Beim Bau eines Einfamilienhauses oder auch eines kleineren Gebäudes ist es wichtig, mögliche Risse in Wänden und Fundament zu berücksichtigen.
Diese können verschiedene Ursachen haben – minderwertige Materialien, das Alter des Gebäudes, Bodenbewegungen in der Gegend und Grundwassererosion.
Für viele ist ein Riss ein Zeichen dafür, dass die Wand oder gar das gesamte Gebäude komplett abgerissen und neu gebaut werden muss. Aber würden Sie sich wirklich ein neues Auto kaufen, wenn die Bremsen versagen, anstatt das kaputte zu reparieren?
Mit unbegrenzten Mitteln könnten Sie das natürlich tun. Aber wenn Sie die Mittel haben, warum sanieren Sie das Gebäude nicht selbst?
Ich erzähle Ihnen zum Beispiel von der Renovierung einer über 50 Jahre alten Backsteinscheune. Der Riss entstand, weil sie zur Viehhaltung genutzt wurde.
Überschüssige Feuchtigkeit oder einfach Tierkot führten zur Erosion und anschließenden Hebung des Materials.
Fundamentverstärkung
Zuerst müssen alle oberirdischen Trümmer und bröckelnden Fundamentteile entfernt werden. Einiges lässt sich von Hand entfernen, anderes muss mit einem Hammer abgeschlagen werden.
Heben Sie einen Graben um den zu reparierenden Bereich. Die Größe hängt von verschiedenen Faktoren ab, vom Fundamentmaterial und seiner Tiefe.
Beseitigen Sie Erde und Schmutz aus dem ausgehobenen Bereich des Fundaments. Für eine schnellere Arbeit können Sie einen steifen Kunststoffbesen verwenden.
Bewehrung und Schalungsmontage
Schneiden Sie Stangen mit einer Länge von 17–20 cm zu. Bohren Sie mit einem Bohrhammer Löcher in die Ober- und Unterseite des Fundaments und schlagen Sie die Stangen entlang der Kanten ein.
Spannen Sie eine Schnur. Bohren Sie entlang dieser Schnur Löcher und führen Sie weitere Stangen ein. Legen Sie die lange Bewehrung aus und befestigen Sie sie an den Stangen.
Schlagen Sie zwei Pfosten entlang der Wandkanten ein und spannen Sie eine Schnur. Schlagen Sie die restlichen Pfosten präzise entlang dieser Schnur ein. Wir fertigen Paneele aus OSB- oder Gipskartonplatten an, die wir mit Plastikfolie abdecken, um sie vor Nässe zu schützen.
Wir bereiten eine Betonmischung im Verhältnis 1:2,5:3,5 zu: 1 Teil Zement, 2,5 Teile Sand und 3,5 Teile Schotter zu. Anschließend gießen wir den Beton und verdichten ihn mit einem Rüttler.
Wir entfernen die Schalung und füllen die Wand wieder mit dem Erdreich auf, das wir ebenfalls verdichten.
Rissreparatur: Wir reinigen den Riss in der Wand mit einem Bohrhammer. Wir erweitern die Fuge vollständig. Besonders wichtig ist es, den Mörtel etwa alle zwei bis drei Reihen zu entfernen. Je länger diese Fuge, desto besser. Wir waschen sie ab, um den Staub zu entfernen.
Wir mischen einen Ziegelmörtel im Verhältnis 1:4. Wir füllen die Fuge bis zur Hälfte mit Mörtel, bohren Löcher und schlagen ein Stück Bewehrungsstahl ein. Anschließend füllen wir die Fuge vollständig.
Diese Art von Estrich, insbesondere nach drei Reihen, dichtet den Riss dicht ab. Erst nach diesem Vorgang füllen wir den Riss selbst. Dank des verstärkten Fundaments wird unsere Mauer nie wieder Risse bekommen.