Wie man Rosen durch Stecklinge vermehrt

Die Vermehrung von Rosen durch Stecklinge (auch Risslinge oder Stammstecklinge genannt) ist eine einfache und kostengünstige Methode, um identische Klone Ihrer Lieblingsrose zu ziehen. Der beste Zeitraum dafür ist der Frühsommer (Juni bis Juli) mit halbverholzten Trieben oder der Frühherbst (September) mit ausgereiften Trieben.

Hier ist die Schritt-für-Schritt-Anleitung für eine erfolgreiche Bewurzelung:

1. Den passenden Trieb auswählen

Suchen Sie nach einem gesunden, geraden Trieb, an dem gerade die Blüte verblüht van. Ein idealer Trieb hat etwa die Dicke eines Bleistifts. Er sollte weder zu grün und weich noch komplett alt und knochig sein (sogenanntes halbverholztes Holz).

2. Den Steckling richtig schneiden

  • Die Länge: Schneiden Sie ein etwa 15 bis 20 cm langes Stück aus der Mitte des Triebes heraus. Das obere Ende mit der verblühten Blüte wird weggeschnitten.
  • Der untere Schnitt: Schneiden Sie den Trieb direkt unterhalb des untersten Blattknotens (Auge) in einem 45-Grad-Winkel schräg ab. Das vergrößert die Fläche für die spätere Wurzelbildung.
  • Der obere Schnitt: Das obere Ende wird etwa 1 cm über dem obersten Blattauge gerade abgeschnitten.
  • Blätter entfernen: Streifen Sie alle Blätter und Dornen im unteren Zweidrittel des Stecklings ab. Nur die obersten zwei Blattpaare bleiben stehen, damit die Pflanze photosynthetisieren kann. Schneiden Sie diese verbleibenden Blätter mit einer Schere um die Hälfte zurück – das minimiert die Verdunstung.

3. Das Einpflanzen

Sie können die Stecklinge in Töpfe setzen oder direkt an einen schattigen, geschützten Platz im Gartenbeet.

  1. Das Substrat: Verwenden Sie eine sehr lockere, nährstoffarme Erde. Optimal ist eine Mischung aus Anzuchterde und Sand oder Perlit (Verhältnis 1:1). In zu schwerer, nasser Erde verfaulen die Stecklinge sofort.
  2. Der Bewurzelungs-Trick (Optional): Tauchen Sie das schräge, untere Ende des Stecklings in Bewurzelungspulver. Alternativ funktioniert auch ein altbewährtes Hausmittel: Tauchen Sie die Spitze kurz in reinen Honig – er wirkt antibakteriell und regt das Wachstum an.
  3. Stecken: Stecken Sie den Zweig so tief in die Erde, dass etwa zwei Drittel (und mindestens zwei Knospen) unter der Erde liegen. Drücken Sie die Erde rundherum gut fest und gießen Sie sie gründlich an.

4. Der “Mini-Gewächshaus”-Effekt (Der Erfolgsfaktor)

Da der Steckling noch keine Wurzeln hat, kann er kein Wasser aufnehmen und vertrocknet schnell. Er benötigt daher eine extrem hohe Luftfeuchtigkeit.

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  • Stülpen Sie eine halbierte Plastikflasche (ohne Deckel) oder ein großes Einmachglas kopfüber über den Steckling.
  • Stellen Sie den Topf an einen hellen, warmen Ort, aber niemals in die pralle Sonne. Unter dem Glas würde sich sonst so viel Hitze anstauen, dass der Steckling verbrennt.
  • Halten Sie die Erde in den kommenden Wochen gleichmäßig feucht (niemals klatschnass) und lüften Sie das Glas alle paar Tage für einige Minuten.

5. Bewurzelung und Überwinterung

Nach etwa 4 bis 6 Wochen zeigen sich meist die ersten frischen, grünen Blattaustriebe an den oberen Knospen. Das ist das Zeichen, dass sich unter der Erde die ersten Wurzeln gebildet haben. Die Flasche kann nun dauerhaft weggelassen werden.

Wenn Sie im Sommer vermehrt haben, lassen Sie die junge Rose den ersten Winter über am besten im Topf an einem frostfreien, aber kühlen Ort (z. B. im hellen Keller oder im Gewächshaus) überwintern. Im folgenden Frühjahr kann sie dann an ihren endgültigen Platz im Garten umziehen.

Möchten Sie eine bestimmte Sorte – wie eine edle Beetrose oder eine kletternde Rankrose – vermehren, oder probieren Sie die Methode zum ersten Mal aus?

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