Neunzig Prozent der Käufer irren sich in diesem Punkt. Welches dieser Bündel ist Koriander?

Das große grüne Rätsel: Wo ist der Koriander?

Haben Sie schon einmal in der Gemüseabteilung eines Supermarkts gestanden und ratlos auf zwei fast identische Kräuterbündel geblickt?

Sie lassen den Blick von einem zum anderen schweifen und stellen sich die entscheidende kulinarische Frage: „Ist das Koriander, oder ruiniere ich meine selbstgemachte Salsa gleich mit gewöhnlicher Petersilie?“

Falls Sie vor dem Kräuterregal schon einmal eine solche Unsicherheit verspürt haben, seien Sie beruhigt: Sie sind damit bei Weitem nicht allein.

Es kursiert sogar ein bekannter Witz im Internet, wonach neunzig Prozent der Menschen diese Pflanzen nicht richtig voneinander unterscheiden können.

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Mag die Zahl auch etwas übertrieben sein – Tatsache ist: Koriander und Blattpetersilie sehen tatsächlich aus wie Zwillinge, die sich lange aus den Augen verloren hatten.

Heute begeben wir uns auf eine kleine „grüne Reise“ und nehmen diese beiden Kräuter genauer unter die Lupe.

Wir betrachten die Blattform und die aromatischen Besonderheiten und erfahren, wie man zu einem echten Experten für Kräutererkennung wird.

Warum sind sie so schwer zu unterscheiden?

Um zu verstehen, warum sich diese Pflanzen so stark ähneln, lohnt sich ein Blick auf ihre botanische Herkunft.

Sowohl Koriander als auch Petersilie gehören zur Familie der Doldenblütler. Zu dieser Gruppe zählen auch Sellerie, Karotten und Fenchel.

Da sie miteinander verwandt sind, ähneln sie sich auch in ihrem Wuchs. Beide haben dünne, zarte grüne Stängel, die in kleinen, flachen Blättern mit gezackten Rändern enden.

Wenn die Bündel ordentlich mit Gummibändern zusammengehalten und im Verkaufsregal leicht mit Wasser benetzt werden, ist es auf den ersten Blick fast unmöglich, sie zu unterscheiden.

Doch keine Sorge. Sobald Sie einige wichtige Merkmale kennen, wird deutlich, dass diese Kräuter völlig unterschiedliche Charaktere haben.

Wie man zum Kräuter-Detektiv wird: Visuelle Hinweise

Wenn Sie kein Blatt abrupfen und dabei so aussehen wollen, als wollten Sie direkt im Laden einen Snack zu sich nehmen, betrachten Sie die Pflanzen zunächst genau.

Trotz der allgemeinen Ähnlichkeit unterscheidet sich die Blattform leicht.

Blattform:

Bei dem einen Kraut sind die Blätter eher rundlich und weich geformt. Sie erinnern an kleine, sanfte Fächer oder leichte Wolken. Die Ränder wirken abgerundet und nicht allzu scharf gezackt.

Beim anderen Kraut sind die Blätter eher länglich, dreieckig und spitz zulaufend. Die Ränder sind deutlich markanter und stärker gezackt; sie erinnern an kleine Pfeile oder unregelmäßige Sterne.

Farbe: Wenn man das Grün unter dem hellen Licht des Supermarkts genau betrachtet, lässt sich ein feiner Farbunterschied erkennen.

Das eine Bündel hat meist eine hellere, leicht gelblich-grüne Farbe, während das andere dunkler und satter wirkt und etwas stärker glänzt.

Der entscheidende Test: Vertrauen Sie Ihrer Nase

Wenn der Sehsinn bei der Entscheidung nicht weiterhilft, ist es an der Zeit, die zuverlässigste Methode anzuwenden: den Geruchstest.

Reiben Sie vorsichtig ein Blatt zwischen den Fingern, um die ätherischen Öle freizusetzen, und riechen Sie daran.

Genau in diesem Moment verschwindet die Ähnlichkeit zwischen den beiden Pflanzen völlig, denn sie duften völlig unterschiedlich.

Erster Duft: Das eine Kraut hat ein intensives, frisches Zitrusaroma mit einer leichten Limettennote. Der Duft ist recht kräftig und markant. Er erinnert sofort an Tacos, würziges Curry, Salsa oder aromatische Guacamole.

Zweiter Duft: Das andere Kraut duftet deutlich dezenter und milder. Ihr Duft weist erdige, frische und leicht pfeffrige Noten auf.

Dieses Aroma erinnert an einen Garten nach einem Frühlingsregen. Es drängt sich nicht sofort in den Vordergrund, sondern deutet lediglich an, dass es den Geschmack von Suppen, Pasta oder Eintöpfen vertiefen kann.

Die Debatte um den Seifengeschmack

Man kann nicht über Koriander sprechen, ohne eines der faszinierendsten Rätsel der menschlichen Genetik zu erwähnen.

Vielleicht haben Sie schon einmal ein Gericht mit Koriander für Freunde zubereitet, und jemand verzog plötzlich das Gesicht und sagte: „Das schmeckt wie Spülmittel.“

Dabei handelt es sich keineswegs um bloße Launen. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass manche Menschen eine spezielle Variante eines Geruchsrezeptors besitzen, die mit dem Gen OR6A2 in Verbindung steht.

Dadurch reagieren sie besonders empfindlich auf chemische Verbindungen, sogenannte Aldehyde. Diese Stoffe kommen sowohl in Koriander als auch – was durchaus kurios ist – in Seife vor.

Wenn Koriander für Sie also nach Waschpulver oder Spülmittel schmeckt, liegt die Ursache höchstwahrscheinlich in Ihrer DNA.

Petersilie ist in dieser Hinsicht deutlich vielseitiger und löst so gut wie nie derartige Assoziationen aus.

Die Auflösung: Was ist was?

Nachdem wir uns nun die Blattform, den Geruch und sogar die wissenschaftliche Erklärung für die Unterschiede angesehen haben, ist es an der Zeit, noch einmal einen Blick auf das Bild zu werfen und das Rätsel endgültig zu lösen.

Sind Sie bereit herauszufinden, ob Sie zu den Käufern gehören, die stets zum richtigen Bund greifen?

Unter Nummer eins sehen wir Koriander. Achten Sie auf die abgerundeten Blätter, die weichen Ränder und den etwas helleren Grünton.

Genau dieses Kraut wird häufig in der mexikanischen und asiatischen Küche verwendet.

Unter Nummer zwei befindet sich Blattpetersilie, die auch als italienische Petersilie bezeichnet wird. Sie hat spitzere, dreieckige Blattspitzen, und die Farbe wirkt meist dunkler und satter.

Dieses Grün ist besonders im Mittelmeerraum beliebt….Küche und eignet sich hervorragend für Pasta, Suppen, Eintöpfe sowie zum Garnieren fertiger Gerichte.

Viel Spaß bei der Zubereitung!

Wenn Sie das nächste Mal vor dem Kräuterregal stehen, können Sie Ihre Wahl ohne Zögern treffen. Schluss mit Fehlgriffen, misslungener Salsa und langem Grübeln vor scheinbar identischen Kräuterbündeln.

Achten Sie einfach auf die Blattform, zerreiben Sie ein Blatt leicht zwischen den Fingern und geben Sie das frische Kraut ganz unbesorgt in Ihr nächstes Gericht.

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