Wie alle anderen habe auch ich früher Spülschwämme benutzt. Und wie hätte ich auch darauf verzichten können? Schließlich kochen und essen wir jeden Tag, und das nicht nur einmal. Klar, dass Schwämme ständig schmutzig werden und ersetzt werden müssen.
Ich weiß, dass manche Leute kochendes Wasser darüber gießen, um Keime abzutöten, und sie dann weiterverwenden. Aber was ist mit den Essensresten, die sich im Schaum festgesetzt haben? Da hilft auch kein kochendes Wasser mehr.
Deshalb sieht der Schwamm nach einer Woche ekelhaft aus. Er fühlt sich nicht mal mehr angenehm an, geschweige denn, dass man damit Geschirr spülen könnte.
Also habe ich mich für Einweg-Spültücher entschieden. Die kennt man ja aus dem Supermarktregal. Der Vorteil: Man spült das Geschirr einmal und wirft sie dann weg.
Kein Problem. Aber sie haben auch einen entscheidenden Nachteil. Diese Tücher sind sehr weich. Und Tee- oder Kaffeeflecken lassen sich damit nur schwer entfernen. Man braucht extra Scheuermittel.
Da kam die unerwartete Lösung.
Ich hatte die Hoffnung fast schon aufgegeben, einen passenden Schwamm zu finden. Aber wie so oft hatte das Schicksal eine neue Idee – oder besser gesagt, einen Glücksgriff.
Eine Freundin hatte mich zu ihrer Datscha eingeladen. Wir wollten grillen und uns fernab der Stadt entspannen. Wir hatten eine wunderschöne Zeit. Und als es ans Abräumen ging, bot ich an, das Geschirr zu spülen.
Ich konnte in der kleinen Küchenzeile nichts Passendes zum Geschirrspülen finden. Kein Tuch, keinen Schwamm. Bis mir eine Freundin ein Stück Tüll zusteckte. Tüll? Wahrscheinlich benutzt sie den in ihrer Datscha, um Geld zu sparen.
Ich fing an zu spülen und war verblüfft. Das Spülmittel schäumte perfekt auf dem Tüll. Ich brauchte nicht mehr als mit einem normalen Schwamm.
Und der Tüll reinigte die Gläser perfekt. Sie waren blitzblank. Und ich brauchte weder Senfpulver noch Backpulver.
Das Merkwürdige ist nur: Tüll ist normalerweise sehr steif. Und selbst im Kontakt mit Wasser behält es seine Form. Deshalb entfernt es mühelos selbst hartnäckige Tee- und Kaffeeflecken.
Als ich nach Hause kam, habe ich diese Methode gleich ausprobiert. Eine Freundin hatte nur ein Stück Tüll übrig.
Ich habe daraus einen ganzen Spülschwamm gemacht.
Ich habe einen kleinen Streifen Tüll abgeschnitten, ihn vorsichtig wie eine Ziehharmonika gefaltet und in der Mitte mit einer Schnur zusammengebunden. Es ist ein wunderschöner Schwamm geworden.
Dieser Schwamm setzt sich nicht mit Essensresten zu und sieht auch nach langem Gebrauch noch wie neu aus.
Ich empfehle jetzt jedem, sein Geschirr nur noch mit Tüll zu spülen. Er reinigt gründlich und man braucht nichts anderes mehr.
Vielen Dank, dass Sie diesen Artikel bis zum Ende gelesen haben. Ich freue mich über Ihr Feedback, liebe Hausfrauen.