In seiner mehr als zwanzigjährigen Tätigkeit in der Schädlingsbekämpfung hat der erfahrene kalifornische Spezialist Nick Castro schon so manchen außergewöhnlichen Fall erlebt. Als Inhaber der Firma „Nick’s Extreme Pest Control“ sah er sich regelmäßig mit Situationen konfrontiert, in denen sich Tiere und Insekten an den unerwartetsten Orten in Häusern einnisteten. Nach all den Jahren in der Branche schien ihn kaum noch etwas wirklich überraschen zu können.
Doch ein neuer Auftrag sollte seine Vorstellungen völlig auf den Kopf stellen. Ein besorgter Hausbesitzer meldete einen Specht, der systematisch Löcher in die Außenverkleidung seines Hauses hämmerte. Auf den ersten Blick wirkte das Problem zwar ärgerlich, aber durchaus alltäglich. Von außen deutete nichts darauf hin, welch unglaubliche Vorgänge sich im Inneren der Wände abspielten.
Wie sich bei der Inspektion herausstellte, beschädigte der gefiederte Gast nicht nur die Fassade, sondern hatte die Hohlräume im Gebäudeinneren in ein riesiges Vorratslager verwandelt. Der Vogel sammelte Eicheln und schob sie durch die selbst geschlagenen Löcher ins Innere. Aufgrund der Bauweise des Hauses blieben die Früchte nicht in der Verkleidung stecken, sondern fielen durch die Schwerkraft direkt in die tiefen Hohlräume zwischen den Wänden, wodurch Platz für neue Vorräte geschaffen wurde. Der fleißige Specht kehrte über Monate hinweg immer wieder zurück.
Als der Fachmann ein Stück der Trockenbauwand herausschnitt, um das Ausmaß des Problems zu begutachten, ergossen sich die Eicheln in einem unaufhörlichen Strom aus der Wand. Statt eines bescheidenen Vogelverstecks fand er einen Raum vor, der buchstäblich mit Zentnern erstklassiger Eicheln angefüllt war – sie hatten alle verborgenen Hohlräume vom Boden bis zur Decke ausgefüllt. Selbst für einen Profi mit zwanzig Jahren Berufserfahrung war dieser Anblick ein absolut verblüffendes und unvergessliches Erlebnis.