Nach der Atomkatastrophe von Tschernobyl verließ die Frau ihre Heimatstadt, kehrte aber bald zurück.
Die 84-jährige Maria Wassilenko lebt seit 36 Jahren in Tschernobyl. Sie lebt allein und kümmert sich um den Haushalt. Maria gehört zu den sogenannten Selbstsiedlern. In Wirklichkeit sind sie jedoch einfach in ihre Heimat zurückgekehrt, viele von ihnen in ihre alte Heimat.

Vor der Tschernobyl-Katastrophe lebten Maria Wassilenko und ihr Mann in der Kiewer Gasse. Sie sprach über die Schwierigkeiten, mit denen sie nach dem Unfall konfrontiert war, als sie gezwungen waren, von einem Ort zum anderen zu ziehen.
„Ich komme aus dem Dorf Kopatschi. Dort habe ich vor der Katastrophe gearbeitet. 30 Jahre lang war ich als Reinigungskraft in einer Schule tätig. Dann bin ich mit meinem Mann nach Tschernobyl gezogen, in sein Haus. So haben wir hier gelebt. Als die Häuser in Kopatschi zerstört wurden, habe ich geweint, weil nur noch zwei unserer Familienhäuser dort standen. Niemand lebte mehr darin, weil meine Mutter vor der Katastrophe gestorben war, aber es war unser Land … Die Häuser wurden zerstört und begraben, und jetzt sind sie verschwunden …“, erinnert sich Maria Wassilenko.

Nach der Explosion im Kernkraftwerk wurden die Bewohner evakuiert. Die Familie Wassilenko lebte zunächst in Tschernihiw, Kiew und Dnipropetrowsk. In Dnipropetrowsk wohnten sie vorübergehend in einem Wohnheim und zogen dann nach Tschernihiw, wo ihr Heiratsvermittler lebte. Da jedoch im Haus nicht genügend Platz war, beschlossen sie zurückzukehren.

„Ich kam als Erste an. Ich blieb unter den Liquidatoren, die aus Kap Verde zurückkehrten, unbemerkt. Noch am selben Tag bat ich um einen Job und begann am nächsten Tag in der Werkstatt des Kernkraftwerks Tschernobyl zu arbeiten. Ich arbeitete dort 16 Jahre lang als Reinigungskraft“, erinnert sie sich.

Nach ihrer Rückkehr nach Tschernobyl verlor Maria einige Jahre später ihren Mann.
„Auch mein Mann kam zurück und fand Arbeit. Vier Jahre später, 1990, starb er. Er wurde in Tschernobyl begraben, hinter dem Bahnhof. Die Garage half. Ich lebe jetzt seit 31 Jahren allein hier“, sagt Maria.

Maria Wassilenko hat einen Sohn, der mit seiner Familie in Boryspil lebt. Sie hat jedoch nicht vor, Tschernobyl zu verlassen. Sie sagt, sie habe sich an dieses Land gewöhnt und werde hier bleiben, räumt aber ein, dass die Bewirtschaftung eines so großen Grundstücks eine Herausforderung sei. Besonders schwierig sei die Brennholzgewinnung.

Maria hat Verwandte, die aber weit weg wohnen. Sie verlangt von ihren Gästen nichts und beschwert sich fast ausschließlich, obwohl ihr das Alleinleben offensichtlich nicht leicht fällt. Die einzigen Annehmlichkeiten, die sie hat, sind ein Fernseher und ein Handy.