Ich habe Dill eingelegt und jetzt will ich nicht mehr zurück in den Gefrierschrank: Er riecht stärker als frisch aus dem Garten.

Letzte Woche habe ich etwas getan, wovor ich mich schon lange nicht mehr getraut hatte. Meine Freundinnen hatten mir monatelang gesagt: „Probier mal, Dill einzulegen, du wirst staunen!“ Ich habe es abgetan – na ja, ich kann es ja, mein Gefrierschrank ist voll, warum sollte ich mir etwas Neues ausdenken? Und dann kam der Abend, und als ich gerade etwas Grünzeug für Borschtsch aus dem Gefrierschrank holen wollte, ging das Licht aus. Und da stand ich nun im Dunkeln, mit einem halb aufgetauten Beutel Dill in der Hand, aus dem das Wasser tropfte, und dachte: Vielleicht hatten die Mädels ja doch recht?

Am nächsten Tag habe ich mich dann endlich aufgerafft und es ausprobiert. Und wisst ihr was? Jetzt habe ich ein kleines Glas im Kühlschrank, das mehr nach Sommer duftet als jeder gefrorene Bund. Ich erzähle euch alles der Reihe nach, weil es sich wirklich lohnt.

Warum ich überhaupt beschlossen habe, auf den Gefrierschrank zu verzichten
Ich habe jahrelang Grünzeug eingefroren, wie die meisten von uns. Es schien mir die bequemste Methode zu sein. Waschen, schneiden, in einen Beutel – und ab in den Gefrierschrank. Aber da ist eine Wahrheit dran, die wir aus irgendeinem Grund nicht gern laut aussprechen.

Erstens: Der Gefrierschrank ist nicht aus Gummi. Im Herbst ist er so vollgestopft, dass die Tür kaum noch zugeht: Beeren, Paprika, Wintervorräte und ein Stück Fisch, das schon seit drei Monaten auf die Feiertage wartet. Und Dill? Wo ist er denn noch?

Zweitens – und das wurde mir an dem Abend im Dunkeln klar – ist gefrorenes Gemüse völlig davon abhängig, ob der Kühlschrank funktioniert. Und wir wissen ja alle, dass Strom nicht immer da ist und nicht dann, wenn es uns passt. Der Beutel taut einmal auf, friert wieder ein – und man holt einen nassen, dunklen Brei heraus, geschmacklos und geruchlos. Es ist doch schade, die eigene Arbeit wegzuwerfen.

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Und der gesalzene Dill liegt im Kühlschrank, nimmt eine Handvoll Platz weg und kümmert sich nicht um die Veränderungen. Deshalb habe ich schließlich aufgegeben und beschlossen, nachzusehen.

Wie viel Salz ist nötig – damit man es nicht versalzt und verdirbt?
Hier ist Vorsicht geboten, denn alles hängt von den Mengenverhältnissen ab. Das Salz in diesem Rezept dient nicht nur der Würze, sondern auch der Konservierung. Es verhindert, dass das Grünzeug verdirbt und erhält das Aroma den ganzen Winter über. Daher sollte man nicht daran sparen, aber auch nicht gleich eine halbe Packung verschwenden.

Die Regel ist einfach: Auf 100 Gramm gehackten Dill kommen etwa 25 Gramm Salz. Das heißt, wir verwenden ein Viertel des Gewichts des Grünzeugs an Salz. Für den ersten Versuch habe ich eine kleine Portion zubereitet: 200 Gramm Dill und 50 Gramm Salz. Das reichte genau für ein halbes Liter Glas.

Hier ist eine einfache Berechnung:

200 g Dill – 50 g Salz
400 g Dill – 100 g Salz
1 kg Dill – 250 g Salz
Verwenden Sie grob gemahlenes Steinsalz. Jodiertes Salz ist hier nicht die beste Lösung – es kann den Geschmack beeinflussen und die Farbe des Grüns leicht verändern. Einfaches Steinsalz hingegen funktioniert einwandfrei.

So bin ich vorgegangen – Schritt für Schritt: Zuerst muss der Dill sorgfältig sortiert werden. Ich entferne alle groben Stängel und gelben Blätter und lasse nur die zarten grünen Teile übrig. Auch die Dolden mit den Samen schneide ich ab – diese trockne ich lieber separat und gebe sie dann in Marinaden oder Pickles, dazu aber eine andere Geschichte.

Dann wasche ich den Dill. Und das ist das Wichtigste: Nach dem Waschen muss er sehr gut abgetrocknet werden. Ich breite ihn auf einem Handtuch aus und lasse ihn anderthalb Stunden trocknen. Wenn Wasser ins Glas gelangt, kann der Dill sauer werden, und das wollen wir auf keinen Fall. Also Geduld – der Dill sollte sich trocken anfühlen.

Anschließend hacke ich ihn fein. Ich wiege ihn ab. Ich gebe Salz nach der Berechnung hinzu und vermische alles mit den Händen – einfach und ehrlich, so wie es unsere Großmütter taten. Ich reibe es leicht ein, damit sich das Salz gleichmäßig im Grün verteilt und der Dill Saft abgibt.

Und jetzt – das Wichtigste: Wir nehmen ein sauberes, trockenes Glas (ich wasche es mit Natron aus und trockne es ab) und füllen es fest mit dem Grün. Wir schütten es nicht einfach hinein, sondern drücken es mit einem Löffel oder der Faust fest, damit keine Luftblasen entstehen. Je fester, desto besser hält es sich. Man kann noch eine Prise Salz darüberstreuen.

Welchen Deckel man zum Verschließen verwendet – hier machen viele einen Fehler. Merken Sie sich eines: Sie können keinen Metalldeckel verwenden. Salz greift Metall an, und Ihr Werk wird verderben. Wir verschließen das Glas nur mit einem normalen Nylondeckel – so einem aus Kunststoff, den man einfach darüberstülpt. Er passt perfekt.

Und das war’s – stellen Sie das Glas in den Kühlschrank. In ein paar Tagen gibt der Dill Saft ab, setzt sich etwas ab und wird noch dichter. Keine Sorge, wenn das Volumen abnimmt – das ist normal. Das Grünzeug ist einfach dicker geworden.

Und jetzt kommt der beste Teil: Ich öffnete das Glas eine Woche später – nur zur Kontrolle. Und fror es ein. Der Duft strömte mir entgegen, als hätte ich gerade Dill aus dem Garten gepflückt. Ehrlich gesagt, gefrorener Dill riecht nie so. Die Farbe blieb leuchtend grün, nichts war dunkler geworden, nichts hatte sich verfärbt.

Ich gab einen Löffel voll in die Kartoffelsuppe – und die Küche war erfüllt von demselben Sommerduft, den man im Januar so sehr vermisst. Meine Abonnenten hatten recht. Jetzt verstehe ich, warum sie so darauf bestanden haben.

Solcher Dill hält sich im Kühlschrank mehrere Monate lang problemlos, bis zum Frühling. Er braucht kaum Platz, ist lichtunempfindlich und duftet, als wäre es draußen gar nicht so kalt.

Ein wichtiger Hinweis – damit das Gericht nicht verdorben wird: Hier ist der Punkt, vor dem ich euch warnen muss, denn ich hätte es beim ersten Mal fast übersehen: Dill ist bereits salzig. Sehr salzig. Deshalb sollten Sie beim Hinzufügen zu Borschtsch, Suppe, Kartoffeln oder Salat zuerst die Kräuter dazugeben und erst dann das Salz hinzufügen. Und dann vorsichtig, in kleinen Stücken, immer wieder abschmecken.ing.

Aus Gewohnheit habe ich die Suppe wie immer zuerst gesalzen und dann den Dill hinzugegeben – und sie wurde salzig. Nicht verdorben, aber nicht mehr so, wie ich sie mochte. Deshalb mache ich es jetzt andersherum: zuerst das Gemüse, dann schaue ich, ob ich noch Salz brauche. Meistens stellt sich heraus, dass ich gar keins mehr brauche.

Wem diese Methode bestimmt gefallen wird: Wenn Sie einen kleinen Kühlschrank oder einen vollen Gefrierschrank haben oder einfach keine Lust mehr auf die Vorbereitungen bei Stromausfällen – probieren Sie es aus. In solchen Fällen erweist sich eine einfache Oma-Methode als cleverer als alle modernen Geräte.

Ich sage immer: Trauen Sie sich, die Ratschläge erfahrener Hausfrauen auszuprobieren. Manchmal verändert ein kleines Glas die ganze Einstellung zum Winter. Ich habe schon eine zweite Portion – diesmal eine große. Denn wenn man es einmal probiert hat, will man nie wieder nasse Gefrierbeutel.

Salzen Sie den Dill oder frieren Sie ihn erst einmal ein? Schreibt mir in den Kommentaren – ich bin total neugierig, welche anderen Kochgeheimnisse ihr kennt. Vielleicht lerne ich ja auch noch etwas von euch.

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