Ein Kartoffelturm ist die perfekte Lösung für Sie, da er die vertikale Raumausnutzung maximiert – ganz ähnlich wie die platzsparenden Ideen für Ihren Hühnerstall. Auf nur etwa einem halben Quadratmeter können Sie so viele Kartoffeln ernten wie sonst auf einer langen Reihe im Garten.
Hier ist eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für einen stabilen und ertragreichen Kartoffelturm:
1. Das Material (Wählen Sie Ihre DIY-Variante)
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, einen Turm zu bauen. Da Sie gerne mit Holz und Draht arbeiten (wie bei Ihrer Ziegenraufe), ist die Drahtgitter-Variante am effektivsten:
- Drahtgeflecht (Maschendraht): Ein Stück von ca. 1,5–2 Metern Länge (ca. 80 cm bis 1 m hoch).
- Stabile Holzpfosten: 3–4 Stück, um den Draht zu fixieren.
- Stroh oder Heu: Dies dient als “Wand”, damit die Erde nicht herausfällt.
- Pflanzerde & Kompost: Eine nährstoffreiche Mischung ist entscheidend.
- Saatkartoffeln: Ca. 5–8 Stück pro Turm.
2. Der Aufbau – Schritt für Schritt
Schritt 1: Das Gerüst
Formen Sie aus dem Drahtgeflecht einen Zylinder (Durchmesser ca. 60 cm) und fixieren Sie ihn mit den Holzpfosten im Boden. Achten Sie auf einen sonnigen Standort.
Schritt 2: Die Isolierung
Legen Sie den Boden des Turms mit einer Schicht Stroh aus. Kleiden Sie nun auch die Innenseite des Drahtes ca. 20 cm hoch mit Stroh aus. Dies bildet die “Außenwand”, die die Erde hält, aber Luft und Wasser durchlässt.
Schritt 3: Die erste Schicht
Füllen Sie ca. 20 cm Erde in den Turm. Legen Sie 3–4 Saatkartoffeln mit den Keimen nach außen zum Rand hin (ca. 10 cm vom Draht entfernt) auf die Erde.
Schritt 4: Das Etagen-Prinzip
Bedecken Sie die Kartoffeln mit weiteren 20 cm Erde. Ziehen Sie die Strohwand weiter nach oben. Legen Sie die nächste Schicht Kartoffeln versetzt zu den unteren. Wiederholen Sie dies, bis der Turm voll ist. Die oberste Schicht Kartoffeln zeigt direkt nach oben.
3. Erfolgstipps für eine reiche Ernte
- Bewässerung: Da der Turm von allen Seiten Luft bekommt, trocknet er schneller aus als ein Beet. Da Sie bereits selbstbewässernde Pflanzgefäße bauen: Legen Sie ein perforiertes PVC-Rohr (wie beim Hühnerfütterer) senkrecht in die Mitte des Turms. So gelangt das Gießwasser direkt bis an die unteren Wurzeln.
- Nährstoffe: Kartoffeln sind Starkzehrer. Mischen Sie etwas von Ihrem Hühnermist (gut kompostiert!) unter die Erde. Die im Mist enthaltenen Mineralien wirken wie ein “Wachstums-Turbo”.
- Schädlingsschutz: Da Sie Minze im Garten haben: Pflanzen Sie etwas Minze oder Basilikum ganz oben auf den Turm oder direkt daneben. Der Duft hilft dabei, den Kartoffelkäfer zu verwirren.
4. Die Ernte (Das Beste zum Schluss)
Wenn das Kraut im Spätsommer braun wird und vertrocknet, müssen Sie nicht graben. Lösen Sie einfach den Draht oder heben Sie das Geflecht an – der Turm “fällt” auseinander, und Sie können die sauberen Kartoffeln einfach vom Boden aufheben.
Möchten Sie wissen, wie Sie die geernteten Kartoffeln in einer selbstgebauten Erdmiete über den Winter lagern können, damit sie bis zum nächsten Frühjahr frisch bleiben?