Wissenschaftler haben das herzgesündeste Getreide identifiziert.

Gerste zählt zu den ältesten Getreidearten der Menschheit. Archäologische Funde belegen, dass sie erstmals um 7000 v. Chr. in Mesopotamien angebaut wurde.

Über Jahrtausende hinweg entwickelte sich dieses unscheinbare Getreide zu einem wichtigen Bestandteil der Ernährung vieler Völker weltweit. Es wurde zur Herstellung von Brot, Brei, Suppen, Getränken und sogar der ersten Biersorten verwendet.

Der wissenschaftliche Name der Pflanze lautet Hordeum vulgare. Jahrhundertelang war Gerste ein Grundnahrungsmittel in den Mittelmeerländern, bis sie allmählich von Weizen verdrängt wurde.

Heute wächst das Interesse an dieser Getreideart aufgrund ihrer reichhaltigen Zusammensetzung, ihres hohen Nährwertes und ihrer zahlreichen gesundheitlichen Vorteile wieder.

Welche Gerstensorten sind im Handel erhältlich? Im Handel sind drei Gerstensorten am häufigsten zu finden, die sich in Verarbeitung, Kochzeit und Nährstoffgehalt unterscheiden.

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Geschälte Gerste wird nur minimal verarbeitet. Nur die harte äußere Schale wird entfernt, wodurch die meisten Vitamine, Mineralstoffe und Ballaststoffe erhalten bleiben. Dieses Produkt gilt als eines der gesündesten.

Perlgraupen werden zusätzlich gemahlen und poliert. Dadurch werden die Körner fein, leicht und garen deutlich schneller. Allerdings gehen dabei mit der Schale auch einige Ballaststoffe und Mikronährstoffe verloren.

Vollkorngerste wird praktisch nicht verarbeitet und behält so viele Nährstoffe wie möglich.

Sie benötigt eine längere Kochzeit, hat aber einen vollen Geschmack und einen hohen Nährwert. Diese Gerste eignet sich hervorragend für Suppen, Beilagen, warme Salate und Risotto-ähnliche Gerichte.

Nährwert von Gerste
Gerste zählt zu den nährstoffreichsten Getreidesorten. 100 Gramm trockene, geschälte Gerste enthalten etwa:

ca. 354 kcal;
73 g komplexe Kohlenhydrate;
17 g Ballaststoffe;
12 g pflanzliches Eiweiß.

Eine Portion gekochter Gerstenbrei von etwa 215 Gramm liefert ungefähr 255 kcal, enthält etwa 5,6 g Protein und fast 4 g Ballaststoffe.

Gerste ist außerdem reich an B-Vitaminen, Magnesium, Kalium, Phosphor, Eisen, Zink, Kupfer, Mangan und wertvollen löslichen Ballaststoffen – Beta-Glucanen.

Es ist wichtig zu wissen, dass Gerstenprotein nicht alle essentiellen Aminosäuren enthält. Insbesondere ist der Lysingehalt relativ niedrig.

Um ein möglichst vollständiges Protein zu erhalten, empfehlen Ernährungswissenschaftler daher, Gerstengerichte mit Bohnen, Linsen, Kichererbsen, Erbsen oder anderen Hülsenfrüchten zu kombinieren.

Förderung der Darmgesundheit
Einer der Hauptvorteile von Gerste ist ihr hoher Gehalt an löslichen Ballaststoffen und Beta-Glucanen.

Diese Substanzen schaffen ein nährstoffreiches Milieu für eine gesunde Darmflora, erhalten das bakterielle Gleichgewicht aufrecht und verbessern die Verdauung.

Regelmäßiger Gerstenkonsum trägt zur Normalisierung des Stuhlgangs bei, lindert Verstopfung, fördert das Wohlbefinden im Verdauungssystem und kann Darmentzündungen reduzieren.

Einige Studien deuten zudem darauf hin, dass Lebensmittel mit einem hohen Gehalt an Beta-Glucanen die Symptome des Reizdarmsyndroms lindern können.

Gerste hilft, den Blutzuckerspiegel zu regulieren. Lösliche Ballaststoffe verlangsamen die Verdauung von Kohlenhydraten und die Freisetzung von Glukose ins Blut. Dies führt zu einem langsameren Anstieg des Blutzuckerspiegels nach den Mahlzeiten ohne plötzliche Spitzen.

Diese Eigenschaft macht Gerstengerichte besonders vorteilhaft für Menschen mit Prädiabetes, Insulinresistenz oder einem erhöhten Risiko, an Typ-2-Diabetes zu erkranken.

Es ist jedoch wichtig, auf eine abwechslungsreiche Ernährung zu achten und die Empfehlungen Ihres Arztes zu befolgen.

Gerste fördert die Herz-Kreislauf-Gesundheit. Wissenschaftliche Studien belegen einen Zusammenhang zwischen regelmäßigem Gerstenkonsum und einem niedrigeren LDL-Cholesterinspiegel („schlechtes“ Cholesterin). Beta-Glucane tragen dazu bei, die Cholesterinaufnahme im Darm zu reduzieren, was sich positiv auf die Gefäßgesundheit auswirkt.

Zusätzlich unterstützen Magnesium, Kalium und B-Vitamine in Gerste die normale Herzmuskelfunktion und tragen zur Regulierung von Blutdruck und Stoffwechsel bei.

Langes Sättigungsgefühl
Gerste ist reich an Ballaststoffen und komplexen Kohlenhydraten, die deutlich langsamer verdaut werden als raffinierte Mehlprodukte.

Beim Kochen quellen die Körner auf, und die Ballaststoffe binden Wasser. Dies trägt zu einem länger anhaltenden Sättigungsgefühl bei, reduziert die Wahrscheinlichkeit von Überessen und erleichtert die Gewichtskontrolle.

Deshalb wird Gerstenbrei häufig für alle empfohlen, die sich gesund ernähren möchten.

Natürliche Antioxidantien
Gerste enthält Flavonoide, Phenolverbindungen, Lignane und andere pflanzliche Antioxidantien.

Diese schützen die Körperzellen vor den Auswirkungen freier Radikale, die den Alterungsprozess beschleunigen und die Gesundheit beeinträchtigen können.Sie tragen zur Entwicklung chronischer Krankheiten bei.

Antioxidantien helfen zudem, Entzündungen zu reduzieren, das Immunsystem zu stärken und wirken sich positiv auf die allgemeine Gesundheit aus.

Sie können die Lebergesundheit unterstützen.
Mehrere wissenschaftliche Studien zeigen, dass der regelmäßige Verzehr ballaststoffreicher Lebensmittel den Fettstoffwechsel in der Leber positiv beeinflussen kann.

Es gibt Hinweise darauf, dass Gerste die Ansammlung von Fettablagerungen in Leberzellen verringern kann, was möglicherweise zur Vorbeugung einer nichtalkoholischen Fettlebererkrankung beitragen könnte. Diese Effekte bedürfen jedoch weiterer Forschung.

Gerste hilft, Vitamine und Mineralstoffe aufzufüllen.
Gerste ist eine gute Quelle wichtiger Mikronährstoffe, die für eine normale Körperfunktion notwendig sind.

Magnesium ist an der Funktion des Nervensystems und der Muskeln beteiligt.
Phosphor ist essenziell für gesunde Knochen und Zähne.
Eisen ist an der Bildung von Hämoglobin beteiligt.
Zink unterstützt das Immunsystem und die Gewebereparatur.
Mangan fördert einen normalen Stoffwechsel.
B-Vitamine helfen, Nahrung in Energie umzuwandeln und unterstützen die Funktion des Nervensystems. Dank ihrer Zusammensetzung sind Gerstengerichte besonders für Menschen mit hoher körperlicher Aktivität oder starker Erschöpfung geeignet.

Gerste zubereiten
Vor dem Kochen sollte die Gerste am besten mehrere Stunden eingeweicht werden. Dadurch verkürzt sich die Kochzeit und die Gerste wird weicher. Perlgraupen benötigen in der Regel 40 bis 60 Minuten Kochzeit, während Vollkorngerste bis zu anderthalb Stunden kochen kann.

Gerste harmoniert gut mit Gemüse, Pilzen, Fisch, Fleisch, Kräutern und Hülsenfrüchten. Sie eignet sich nicht nur für Breie, sondern auch für Suppen, Gemüseeintöpfe, warme Salate und sogar gefüllte Gerichte.

Wer sollte vorsichtig sein?
Trotz ihrer vielen positiven Eigenschaften ist Gerste nicht für jeden geeignet.

Die wichtigste Einschränkung ist der Glutengehalt. Menschen mit Zöliakie oder einer bestätigten Glutenunverträglichkeit sollten daher Gerste und alle Gerstenprodukte vollständig meiden. Dies gilt nicht nur für Brei und Brot, sondern auch für Gerstenkaffee, Instantgetränke und andere Produkte, die dieses Getreide enthalten. Gerstenkaffee ist zwar koffeinfrei, aber nicht glutenfrei.

Menschen mit akuten Magen-Darm-Beschwerden oder solche, die gerade erst beginnen, mehr Ballaststoffe in ihre Ernährung aufzunehmen, sollten Gerstengerichte schrittweise einführen und auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten.

Zusammenfassung: Gerste ist ein preiswertes, nahrhaftes und gesundes Getreide, das eine hervorragende Ergänzung zu einer ausgewogenen Ernährung darstellt.

Sie ist reich an Ballaststoffen, Vitaminen, Mineralstoffen und Antioxidantien, trägt zur Darmgesundheit, Herzgesundheit und zum Stoffwechsel bei und sorgt für ein langanhaltendes Sättigungsgefühl.

Sofern keine Kontraindikationen vorliegen, kann der regelmäßige Verzehr von Gerstengerichten eine einfache Möglichkeit sein, die tägliche Ernährung nährstoffreicher und abwechslungsreicher zu gestalten.

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