Eine artgerechte Unterbringung für Hühner im Garten besteht immer aus zwei zentralen Bereichen: einem wetterfesten, raubzeugsicheren Stall für die Nacht und einem abwechslungsreichen, strukturierten Auslauf für den Tag.
🏠 1. Der Hühnerstall (Sicherer Rückzugsort für die Nacht)
Der Stall dient als Schlafplatz, Schutz vor Fressfeinden und Witterung sowie zur Eierablage.
- Platzbedarf: Rechnen Sie im Stall mit etwa 1 m² Fläche für 3 bis 4 Hühner (bei täglichem Freilauf).
- Sitzstangen: Hühner schlafen am liebsten erhöht. Bringen Sie abgerundete Hartholzkanteln (ca. 4 × 6 cm mit abgerundeten Kanten, keine feinen Rundhölzer) auf gleicher Höhe an. Pro Huhn sollten etwa 20–25 cm Stangenlänge eingeplant werden.
- Kotbrett: Ein direkt unter den Sitzstangen montiertes Kotbrett fängt den Nachtkot auf. Das hält die Bodeneinstreu sauber und erleichtert die tägliche Reinigung enorm.
- Nistkästen: Planen Sie 1 Nistkasten für je 3 bis 4 Hennen ein. Ein dunkler, geschützter Platz mit weichem Stroh oder Hobelspänen lädt zum ungestörten Eierlegen ein. Außenliegende Nistkästen mit Klappdeckel ermöglichen die Einentnahme von außen.
- Belüftung: Eine zugluftfreie Schwerkraftlüftung (Lufteinlass unten, Luftauslass oben) ist essenziell, um Ammoniak und Feuchtigkeit abzuleiten, ohne dass Durchzug entsteht.
- Einstreu: Staubarme Hobelspäne, Hanfeinstreu oder Dinkelspelzen binden Feuchtigkeit und halten den Boden trocken.
🌿 2. Der Auslauf (Lebensraum für den Tag)
Der Gartenbereich muss den natürlichen Trieben des Hühnerverbandes – wie Scharren, Picken, Sonnen- und Staubbaden – gerecht werden.
- Platzbedarf: Als Faustregel gelten mindestens 10 m² Freifläche pro Huhn. Je mehr Platz zur Verfügung steht, desto besser bleibt die Grasnarbe erhalten.
- Bepflanzung & Schutz: Hühner stammen ursprünglich von Waldhühnern ab und meiden offene, freie Rasenflächen aus Angst vor Greifvögeln. Sträucher (z. B. Beerensträucher, Haselnuss) oder kleine Unterstände bieten Schatten und Schutz von oben.
- Staubbad: Ein überdachter Bereich mit feiner Erde, Sand, etwas Holzasche und Kieselgur ist unverzichtbar. Das Staubbaden dient der Gefiederpflege und schützt vor Ektoparasiten wie der Roten Vogelmilbe.
- Verlustfreie Futter- und Tränkstellen: Futter- und Wasserbehälter sollten im Auslauf oder Stall leicht erhöht aufgestellt oder aufgehängt werden, um Verschmutzungen durch Scharren zu vermeiden.
🛡️ 3. Raubzeugschutz (Marder, Fuchs & Greifvögel)
- Eingraben des Zauns: Zäune oder Marder-Volierengitter sollten mindestens 30–50 cm tief in den Boden eingegraben oder nach außen als Grabeschutz verlegt werden, damit sich Füchse und Hunde nicht durchgraben.
- Gittermaschung: Verwenden Sie für das Gehege und die Stallfenster stabilen Punktschweißgitter-Draht (Maschenweite max. 15–19 mm). Kaninchendraht bietet gegen Marder keinen ausreichenden Schutz.
- Nachtverschluss: Der Stall muss nachts vollständig verschließbar sein (z. B. durch eine automatische Hühnerklappe).