Meine Schwester ging ins Ausland, um dort zu arbeiten, weil sie in ihrem Privatleben Pech hatte.

Das Liebesleben meiner Schwester Oksana verlief nicht so, wie ich es mir vorgestellt hatte. Ich hatte immer viele Verehrer, aber niemand beachtete sie. Früher war sie deswegen sehr traurig, aber schließlich hat sie sich damit abgefunden.

Oksana heiratete zwar, aber erst mit 28. Drei Jahre später verließ ihr Mann sie, weil sie keine Kinder bekommen konnten. Sie nahm es sehr schwer und wollte überhaupt nicht darüber sprechen. Vielleicht lag es auch daran, dass ich zu diesem Zeitpunkt bereits zwei Kinder hatte.

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„Ich will nicht länger hierbleiben, ich gehe nach Europa, um Geld zu verdienen, vielleicht finde ich dort mein Glück.“

Und dann ging sie. Sie fand sehr schnell eine neue Stelle. Ehrlich gesagt bin ich ihr sehr dankbar – Oksana hat unsere Familie viele Jahre lang finanziell unterstützt. Ich habe sie nie darum gebeten; sie sagte selbst, wir seien ihre engsten Vertrauten. Als meine älteste Tochter heiratete, gab Oksana uns das Geld für die Hochzeit. Sie bezahlte die Ausbildung meiner Kinder, schickte Kleidung und Essen und unterstützte uns in allem.

Meine Schwester hat neulich gesagt, dass sie kommen möchte. Ich habe mich riesig gefreut, denn es ist gerade eine schwierige Zeit für uns, wir haben kaum Geld und brauchen dringend Hilfe. Mein Mann hat seine Arbeit verloren und sitzt untätig zu Hause. Außerdem heiratet mein Sohn, und die Frischvermählten haben keine Wohnung.

Oksana kam an, blieb bei uns und teilte uns dann die Neuigkeiten mit:

„Ich habe beschlossen, nach Hause zurückzukehren. Ich möchte eine Wohnung kaufen und ein Kind aus einem Waisenhaus adoptieren. Ich habe gehört, dass es heutzutage viele Kinder in Not gibt.“

– Bist du sicher, dass jetzt der richtige Zeitpunkt dafür ist?

– Ich weiß es nicht, aber die Entscheidung ist bereits gefallen!

Ein paar Wochen vergingen, und Oksana kaufte eine große Dreizimmerwohnung. Sie gab uns nur dreitausend Euro und sagte, sie könne uns nicht mehr helfen. Die Adoptionsunterlagen hatte sie bereits in die Wege geleitet. Können Sie sich das vorstellen? Sie hat Verwandte, die Unterstützung brauchen, und sie will ihr eigenes Geld für ein fremdes Kind ausgeben! Außerdem ist sie ja schon recht alt.

Ich weiß einfach nicht, was ich denken soll. Wie sollen wir das jetzt nur verkraften?

Sagt mir, was ich tun soll? Wie kann ich meine Schwester davon überzeugen, dass es besser für sie ist, nach Europa zurückzukehren und ihrer Familie weiterhin zu helfen?

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