Das Weißeln von Bäumen ist keine altmodische Dekoration: Im Herbst schützt es die empfindliche Rinde vor der intensiven Wintersonne, vorausgesetzt, man wählt den richtigen Anstrich.

Das Weißeln von Bäumen im Herbst ist keine rein kosmetische Gartenmaßnahme, sondern eine einfache Methode, die schnelle Überhitzung der Rinde an sonnigen Wintertagen zu begrenzen. Ein leichter Anstrich reflektiert einen Teil der Strahlung und ist besonders hilfreich für junge Obstbäume, deren glatte Rinde empfindlicher auf die Wintersonne und die darauffolgende schnelle Abkühlung reagiert.

Der Anstrich ist besonders wichtig an Stämmen, die im Winter der südlichen und südwestlichen Sonne ausgesetzt sind. An einem sonnigen Tag kann sich die Rindenoberfläche stark erhitzen und nach Sonnenuntergang schnell wieder abkühlen, was das Risiko von Gewebeschäden erhöht.

Der Erfolg hängt jedoch nicht von der Farbe ab. Viel wichtiger sind die helle Farbe, der richtige Zeitpunkt, die richtige Schichtdicke und die sorgfältige Vorbereitung des Stammes.

Warum das Weißeln von Bäumen im Herbst sinnvoll ist: Eine weiße oder sehr helle Schicht reflektiert Sonnenlicht besser als dunkle Rinde. Der Stamm erwärmt sich daher an einem hellen Wintertag nicht so stark, und der Temperaturunterschied zwischen Tag und Nacht kann geringer sein.

Plötzliche Temperaturschwankungen sind problematisch, insbesondere für junge Bäume mit dünner Rinde. Schäden treten häufig an der Süd- bis Südwestseite des Stammes auf, wo die Wintersonne am intensivsten ist.

>

Beschädigte Rinde kann später reißen, absterben oder sich ablösen. Solche Stellen erhöhen die Anfälligkeit des Baumes für weitere Probleme.

Erwarten Sie von Weißanstrichen kein Wundermittel gegen alle Schädlinge.
Die Hauptaufgabe des Weißanstrichs besteht darin, die Rinde vor Überhitzung durch die Sonne und Winterschäden zu schützen. Er ist kein universelles Schädlingsbekämpfungsmittel.

Einige traditionelle Rezepte enthalten Kupfer, Salz oder andere Zutaten. Diese sind jedoch für den reflektierenden Effekt selbst nicht notwendig und können, bei falscher Konzentration, die empfindliche Rinde oder den Boden unnötig belasten.

Wenn Sie eine bestimmte Krankheit behandeln müssen, verwenden Sie ausschließlich ein für den jeweiligen Zweck zugelassenes Produkt gemäß der Gebrauchsanweisung. Selbstgemachte Bleichfarbe sollte hauptsächlich eine leichte Schutzschicht bilden.

Welche Bäume benötigen den größten Schutz?
Besondere Aufmerksamkeit gilt jungen Apfel-, Birnen-, Kirsch-, Sauerkirsch- und Pflaumenbäumen sowie anderen Bäumen mit glatter oder dünner Rinde. Frisch gepflanzte Bäume, deren Wurzelsystem noch nicht vollständig entwickelt ist, sind ebenfalls empfindlicher.

Ältere Bäume mit dicker, rissiger Rinde sind in der Regel widerstandsfähiger gegen die Wintersonne. Ein Anstrich kann ihnen jedoch auch helfen, wenn ihr Stamm stark der Sonne ausgesetzt ist und sie starken Wintertemperaturschwankungen ausgesetzt sind.

Nadelbäume werden auf diese Weise normalerweise nicht gebleicht. Bei Zierlaubbäumen ist der Schutz besonders für junge Exemplare mit dünner, empfindlicher Rinde wichtig.

Der beste Zeitpunkt ist vor dem ersten starken Winterfrost.
Tragen Sie den Anstrich im Herbst nach dem Laubfall auf, wenn die Stämme trocken sind und die Witterung ein gutes Trocknen der Schicht ermöglicht. Bei uns ist dies je nach Herbstverlauf oft im Oktober oder November der Fall.

Wählen Sie einen trockenen Tag ohne Regen und starken Wind. Die Temperatur sollte gemäß den Anforderungen des jeweiligen Anstrichmittels deutlich über dem Gefrierpunkt liegen, damit dieses gut trocknen kann.

Überprüfen Sie die Beschichtung am Ende des Winters. Falls Regen oder Schnee sie vor der Zeit mit starker Sonneneinstrahlung stark abgewaschen haben, können Sie die beschädigten Stellen ausbessern.

Schaben Sie die Rinde vor dem Bleichen nicht bis zur lebenden Oberfläche ab. Entfernen Sie vor dem Streichen lediglich losen Schmutz, abgefallene Teile der alten Beschichtung und Material, das sich lösen lässt, ohne die lebende Rinde zu beschädigen. Verwenden Sie eine weiche bis mittelharte Bürste und arbeiten Sie vorsichtig.

Das aggressive Abschaben gesunder Rinde ist unnötig. Jede neue Verletzung schwächt die natürliche Schutzbarriere des Baumes und kann weiteren Problemen Vorschub leisten.

Wenn Sie einen tiefen Riss, eine Höhlung oder eine größere abgestorbene Stelle am Stamm finden, reicht es nicht aus, diese mit einer weißen Schicht zu überdecken. Solche Schäden sollten zunächst gesondert begutachtet werden.

Schnittwunden benötigen nicht automatisch Baumbalsam. Bei normalem, fachgerechtem Schnitt werden Schnittwunden gemäß den modernen Empfehlungen in der Regel nicht mit dicken, luftdichten Beschichtungen versehen. Der Baum bildet seine eigenen Barrieren um die Verletzung herum und verschließt sie allmählich.

Wenn Sie den Stamm streichen, tragen Sie die weiße Mischung auf intakte Rinde auf und versuchen Sie nicht, damit Hohlräume oder tiefe Beschädigungen zu füllen. Eine dicke Schicht in der Wunde ist nicht das Ziel eines schützenden Weißanstrichs.

Bei Verdacht auf ein ernsteres Problem oder bei größeren Wunden ist es ratsam, einen Baumpfleger hinzuzuziehen, anstatt weitere Schichten selbstgemischter Mischungen aufzutragen.

Rezept Nr. 1: Eine einfache Kalkmischung für ältere Stämme

Sie können einen traditionellen Anstrich aus feinem gelöschtem Kalk und Wasser herstellen. Wichtig ist, sicher gelöschten Kalk zu verwenden, keinen frischen, ungelöschten Kalk, da dieser zu aggressiv ist.

ca. 2 bis 2,5 kg feiner gelöschter Kalk
Wasser nach Bedarf auf ca. 10 Liter Mischung
optional etwas Ton zur besseren Haftung
Rühren Sie den Kalk nach und nach in das Wasser ein, bis eine glatte, dünnflüssige Creme entsteht. Der Anstrich sollte am Pinsel und am Stamm haften, aber keine dicke, rissige Schicht bilden.

Verwenden Sie diese Variante vor allem für ältere Stämme, die

Leave a Comment