Wie man ein Walipini-Gewächshaus für den ganzjährigen Anbau baut

Ein Walipini (ein Wort der Aymara-Indianer für “Ort der Wärme”) ist ein Erdgewächshaus, das die konstante Erdwärme und thermische Masse nutzt, um selbst in kalten Wintern frostfrei zu bleiben.

Da du bereits Erfahrung mit Projekten wie Hühnerställen und Ziegenfütterern hast, wird dir die Konstruktion eines Walipinis vermutlich viel Freude bereiten. Hier ist eine Anleitung für den Bau:

1. Standort und Planung

  • Ausrichtung: Die Längsseite muss in der nördlichen Hemisphäre strikt nach Süden zeigen, um das Maximum an Wintersonne einzufangen.
  • Wasserstand: Prüfe den Grundwasserspiegel. Der Boden des Gewächshauses sollte mindestens 1,5 Meter über dem Grundwasserspiegel liegen, um Überflutungen zu vermeiden.
  • Bodenbeschaffenheit: Lehmige Böden sind ideal für die Stabilität der Wände. Bei sandigen Böden musst du die Wände unbedingt mit Stützmauern (z.B. aus Natursteinen, Erdsäcken oder Recycling-Materialien) sichern.

2. Der Aushub

  • Tiefe: Hebe eine Grube von ca. 2 bis 2,5 Metern Tiefe aus. In dieser Tiefe bleibt die Temperatur der Erde das ganze Jahr über relativ konstant (ca. 6–10 °C).
  • Wände: Grabe die Wände leicht schräg (ca. 5–10 Grad Neigung nach außen), um die Einsturzgefahr zu verringern.
  • Erdaushub nutzen: Den fruchtbaren Oberboden legst du für die späteren Beete beiseite. Den restlichen Aushub häufst du an der Nordseite zu einem Wall (Berme) auf. Dies schützt vor kaltem Nordwind und gibt dem Dach die nötige Neigung.

3. Entwässerung (Essenziell)

Ohne gute Drainage wird dein Walipini bei Starkregen zum Pool.

  • Boden: Schütte eine ca. 30–50 cm dicke Schicht aus grobem Kies oder Schotter auf den Boden, bevor du die Pflanzerde (ca. 20–30 cm) darauf verteilst.
  • Drainagerohr: Installiere am tiefsten Punkt ein Drainagerohr, das das überschüssige Wasser nach außen oder in einen tiefer gelegenen Sumpf leitet.

4. Das Dach und der Winkel

Das Dach ist das Herzstück für den Wärmegewinn.

  • Material: Doppelstegplatten (Polycarbonat) halten die Wärme besser als einfache Folie.
  • Winkel berechnen: Ein guter Richtwert für den Dachwinkel ist: Dein Breitengrad + 23°. In Mitteleuropa (ca. 48–52° Breite) bedeutet das einen steilen Winkel von etwa 70–75°, um die tiefstehende Wintersonne senkrecht einzufangen.
  • Isolierung: Die Nordseite des Daches kann massiv und isoliert sein, da von dort ohnehin keine Sonne kommt.

5. Belüftung und Thermische Masse

  • Lüftung: Baue an den Stirnseiten (Ost/West) oder oben am Dach Fenster ein. Erdgewächshäuser neigen zu hoher Luftfeuchtigkeit (Schimmelgefahr).
  • Wärmespeicher: Da du gerne mit natürlichen Ressourcen arbeitest: Stelle schwarze Regentonnen mit Wasser an die Nordwand im Inneren. Sie speichern tagsüber die Sonnenwärme und geben sie nachts langsam ab.

Ein Tipp für deine Tiere:

Da du Hühner und Ziegen hast, könntest du den Walipini so planen, dass er in der Nähe der Ställe liegt. Manche Selbstversorger nutzen die Abwärme der Tiere (über ein Belüftungssystem), um das Gewächshaus zusätzlich zu heizen.

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Möchtest du, dass ich dir eine Liste mit den besten Gemüsesorten für den Winteranbau im Walipini zusammenstelle?

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