Vertikale Anbaumethoden sind der Schlüssel, um auf begrenztem Raum maximale Erträge zu erzielen. Neben der bereits erwähnten Drahtkuppel gibt es zahlreiche Möglichkeiten, Rankhilfen aus verschiedenen Materialien zu konstruieren – oft sogar aus Dingen, die man bereits zur Verfügung hat.
Hier sind verschiedene Konzepte für Gemüse-Rankgitter:
1. Das A-Frame (Zelt-Struktur)
Diese klassische Form ist besonders stabil und eignet sich hervorragend für schwere Pflanzen.
- Material: Dachlatten, lange Äste oder alte Paletten.
- Gemüse: Erbsen, Bohnen oder auch kleine Melonen.
- Vorteil: Unter dem “Zelt” entsteht ein schattiger Bereich, in dem im Hochsommer empfindliche Kulturen wie Salat oder Spinat gepflanzt werden können, um sie vor dem Schießen zu bewahren.
2. Upcycling-Gitter aus Restholz und Schnur
Eine sehr kostengünstige und flexible Variante, die am Ende der Saison leicht verstaut werden kann.
- Konstruktion: Ein einfacher Holzrahmen (z. B. aus alten Latten), in den im Abstand von 10–15 cm Schrauben gedreht werden. Daran wird eine robuste Juteschnur im Zick-Zack-Muster gespannt.
- Gemüse: Ideal für Tomaten oder Stangenbohnen.
- Vorteil: Die Schnur kann im Herbst einfach mit den vertrockneten Pflanzen entsorgt oder kompostiert werden, was das mühsame Freischneiden des Gitters erspart.
3. Das Viehgitter-Gewölbe (Cattle Panel Arch)
Wenn Sie mehr Platz zwischen zwei Beeten haben, lässt sich ein begehbarer Tunnel schaffen.
- Material: Ein langes, stabiles Baustahlgitter (oder Estrichmatte), das bogenförmig zwischen zwei Fixpunkten gespannt wird.
- Gemüse: Kletternde Zucchini, Flaschenkürbisse oder Stangenbohnen.
- Vorteil: Es entsteht ein optisches Highlight im Garten. Die Früchte hängen im Tunnelinneren sauber nach unten und können im Stehen geerntet werden.
4. Die “Fahrradfelgen-Säule”
Ein kreatives Projekt für schmale Stellen oder große Kübel.
- Konstruktion: Eine zentrale Stange (Holz oder Metall) wird in der Mitte platziert. Oben und unten wird jeweils eine alte Fahrradfelge befestigt. Zwischen den Felgen werden Schnüre gespannt.
- Gemüse: Besonders dekorativ für Feuerbohnen oder Kapuzinerkresse.
- Vorteil: Die runde Form sorgt für eine gleichmäßige Lichtausbeute von allen Seiten.
5. Das Schräg-Gitter für den Sonnen-Bonus
Statt senkrecht wird das Gitter in einem 45°-Winkel aufgestellt.
- Material: Rahmen mit Drahtgeflecht oder stabilen Querstreben.
- Gemüse: Einlegegurken oder Kletter-Zucchini.
- Vorteil: Die Blätter fangen mehr direktes Sonnenlicht ein, während die Früchte durch die Schwerkraft unter das Gitter hängen. Das macht sie extrem leicht auffindbar und schützt sie vor Sonnenbrand.
Welches Material ist am besten geeignet?
| Material | Vorteile | Nachteile |
| Bambus | Günstig, natürlich, leicht zu bearbeiten. | Hält oft nur 2-3 Saisons; kann splittern. |
| Baustahl / Estrichmatten | Extrem stabil, sehr langlebig. | Rostet (Industrie-Look), schwer zu biegen. |
| Haselnuss / Weide | Kostenlos (aus der Natur), rustikal. | Unregelmäßige Formen, verrottet schneller. |
| PVC-Rohre | Leicht, rostet nicht, flexibel. | Nicht UV-beständig (wird spröde), unnatürliche Optik. |
Ein kleiner Tipp für die Planung: Achten Sie bei der Ausrichtung darauf, dass das Rankgitter keine anderen lichthungrigen Pflanzen im Beet beschattet. Meist ist eine Platzierung an der Nordseite des Beetes am sinnvollsten.