, sogenannte Mastzellen, setzen Histamin ins Blut frei. Die Folge? Winzige Blutgefäße in der Haut geben Flüssigkeit ab, wodurch die charakteristischen geschwollenen Quaddeln entstehen – rot an den Rändern und blasser in der Mitte.

Was Nesselsucht von anderen Hautreaktionen unterscheidet, ist ihre vorübergehende Natur: Jede Quaddel verschwindet in der Regel innerhalb von 24 Stunden spurlos. Doch schnell können neue an anderen Körperstellen auftreten. Ärgerlich, nicht wahr?

Akut oder chronisch: Nicht dasselbe. Es gibt zwei Hauptformen der Urtikaria. Die akute Form dauert weniger als sechs Wochen und hat oft eine erkennbare Ursache – eine Nahrungsmittelallergie, ein Medikament oder eine Virusinfektion wie eine einfache Erkältung. Die chronische Form hingegen hält über einen längeren Zeitraum an. In vielen Fällen lässt sich kein spezifischer Auslöser feststellen: Das Immunsystem reagiert ohne ersichtlichen Grund überempfindlich.

Auslöser, die uns immer wieder überraschen: Spontan denken wir an Nahrungsmittelallergien – Meeresfrüchte, Eier, Milch, Nüsse – oder Medikamente wie Aspirin. Die wahren Überraschungen lauern jedoch bei der sogenannten physikalischen Urtikaria, die durch alltägliche Reize ausgelöst wird:

>

– Kälte: Manche Menschen bekommen Quaddeln, sobald sie im Winter nach draußen gehen oder in ein kaltes Becken springen. – Sonne: Ja, ein schöner Sonnentag kann ausreichen, um bei empfindlicher Haut eine Reaktion auszulösen. – Hitze und körperliche Anstrengung: Ein intensives Training oder ein zu heißes Bad können cholinergische Urtikaria auslösen. – Enge Kleidung: Der Druck von zu engen Jeans oder elastischen Trägern kann deutliche Abdrücke hinterlassen. Emotionaler Stress: Er löst Nesselsucht zwar nicht direkt aus, kann aber bei entsprechend veranlagten Personen die Schübe deutlich verstärken.

Was tun, wenn es passiert?
Die gute Nachricht: Nesselsucht lässt sich gut behandeln. Antihistaminika – rezeptfrei in Apotheken erhältlich – sind nach wie vor die Standardtherapie. Sie blockieren die Wirkung von Histamin und lindern den Juckreiz schnell. In schwereren oder anhaltenden Fällen kann der Arzt für kurze Zeit Kortikosteroide verschreiben.

Am effektivsten ist es jedoch, die eigenen Auslöser zu erkennen und zu vermeiden. Ein kleines Tagebuch über die Schübe – was Sie gegessen haben, Ihre täglichen Aktivitäten, das Wetter, Ihr Stresslevel – kann Ihnen helfen, die Auslöser besser zu verstehen.

Wenn der Ausschlag von Gesichtsschwellungen oder Atemnot begleitet wird, begeben Sie sich umgehend in die Notaufnahme.

Ihre Haut sendet Ihnen Signale: Sie zu deuten, ist schon die halbe Miete.

Leave a Comment