Ein vertikaler Garten ist die perfekte Lösung, um auf kleiner Fläche – sei es an der Stallwand, auf der Terrasse oder im Auslauf – eine grüne Nährstoffoase zu erschaffen.
Hier ist eine kreative, hocheffiziente Idee, die rustikalen Upcycling-Charme mit extrem funktionalem Gärtnern verbindet: Der bepflanzte Drahtgeflecht-Kompost-Turm.
Die Idee: Der lebendige Pflanzturm
Statt Pflanzen einfach nur in Töpfe an der Wand aufzuhängen, bauen wir einen freistehenden, runden Turm aus stabilem Drahtgeflecht. Das Geheimnis liegt im Inneren: Im Zentrum des Turms verläuft ein dünnes Rohr für die Bewässerung, darum herum wird der Turm mit Erde und organischem Material befüllt. Die Pflanzen wachsen ringsherum direkt aus den Maschen des Drahtes.
Warum dieses System genial ist:
- Extrem platzsparend: Auf einem einzigen Quadratmeter Bodenfläche gewinnen Sie durch die Höhe die drei- bis vierfache Pflanzfläche.
- Hühnersicher integrierbar: Wenn der Turm im oder am Geflügelauslauf steht, schützt das Drahtgeflecht die Wurzeln im Inneren vor scharfen Scharrkrallen. Die Hühner können nur das picken, was außen übersteht (ideal für die Zucht von frischem Hühnerfutter wie Salat oder Vogelmiere).
- Hervorragendes Mikroklima: Die Erde im Inneren speichert die Feuchtigkeit wesentlich besser als viele kleine Einzeltöpfe.
Schritt-für-Schritt-Bauanleitung
Benötigte Materialien:
- Punktgeschweißter Volierendraht (Maschenweite ca. 12×12 mm bis 20×20 mm, Höhe nach Wunsch, ideal sind 1,20 m bis 1,50 m).
- Ein Stück dickes PVC-Rohr (Abflussrohr, ca. 10 cm Durchmesser), das so lang ist wie der Turm hoch wird.
- Robustes Gartenvlies oder natürlicher Jutestoff.
- Draht / Kabelbinder zum Fixieren.
- Erde, reifer Kompost und etwas Kies.
Und so wird’s gemacht:
1. Das Bewässerungsrohr vorbereiten
Bohren Sie in das PVC-Rohr rundherum im Abstand von ca. 10 cm zahlreiche kleine Löcher (ca. 5–8 mm Durchmesser). Wickeln Sie ein Stück dünnes Vlies um das Rohr, damit die Erde später die Löcher nicht verstopft. Dieses Rohr kommt später genau in die Mitte des Turms. Wenn Sie von oben Wasser hineingießen, verteilt es sich gleichmäßig über die gesamte Höhe des Turms direkt an die Wurzeln.
2. Den Drahtzylinder formen
Rollen Sie den Volierendraht aus und formen Sie daraus einen Zylinder mit einem Durchmesser von etwa 40 bis 50 cm. Verbinden Sie die Enden stabil mit Draht oder Kabelbindern.
3. Auskleiden und Aufstellen
Kleiden Sie das Innere des Drahtzylinders komplett mit dem Gartenvlies oder der Jute aus. Das verhindert, dass die Erde durch die Maschen herausrieselt. Stellen Sie den Zylinder an seinen endgültigen Platz.
- Tipp für die Stabilität: Schlagen Sie ein oder zwei stabile Holzpfosten oder Eisenstangen in den Boden und befestigen Sie den Drahtkorb daran, damit er bei Wind nicht umkippen kann.
4. Befüllen nach dem Lasagne-Prinzip
Stellen Sie das vorbereitete PVC-Rohr mittig in den Zylinder. Füllen Sie nun den Raum um das Rohr herum schichtweise auf:
- Ganz unten eine kleine Schicht Kies für die Standfestigkeit.
- Danach eine Mischung aus guter Gartenerde und nährstoffreichem, reifem Kompost. Die Erde beim Befüllen immer wieder leicht festdrücken.
5. Das Bepflanzen
Schneiden Sie nun von außen mit einer Schere kleine Kreuzschlitze in das Vlies, genau dort, wo sich die Drahtmaschen befinden. Drücken Sie mit dem Finger eine kleine Kuhle in die Erde und setzen Sie die Pflänzchen (am besten vorgezogene Setzlinge) von außen hinein.
Welche Pflanzen eignen sich besonders gut?
Da der Turm von allen Seiten Licht bekommt, können Sie ihn wunderbar thematisch strukturieren:
- Die Kräuter-Oase: Setzen Sie mediterrane Kräuter wie Oregano, Thymian und Majoran auf die sonnige Südseite. Rosmarin und Salbei können ganz oben aus der offenen Krone des Turms wachsen.
- Der Snack-Turm: Erdbeeren lieben dieses System, da die Früchte sauber an der Drahtwand herunterhängen und nicht auf der feuchten Erde faulen.
- Der Salat- und Teegarten: Pflanzsalate, Kapuzinerkresse oder Minze gedeihen darin prächtig (Minze wird so zudem im Zaum gehalten und wuchert nicht das ganze Beet zu).
Möchten Sie den vertikalen Garten eher an einer sonnigen Hauswand platzieren, oder soll er als grüner Blickfang mitten im Garten stehen?