Früher habe ich meine Lavendelbüsche wild wachsen lassen, aber sie begannen, verholzt und mitgenommen auszusehen.

Das passiert bei Lavendel fast zwangsläufig: Als Halbstrauch verholzt er von unten heraus und fällt ohne regelmäßigen Rückschnitt irgendwann in der Mitte auseinander. Ist das Holz erst einmal tief braun und kahl, treibt Lavendel aus diesen alten Bereichen nur noch sehr schwer neu aus.

Mit der bewährten 1/3–2/3-Regel bleibt der Busch über Jahre hinweg dicht, buschig und blühfreudig:

  • Frühjahrsschnitt (Hauptschnitt im März/April): Schneide den Busch um etwa 2/3 zurück, sobald die stärksten Frostnächte vorbei sind. Wichtig: Schneide immer kurz über den untersten, noch grünen Knospen oder Triebansätzen. Keinesfalls tief ins kahle, verholzte Holz schneiden, da die Pflanze dort meist nicht mehr austreibt.
  • Sommerschnitt (Pflegeschnitt im Juli/August): Direkt nach der Blüte wird der Lavendel um etwa 1/3 gekürzt. Dabei schneidest du nur die verblühten Blütenstände und ein paar Zentimeter der Triebspitzen ab. Das spart der Pflanze Kraft, hält die kompakte Kugelform und schützt sie vor dem Auseinanderfallen bei Schneelast im Winter.

Strategie für bereits stark verholzte Büsche:

  • Schrittweise Verjüngung: Wenn der Lavendel unten schon kahl ist, schneide im Frühjahr nur ganz vorsichtig bis knapp über die untersten, gerade noch sichtbaren grünen Triebe. Über 2–3 Jahre schiebt die Pflanze so meist wieder tiefere Austriebe nach.
  • Stecklinge ziehen: Da alte Sträucher manchmal nicht mehr gut auf Verjüngungsversuche anspringen, lohnt es sich, im Frühsommer ein paar halbverholzte Triebe abzureißen, unten zu entlauben und in magere Anzuchterde zu stecken. So ziehst du dir vollkommen kostenlos frischen, kräftigen Ersatz.

Hast du versucht, deine alten Büsche über einen vorsichtigen Rückschnitt zu retten, oder ziehst du dir dafür schon neue Stecklinge heran?

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